Konzert für trauernde Eltern
„Herzensangelegenheit“ für die Sängerin

Lengerich -

Die Liedermacherin Nette hat am Sonntag in der Kirche St. Margareta ein berührendes Konzert gegeben. Die Künstlerin wurde von der Lengericher Gruppe verwaister Eltern eingeladen, die diesen Abend ausgerichtet hat. Gemeinsam mit ihrem Sohn Marcel Rudert präsentierte Nette Lieder ihrer CD „Ein Licht“, welche von Trauer und Hoffnung erzählen.

Montag, 04.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:23 Uhr
Die Sängerin Nette und ihr Sohn Marcel Rudert gaben in der Kirche St. Margareta ein ungewöhnliches Konzert.
Die Sängerin Nette und ihr Sohn Marcel Rudert gaben in der Kirche St. Margareta ein ungewöhnliches Konzert. Foto: Birgit Nipkau

„Dieses Konzert ist eine Herzensangelegenheit“, sagte Annette Rudert, wie die Liedermacherin mit bürgerlichem Namen heißt. Deshalb reiste sie mit ihrem Sohn Marcel, der ebenfalls Musiker ist, aus dem hessischen Wetzlar nach Lengerich.

Es geht an diesem Novemberabend musikalisch um Trauer, Trost und Hoffnung. Wenn Eltern ein Kind verlieren, spielt oft nicht nur das Gefühl der Trauer eine Rolle. Auch Wut und Verzweiflung können die Angehörigen in dieser Situation spüren. „Alle Gefühle dürfen da sein. Es geht darum, sie zuzulassen“, so Annette Rudert. Von den unterschiedlichen Facetten an Gefühlen der trauernden Eltern singt die Liedermacherin, die alle Songs geschrieben und komponiert hat. Arrangiert hat die Lieder ihr Sohn Marcel, der sie an der Gitarre, am Keyboard und auch gesanglich begleitete.

Bei aller wiederkehrenden Trauer, die in den Liedern zu hören ist, sollen die Angehörigen vor allem Trost und Hoffnung in der Musik von Annette Rudert finden. Musik kann Trost spenden und eine Brücke bauen, davon ist die Liedermacherin überzeugt. Mit den Liedern ließen sich sogar „Tabus brechen“. Denn über den Tod des eigenen Kindes zu sprechen, sei in der heutigen Gesellschaft nicht immer möglich. Das Konzert solle zudem dabei helfen, das Thema der verwaisten Eltern in die Öffentlichkeit zu tragen. Musik wirke dabei ganz „unmittelbar“.

Bei vielen Trauerfeiern hat Annette Rudert ihre Lieder schon gesungen. Das Besondere an der CD „Ein Licht“ ist, dass diese auf den Wunsch von trauernden Eltern produziert wurde.

Zwischen den gefühlvollen Songs las die Schauspielerin Marion Bertling aus einem Brief des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer vor. Auch Gedichte wurden von ihr vorgetragen. Diese Texte, in denen es um die schmerzvolle Abwesenheit geliebter Menschen geht, hatte die Gruppe verwaister Eltern in Vorbereitung auf den Konzertabend ausgewählt.

Neben den betroffenen Eltern fanden sich weitere Besucher in der Kirche St. Margareta ein. „Es erfordert auch ein wenig Mut, hierher zu kommen“, meinte Annette Rudert. Das Publikum lauschte aufmerksam und andächtig den bewegenden Worten und der trostspendenden Musik.

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