Reformationskantate in der Stadtkirche
Höhepunkt des Bachschen Schaffens

Lengerich -

Mit der Reformationskantate von Johann Sebastian Bach ist am Donnerstag der Reformationstag in der Stadtkirche gefeiert worden. Das Kourion-Orchester aus Münster spielte, es sangen der Motettenchor und die Solisten Annette Walaschewski und Nils Miegel.

Freitag, 01.11.2019, 15:38 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:23 Uhr
Motettenchor und Kourion-Orchester sangen und spielten unter der Leitung von Christoph Henzelmann.
Motettenchor und Kourion-Orchester sangen und spielten unter der Leitung von Christoph Henzelmann. Foto: Detlef Dowidat

Es gilt als das Lied der Reformation: „Ein feste Burg ist unser Gott“, das Martin Luther 1525 in Anlehnung an den Psalm 45 dichtete. Heinrich Heine bezeichnete dieses Lied mit seinen zum Teil recht martialischen Ausdrücken als „Marseiller Hymne der Reformation“. Darauf nahm Pfarrer Harald Klöpper in seiner Predigt Bezug und wusste es in den Sitz des Lebens damals und heute, in die Entstehungsgeschichte der Bachkantate BWV 80 und in die Vita Bachs einzuordnen.

Die Stadtkirche hatte am Reformationstag mit feierlichem Geläut zum Gottesdienst eingeladen, in dessen Mittelpunkt die Bachkantate stand. Viele Gläubige waren dieser Einladung gefolgt und durften sich von der Musik und den Schrift- und Predigtworten dieses Gottesdienstes beeindrucken lassen.

Im Zentrum dieses Gottesdienstes stand Bachs großartige Reformationskantate, die als Choralkantate in vielfältigen Formen das Lied „Ein feste Burg“ verarbeitet. Den Eingangschor, der in seiner motettischen Form wohl als ein Höhepunkt des Bachschen Choralschaffens gelten darf, musizierte der Motettenchor stimmlich sehr gut aufgelegt gut durchhörbar in einheitlicher Vokalfärbung in den einzelnen Stimmen. Die Güte eines Chores zeigt sich paradoxerweise gerade bei einstimmigen Passagen, weil da jede kleinste Unstimmigkeit, Unaufmerksamkeit und Ungenauigkeit auffällt. Da wusste der Chor in der Nr. 5. besonders zu überzeugen. Wie gewohnt, hatte Kantor Christoph Henzelmann wieder hervorragende Vorbereitungsarbeit geleistet.

Er hatte die Vokalsolopartien auf zwei Solisten reduziert, was aber keinerlei musikalische Einbuße bedeutete.

Als Sopran-Solistin konnte Annette Walaschewski mit ihrer klar zeichnenden Stimme erneut überzeugen, ebenso Nils Miegel (Bariton), der sich stimmlich ein wenig zurückhielt und mit der Sopranistin das Duett (Nr. 7), begleitet von Solovioline und Solo-Oboe d´amore, sehr schön gestaltete.

Mit dem in Lengerich bereits bekannten Kourion-Orchester hatte der Kantor, wie gewohnt, einen zuverlässigen Klangkörper (Streicher, drei Oboen, Fagott, Cembalo) engagiert, der die Intentionen Henzelmanns in jeder Phase umzusetzen wusste.

Es war ein Gottesdienst, der in seiner hohen musikalischen Qualität dem Anlass sehr angemessen war und auch die Gemeinde mit von der Orgel begleiteten Gesangbuchliedern teilhaben ließ.

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