Geldstrafe nach vorsätzlicher Körperverletzung
Beziehung hat weiter Bestand

Lengerich -

Vorsätzliche Körperverletzung und Sachbeschädigung, so lauteten die Vorwürfe gegen einen 40-jährigen Lengericher im Prozess vor dem Amtsgericht Tecklenburg. Er wurde zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt. Die Möglichkeit der Berufung wurde eingeräumt.

Freitag, 20.09.2019, 19:29 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 15:38 Uhr
Das Amtsgericht Tecklenburg 
Das Amtsgericht Tecklenburg  Foto: Michael Baar

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte der Mann im April seine Lebenspartnerin in der gemeinsamen Wohnung an den Haaren gezogen und mit einem Schlag ins Gesicht verletzt. Als sie Hilfe rufen wollte, warf er ihr Handy auf den Boden. Es zerbrach. Die gemeinsamen Kinder mussten die Tat mitansehen. Die herbeigerufene Polizei erteilte dem stark alkoholisierten Mann einen Wohnungsverweis, den der Täter nach längerer Diskussion akzeptierte.

Vor Gericht versuchte der Angeklagte einen guten Eindruck zu machen. Er räumte die Taten zum Teil ein, sah aber den starken Alkoholkonsum an diesem Abend mitverantwortlich für sein Verhalten. Die Auseinandersetzung wäre eher eine Rangelei gewesen, außerdem habe er ja auch Verletzungen davongetragen. Diese konnten weder mit Fotos belegt werden – anders als beim Opfer –, noch erinnerten sich die als Zeugen geladenen Polizisten an Verletzungen des Angeklagten.

Einen negativen Eindruck auf den Vorsitzenden Richter machten auch die zahlreichen Vorstrafen des 40-Jährigen. Dabei griff der Richter neben mehreren Körperverletzungen eine Tat aus dem Jahr 2016 heraus. Damals hatte der Mann seine damalige Lebenspartnerin ebenfalls an den Haaren gezogen und geschlagen. Auf die Frage des Richters, ob körperliche Gewalt in seinen Beziehung normal sei, fand der Angeklagte keine plausible Antwort.

Der Staatsanwalt hielt ihm in seinem Plädoyer zu Gute, dass die Beziehung zu der Geschädigten weiter bestehe und die Familie in einer gemeinsamen Wohnung lebe. „Der Schutz der Familie ist ein hohes Gut“, so der Vertreter der Anklage.

Im Jahr 2017 gab es laut Bundeskriminalamt knapp 140 000 Opfer von häuslicher Gewalt, 82 Prozent von ihnen Frauen. In 147 Fällen wurde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das Gewaltschutzgesetz erlaubt der Polizei, im Rahmen einer Schutzanordnung auf Wunsch der verletzten Person einen Wohnungsverweis zu erteilen. Seit 2013 gibt es das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ( ✆ 08 000/ 116 016), das eine anonyme Beratung rund um die Uhr anbietet; mehrsprachig und barrierefrei.

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