Pfarrer Peter Kossen wird als „Held“ vorgestellt
„Begriff muss weit gefasst werden“

Lengerich -

Dirk Nowitzki, Carola Rackete, Udo Lindenberg, Kristina Vogel. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Dazu gehört auch Peter Kossen, der leitende Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen. Was er mit dem Basketball-Superstar, der Rettungsschiff-Kapitänin, dem Rock-Urgestein und der im Rollstuhl sitzenden ehemaligen Radweltmeisterin gemein hat?

Donnerstag, 03.10.2019, 06:37 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 06:40 Uhr
Pfarrer Peter Kossen mit dem Sonderheft „Zeit für Helden“ des Magazins Stern, in dem der katholische Seelsorger als Menschenrechtler vorgestellt wird.
Pfarrer Peter Kossen mit dem Sonderheft „Zeit für Helden“ des Magazins Stern, in dem der katholische Seelsorger als Menschenrechtler vorgestellt wird. Foto: Michael Baar

Genau wie diese und viele weitere Menschen ist der Seelsorger im Sonderheft „Zeit für Helden“ des Magazins Stern vertreten. Dabei fühlt er sich nicht als Held, wie er im Gespräch mit den WN versichert. „Der Begriff müsste ziemlich weit gefasst werden“, findet der 50-Jährige. Als „Menschenrechtler“ wird er in der Zeitschrift betitelt. Der Grund: sein unermüdlicher Einsatz gegen moderne Sklaverei in der deutschen Fleischindustrie und die Gründung des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“.

Die Gegenüberstellung von bekannten und unbekannten Personen zeigt für ihn, wie weit der Begriff „Held“ gefasst werden kann. Ungeachtet der Prominenten im Heft – ihn persönlich spricht die Geschichte über Esther Bejarano an. Die 94-Jährige war im Konzentrationslager Auschwitz, spielte dort im Orchester, steht heute als Rapperin auf der Bühne, erzählt dem Publikum ihre Geschichte und hält so die Erinnerung an die Nazi-Verbrechen wach.

Wie die Redaktion auf ihn gekommen ist? „Die haben sich telefonisch gemeldet“, erzählt er. Den Grund für den Anruf hat er nicht erfahren. Dafür wurde ein Termin ausgemacht, zu dem dann nur ein Fotograf kam. „Die Informationen hat sich die Redaktion am Telefon geholt.“ Wobei, das räumt er ein, für eine Bildzeile wohl auch kein stundenlanges Gespräch erforderlich gewesen wäre.

Reaktionen auf die Veröffentlichung hat es gegeben. Freunde und Bekannte hätten sich per Whatsapp gemeldet. Auch aus Kirchengemeinden, in denen Peter Kossen früher tätig gewesen ist. „Alles positiv“, berichtet er. Was ihn freut, gerade mit Blick auf den Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“. Seine Hoffnung ist, „das der eine oder andere den Verein googelt und neugierig wird. Die können sich gerne bei mir melden“.

Eine kritische Reaktion hat es auch gegeben. „Das war meine Mutter. Die wollte nur wissen, welchen Anteil die Arbeit für den Verein denn an meinem Tagesgeschäft hat.“ Unwillkürlich muss er schmunzeln. Dass seine Mutter „Tagesgeschäft“ gesagt hat, wundert ihn nicht.

Der Einsatz für ein Ziel, in seinem Fall der Verein, lohnt sich. Davon ist der Pfarrer fest überzeugt. Um Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken, müsse man Öffentlichkeit herstellen. „Vielleicht ist es auch wichtig, in solchen Medien präsent zu sein, wo ein Kirchenmann nicht unbedingt erwartet wird.“

 

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