Gustav Echelmeyer scheibt als Henrik Kunke-Möhlen über Mord und mehr
Ein Mann voller Geschichten

Lengerich -

Wer ist Henrik Kunke-Möhlen? Er kann schreiben. Sein erster Krimi ist erschienen. Der zweite ist in Arbeit. Im echten Leben heißt Kunke-Möhlen anders. Wir haben ihn getroffen. In Lengerich ist er zu Hause.

Mittwoch, 06.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 08:52 Uhr
Den ersten Krimi hat er fertig, der zweite soll bald folgen: Gustav Echelmeyer.
Den ersten Krimi hat er fertig, der zweite soll bald folgen: Gustav Echelmeyer. Foto: Bettina Laerbusch

Er sprudelt vor Energie. Und er ist voller Geschichten. Dieser Mann musste einfach ein Buch schreiben. Nein, es ist nicht sein erstes. An Fachliteratur hat der Lengericher, um den es hier geht, schon etliches verfasst. „Bruchstück“ ist aber sein erster Krimi. Er hat ihn unter einem Pseudonym geschrieben: Henrik Kunke-Möhlen lässt grüßen.

Den Bürgermeister von Tecklenburg hat´s erwischt. So viel sei gleich zu Beginn zum Inhalt verraten. Im Buch heiße der Verwaltungschef des schönen Städtchens Tecklenburg, Stefan Streit , mit Nachnamen „Zwist“, erzählt der Autor und grinst. Aber Gustav Echelmeyer , der jetzt gerade unter seinem Echtnamen über sein Buch mit großem Vergnügen spricht, erzählt nicht nur einfach von einem Mord. Seine auf 200 Seiten geschilderten Handlungen umfassen mehrere Jahrzehnte. 1968 fängt alles an.

Es geht um Bruchstücke, um Episoden, um geschichtliche Ereignisse – regional und überregional. Da trifft der Leser plötzlich auf eine Studentengruppe vom Sozialdemokratischen Hochschulbund in Bonn, damals noch Bundeshauptstadt, die eine FDJ-Gruppe in Leipzig besuchen soll, damals noch in der DDR. Es war die Zeit, in der die Sozialdemokraten Willy Brand und Egon Bahr die Ostverträge aushandelten. Die Gruppe sollte astreine Visa für die DDR bekommen. Die kamen indes zu spät, die langhaarigen Jungs durften trotzdem in die DDR einreisen, hatten aber Schwierigkeiten wieder bundesrepublikanischen Boden zu betreten.

Echelmeyer lacht als er das erzählt, seine Augen leuchten – Indiz dafür, dass er hier in seinem Buch etwas Biografisches verarbeitet hat? Vielleicht.

Auch die Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg – „die verliefen damals völlig friedlich“, erzählt Echelmeyer – werden in „Bruchstück“ thematisiert.

Bildungsreformen – klar, der Autor war Lehrer –, spielen in „Bruchstück“ eine Rolle. Es geht um Depressionen, Trunksucht, Spionage – und eben um einen Mord in einem aufgelassenen Steinbruch. Da ist sie wieder, die Regionalität.

„Das Buch hat zwei Ebenen“, sagt Henrik Kunke-Möhlen alias Gustav Echelmeyer. Regional ist es allemal, auch wenn die große weite Welt und die große Politik nicht fehlen.

Das Buch gibt es nur als E-Book beispielsweise bei amazon. Ein dreiviertel Jahr, verrät Gustav Echelmeyer, habe er daran gearbeitet. Ein weiteres Buch hat er bereits in Arbeit.

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