Umgestaltung der Fußgängerzone: Planer informiert über aktuellen Stand
Klare Strukturen auf 650 Metern

Lengerich -

Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Doch die Pläne zur Umgestaltung der Fußgängerzone nehmen Gestalt an. Im Planungsausschuss gab Landschaftsarchitekt Franz Reschke jetzt einen Überblick über den Stand der Dinge.

Samstag, 02.11.2019, 06:38 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 06:40 Uhr
Der Bodelschwinghplatz wie er einmal aussehen könnte: Das Pflaster in drei verschiedenen Grautönen und Größen; der neue Brunnen, Sitzgelegenheiten und das „Lengericher Band“ – die Bodenrinne, die die gesamte Fußgängerzone durchlaufen wird (links) – werden dunkler gehalten. Zu den bereits vorhandenen Bäumen sollen ein paar hinzukommen.
Der Bodelschwinghplatz wie er einmal aussehen könnte: Das Pflaster in drei verschiedenen Grautönen und Größen; der neue Brunnen, Sitzgelegenheiten und das „Lengericher Band“ – die Bodenrinne, die die gesamte Fußgängerzone durchlaufen wird (links) – werden dunkler gehalten. Zu den bereits vorhandenen Bäumen sollen ein paar hinzukommen. Foto: Franz Reschke Landschaftsarchitekt

Anfang 2021 soll es mit der Neugestaltung der Lengericher Fußgängerzone losgehen. Das zumindest visieren die Planer des mit dem Projekt betrauten Landschaftsarchitektur Büros aus Berlin aus. Dessen Chef, Franz Reschke , war am Donnerstagabend im Planungsausschuss zu Gast, um den Stand der aktuellen Dinge zu präsentieren. Er bezeichnete den momentan vorliegenden Entwurf im Vergleich zu jenem, mit dem Anfang des Jahres der sogenannte freiraumplanerische Wettbewerb gewonnen wurde, als „etwas gereifter“, fertig werden soll er aber erst im Februar 2020.

Gleichwohl machte Reschke in vielen Punkten bereits sehr dezidierte Angaben zu dem, was sich sein Büro für die 650 Meter lange Einkaufsmeile vom Bodelschwinghplatz bis zum Wapakonetaplatz vorstellt. Er bezeichnete die Fußgängerzone als „Treffpunkt, Lebensraum und Einzelhandelsstandort“, die mit diesen Funktionen eine elementare Rolle für die Stadt spiele.

Unter anderem favorisieren die Landschaftsarchitekten entgegen den ersten Plänen nun für die an verschiedenen Standorten vorgesehenen Sitzbereiche (mit Holzsitzflächen sowie Arm- und Rückenlehnen), die beiden neuen Brunnen (Bodelschwinghplatz und Bereich Bahnhofstraße/Zur Alten Gießerei) und das „Lengericher Band“ einen dunklen Grauton, damit sich diese Betonelemente optisch vom „warmgrauen“ Pflaster (drei verschiedene Größen und Farbabstufungen) absetzt. Hohe Priorität hat für die Planer auch eine klare Struktur: Die Plätze sollen durch mehr Bäume, Sitz- und Spielgelegenheiten sowie die Brunnen aufgewertet werden und so zum Verweilen einladen, die Straßenbereiche dazwischen schlicht gehalten werden und ohne Grün auskommen. Das heißt, die an einigen Stellen in der Altstadt und der Bahnhofstraße stehenden Bäume sollen verschwinden. Reschke betonte, dass der Rathausplatz seine Funktion als zentraler Platz der Stadt behalte.

Die unterschiedlichen Rollen, die die Plätze einerseits und die Passagen zwischen den Plätzen andererseits spielen, spiegeln sich auch im Pflaster wieder. Während es in Altstadt und Bahnhofstraße im Reihenverband quer zur Laufrichtung verlegt werden soll, wollen die Planer auf den Plätzen einen sogenannten wilden Verband. Der Chef des Architektenbüros versicherte, dass die Platten schmutzunempfindlich, rutschfest und sehr eben seien, sodass Menschen mit Rollator oder Rollstuhl keine Probleme haben sollen.

Optisch verbunden werden alle Teile durch das „Lengericher Band“, das sich als Abflussrinne durch die Mitte der gesamten Fußgängerzone ziehen wird. Weitere Elemente, die auf dem Boden Platz finden sollen, sind eingelegte „Bänder“, die auf Baudenkmäler verweisen.

Zum Thema Brunnen sagte Reschke, dass der Dyckerhoffbrunnen auf dem Wapakonetaplatz saniert wird – eine Vorgabe der Stadt. In Höhe Zur Alten Gießerei soll ein recht kleiner Trinkbrunnentisch aufgestellt werden, auf dem Bodelschwinghplatz eine wesentlich größere und etwa 30 Zentimeter hohe Brunnenschale.

Dort bleibt es auch dabei, dass etwa die Hälfte der Parkplätze verschwinden. Nur die direkt am Wohn- und Geschäftshaus, in dem die Postenbörse ist, wird es auch in Zukunft geben. Diese Maßnahme ermögliche es, das Potenzial des Platzes, das bisher nicht voll ausgeschöpft werde, besser zur Geltung zu bringen, so Reschke.

Klare Vorstellungen hat er auch schon zur Beleuchtung. Wechselseitig sollen rund vier Meter hohe Masten mit LED-Licht kommen. Die Häuserfassaden würden so dunkler erscheinen als bislang. Wo gewünscht und gewollt, müssten für Gebäude dann gesondert Lichtquellen installiert werden. Mit Blick auf die Stadtkirche empfahl der Landschaftsarchitekt, diese künftig mit Bodenstrahlern anzuleuchten.

Zum Thema

Am Dienstag, 19. November, will die Stadt in der Gempt-Halle alle Anlieger der Fußgängerzone und Händler über die Umgestaltung der Fußgängerzone informieren. Am Dienstag, 3. Dezember, folgt dort dann eine öffentliche Veranstaltung für alle Bürger.

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