Konzert erinnert an den Dichter Jochen Klepper
Sprachgewaltig und unvergessen

Lengerich -

Der Trägerverein der Bodelschwingh-Kirche hatte am Samstagabend zu einem musikalisch-literarischen Abend zur Erinnerung an den Dichter Jochen Klepper eingeladen. „81 Jahre nachdem in Deutschland die Synagogen brannten, wiederholt sich die Geschichte“, daran erinnerte Johannes Helweg-Löllmann vom Trägerverein in seiner Begrüßung.

Montag, 11.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 16:02 Uhr
Esther-Sophia Kantor, Ulrike Lausberg und Stefanie Bloch (von rechts) spielten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Günter Bergmann. Für das Publikum in der Bodelschwinghkirche war das Konzert ein besonderes Erlebnis.
Esther-Sophia Kantor, Ulrike Lausberg und Stefanie Bloch (von rechts) spielten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Günter Bergmann. Für das Publikum in der Bodelschwinghkirche war das Konzert ein besonderes Erlebnis. Foto: Gernot Gierschner

Der Trägerverein der Bodelschwingh-Kirche hatte am Samstagabend zu einem musikalisch-literarischen Abend zur Erinnerung an den Dichter Jochen Klepper eingeladen. „81 Jahre nachdem in Deutschland die Synagogen brannten, wiederholt sich die Geschichte“, daran erinnerte Johannes Helweg-Löllmann vom Trägerverein in seiner Begrüßung. Er ermahnte, achtsam zu sein in einer Zeit, in der Politiker wieder geschützt werden müssen, sogar von rechten Terroristen ermordet werden.

Der Abend war einem der sprachgewaltigsten Liederdichter des 20. Jahrhunderts gewidmet, dessen Kirchenlieder wichtiger Bestandteil der kirchlichen Musik geworden sind. Wie zum Beispiel den Stücken: „Er weckt mich alle Morgen‟ und „Die Nacht ist vorgedrungen‟. Jochen Klepper, seine jüdische Frau Hanni und deren Tochter Reni starben im Dezember 1942 nach schweren Jahren unter der Nazi-Herrschaft kurz vor ihrer Deportation den Freitod.

Neben sechs Liedern aus dem Schaffen von Jochen Klepper spielten die Musikerinnen Esther-Sophia Kantor (Sopran und böhmische Harfe), Ulrike Lausberg (Orgel) und Stefanie Bloch (Oboe) unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Günter Bergmann. Den Abschluss des Liederzyklus bildete der Text „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, von Dietrich Bonhoeffer, den er kurz vor seiner Ermordung 1944 geschrieben hatte.

Ergänzt wurde das Programm durch die Lesung von literarischen Texten und Auszügen aus dem Lebenslauf von Hanni und Jochen Klepper, vorgetragen von Synodalassessor Jörg Oberbeckmann.

Musikalisch bot der Abend ein außergewöhnliches Spektrum, so gab es neben den Kirchenliedern auch Lied-Bearbeitungen, jiddischen Gesang und Klezmer-Musik. Besonders das „Di sun wet arunter gejn untern barg“ (jiddisches Lied) von Esther-Sophia Kantor mit böhmischer Harfe und Gesang vorgetragene Stück erzeugte eine melancholische Stimmung.

Zum Abschluss hatte der Trägerverein die Gäste noch zu Austausch und Beisammensein eingeladen.

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