Bürgerinitiative Pro Teuto
Schutz für das „Niemandsland“

Lengerich -

Die Bürgerinitiative Pro Teuto möchte das FFH-Gebiet „Nördliche Teile des Teutoburger Waldes mit Intruper Berg“ erweitert wissen. Ein entsprechender Antrag ist der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Ursula Heinen-Esser zugeschickt worden. Das fragliche Areal umfasst rund vier Hektar Fläche.

Mittwoch, 09.10.2019, 06:23 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 06:30 Uhr
Ungefähr vier Hektar groß ist die Fläche, die ans FFH-Gebiet grenzt und die Pro Teuto unter Schutz gestellt sehen will.
Ungefähr vier Hektar groß ist die Fläche, die ans FFH-Gebiet grenzt und die Pro Teuto unter Schutz gestellt sehen will. Foto: Bürgerinitiative Pro Teuto

Pro Teuto begründet das Anliegen damit, dass in den Jahren 2001 beziehungsweise 2004 die Flächen zwischen den großen Steinbrüchen der Firmen Dyckerhoff und Calcis sowie den 1999 „zusätzlich genehmigten Abbaubereichen“ vom Land NRW gemeldet und von der Europäischen Kommission offiziell als Schutzgebiete anerkannt worden sind. Dabei habe es allerdings keine scharfe Abgrenzung der Flurstücke gegeben.

So verblieb nach Auffassung der Bürgerinitiative zwischen den genehmigten Abbauflächen und dem grob abgegrenzten FFH-Gebiet ein schmaler Streifen „Niemandsland“. Dieser unterscheide sich in keiner Weise von dem angrenzenden, unter Schutz stehendem Areal. „Ein Spaziergänger merkt überhaupt nicht, wo das FFH-Gebiet endet und das Niemandsland beginnt“, stellt Wolf Krasting im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten fest.

Vom Land Nordrhein-Westfalen soll jetzt dieses etwa vier Hektar umfassende Gebiet an die Europäische Kommission gemeldet werden, damit es in das bestehende Schutzgebiet integriert wird. Nach Auffassung der Bürgerinitiative, so deren Vorstandsmitglied, deckt sich dieser Antrag mit dem Beschluss des Regionalrats aus dem Jahr 2017. Der hatte festgestellt, dass den kalkabgrabenden Firmen aufgrund des besonderen Schutzes des FFH-Gebietes keine neuen Abgrabungsflächen am Teutoburger Wald mehr zur Verfügung gestellt werden sollten. Dagegen hatten sich allerdings die Fraktionen von CDU, FDP und SPD ausgesprochen.

Schutz für Pflanzen, Tiere und Lebensräume

FFH ist die Abkürzung für Flora-Fauna-Habitat. FFH-Bereiche sind europäische Schutzgebiete, um den Lebensraum von seltenen wildlebenden Pflanzen, Tieren und sowie natürliche Lebensräume zu bewahren.Im Kreis Steinfurt gibt es 31 ausgewiesene FFH-Gebiete in einer Größe zwischen weniger als einem halben Hektar und 2530 Hektar (Emsaue in Greven, Saerbeck, Emsdetten und Rheine). Das FFH-Gebiet „Nördliche Teile des Teutoburger Waldes mit Intruper Berg“ umfasst eine Fläche von 919 Hektar in Lengerich und Lienen.Weitere FFH-Gebiete in der Nähe: Habichtswald (404 Hektar, Tecklenburg und Westerkappeln); Sandsteinzug Teutoburger Wald (94, Ibbenbüren und Tecklenburg); die jeweils weniger als einen halben Hektar umfassenden Bereiche Stollen Lienen-Holperdorp, Stollen westlich Leeden und Kirche in Ledde.

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Während die Sozialdemokraten überprüfen lassen wollten, ob eine tiefere Abgrabung an den genehmigten Standorten möglich sei, verfolgten Christ- und Freidemokraten einen anderen Ansatz: Sie verlangten eine Prüfung, ob die in unmittelbarer Nähe der Steinbrüche ausgewiesenen Naturschutz-Flächen verkleinert werden können. Das war Ende vergangenen Jahres. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

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