Verordnung zu Sonntagsöffnungszeiten
Gewerkschaft hat Intrup im Visier

Lengerich -

Rund 3000 Besucher werden bei der Intruper Gewerbeschau gezählt. Seit Jahren schon. Ein umfangreiches Programm für Familien, die Einbeziehung von Vereinen und Organisationen sorgt für einen volksfestähnlichen Charakter auf dem Außengelände. Von 13 bis 18 Uhr dürfen an diesem Sonntag auch die Einzelhändler in dem Bereich ihre Geschäfte öffnen. So weit, so gut?

Samstag, 21.09.2019, 06:19 Uhr aktualisiert: 21.09.2019, 06:30 Uhr
Beim Hollandmarkt dürfen die Geschäfte in der Innenstadt am Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnen.
Beim Hollandmarkt dürfen die Geschäfte in der Innenstadt am Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnen. Foto: mzb

Nein, meint die Dienstleistungsgewerkschaft verdi . Ihr ist der Bereich, innerhalb dessen bei der Intruper Gewerbeschau Einzelhändler öffnen dürfen, zu groß gefasst. Bislang wird der Gewerbebereich Intrup im Norden durch Bogen- und Bahnhofstraße, im Osten durch die Poststraße, südlich durch den Südring, im Westen durch die Ladberger Straße begrenzt. Grob gesagt entspricht das einem Radius von 700 Meter um den Loh­esch.

Nicht nur diese Begrenzung kritisiert die Gewerkschaft. Sie kritisiert, dass die Läden die Besucher anlocken würden und nicht die Gewerbeschau. Letztere sei nicht prägend für das Gebiet, so verdi weiter.

Das wird sich ändern. „Wir müssen den Geltungsbereich enger fassen“, berichtet Martin Pogrifke im Planungs- und Umweltausschuss. Der Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung stellt den Kommunalpolitikern eine entsprechende Überarbeitung vor, in der nur noch die Bereiche für eine Öffnung vorgesehen sind, in denen die Gewerbeschau stattfindet.

Was ihn wundert: „Bei der Vorlage der ordnungsbehördlichen Verordnung im Frühjahr hat verdi keine Einwände erhoben.“ Die jetzt geäußerten Zweifel bezögen sich zudem auf eine alte Version der Begründung für die Sonntagsöffnungen. Die neue Version sei der Gewerkschaft am 10. September zugeleitet worden.

Ob man dennoch am 700-Meter-Radius festhalten könne, will Sozialdemokrat Karl-Heinz Horstkotte wissen. „Das macht uns angreifbar. Wenn die Gewerkschaft vor Gericht geht, haben wir keine Chance“, lautet die Antwort des Fachdienstleiters. „Wenn wir die kleine Lösung machen, nehmen wir verdi den Wind aus den Segeln“, stellt Ulrich Weiß (Bündnis 90/Die Grünen) fest. Diese Einschätzung teilt Klaus Reiher (CDU) unter der Voraussetzung, „dass es den Firmen nicht schadet“.

Karl-Heinz Horstkotte macht seiner Verärgerung Luft: „Wir versuchen, Leben in die Stadt zu bringen, und dann bremsen uns Gesetze aus.“ Eine Entscheidung fällt in der Sitzung nicht, das letzte Wort hat der Stadtrat. Bis dahin, verspricht Martin Pogrifke, werde die neue Gebietseingrenzung detailliert ausgearbeitet sein. „Die macht uns unangreifbar“, ist er sicher.

Neben der Intruper Gewerbeschau sind vier weitere Sonntagsöffnungen in Zusammenhang mit Veranstaltung in der Stadt vorgesehen. Beim Lengericher Lenz, dem Hollandmarkt und beim Römermarkt dürfen die Geschäfte in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr öffnen.

Beim Krippenmarkt beschränkt sich die Möglichkeit der Sonntagsöffnung auf die Geschäfte in der Altstadt.

Grund für die Überarbeitung der städtischen Verordnung ist die Änderung des Ladenöffnungsgesetzes durch das Land im vergangenen Jahr. Im Februar hatte der Rat entsprechende Änderungen beschlossen, die sich auf die Intruper Gewerbeschau, den Lengericher Lenz und den Hollandmarkt in diesem Jahr bezogen haben.

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