Neuer Heimatkalender Lengerich auf dem Markt
Erinnerungen an Jugend-Streiche

Lengerich -

Von einem Dauerbrenner kann beim Heimatkalender der Stadtsparkasse schon lange gesprochen werden. Jetzt wurde die 31. Auflage vorgestellt. Das erste Exemplar ging wie immer an den Bürgermeister.

Dienstag, 29.10.2019, 12:21 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 13:00 Uhr
Das hat Tradition: Auch be der 31. Auflage des Heimatkalenders geht die Nummer 1 an den Bürgermeister, die Nummer 2 an den Heimatverein. Achim Glörfeld händigt die Exemplare an Wilhelm Möhrke und Dr. Alois Thomes (von rechts) aus.
Das hat Tradition: Auch be der 31. Auflage des Heimatkalenders geht die Nummer 1 an den Bürgermeister, die Nummer 2 an den Heimatverein. Achim Glörfeld händigt die Exemplare an Wilhelm Möhrke und Dr. Alois Thomes (von rechts) aus. Foto: Michael Baar

Wenn Kalenderbilder Erinnerungen wecken, Gespräche initiieren – dann müssen die Motive gut sein. So geschehen bei der Präsentation des Heimatkalenders 2020. „Die Bilder erinnern mich an meine Kindheit in Wetter an der Ruhr“, erzählt Achim Glörfeld . „Wir sind als Kinder durch Wald und Wiesen gelaufen, haben Kaulquappen und Stieglitze aus dem Wasser gefischt und mit nach Hause genommen“, sprudeln die Erinnerungen aus dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse heraus.

Was kein gutes Ende nimmt. Also nicht das Erzählen, sondern das Kaulquappen und Stieglitze fangen. „Die mussten wir am nächsten Tag wieder zurück ins Wasser bringen.“ So, wie er das sagt, scheint er das heute noch etwas zu bedauern. Auch Bürgermeister Wilhelm Möhrke schwelgt in Kindheitserinnerungen. „An Haus Marck habe ich mit Mutters Mehlsieb gefischt“, berichtet er. Keine gute Idee, denn „hinterher gab‘s Schimpfe“, räumt er ein.

Die anderen Gäste bei der Präsentation des Heimatkalenders hören fasziniert zu, wie die beiden Männer in Erinnerungen schwelgen. Nicht ganz einfach fällt die Rückbesinnung in die Gegenwart. Ach ja, Achim Glörfeld hat erklärt, warum der Heimatkalender so heißt, wie er heißt: „Weil der Begriff so vielschichtig ist wie die Bilder im Kalender.“ Und das seit 30 Jahren.

Rudolf Kindler zeichnet wieder für die Motive verantwortlich. Lengericher Gewässern hat sich der Fotograf gewidmet – und dabei ungewöhnliche Perspektiven ausgewählt, wie Nachfragen belegen. Der Sparkassenvorstand lobt, die Bilder seien „von besonderer Tiefe geprägt, die Farben an die Jahreszeiten angepasst“.

3000 Exemplare legt die Stadtsparkasse wieder auf, gedrückt im Haus Lamprecht. Ab 30. Oktober ist das Kalendarium auf dem Markt. Einige Exemplare sind dann schon auf dem Weg nach Übersee, wo ehemalige Lengericher sich diesen Gruß aus der Heimat zusenden lassen.

Für Dr. Alois Thomes, Vorsitzender des Heimatvereins, „kann Wasser ein Spannungsbogen sein“. Er fühlt sich durch die Bilder beruhigt. „Gerade mit Blick darauf, dass ich am Vorabend an einer Veranstaltung zum Thema Digital 5.0 teilgenommen habe.“

Traditionell erhält der Bürgermeister das Kalenderexemplar Nummer 1, die Nummer 2 geht an den Heimatverein. „Heimat ist wie Gesundheit“, sagt Wilhelm Möhrke noch, „sie ist selbstverständlich, bis man sie verloren hat.“

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