Karl-Barth-Ausstellung eröffnet
Seine Arbeit wirkte bis nach Hohne

Lengerich -

„Glaubensheiterkeit – Erfahrungen und Begegnungen mit Karl Barth“, unter diesem Motto steht eine Wanderausstellung der evangelischen Kirche, die das Jahr 2019 zum Karl-Barth-Jahr erklärt hat .Für die einen ist der 1886 in Basel geborene Theologe „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“, für andere ein Häretiker, ein Ketzer, der die Mächtigen Zeit seines Lebens provozierte.“

Montag, 11.11.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 17:14 Uhr
An 14 Stellwänden wird Leben und Werk von Karl Barth präsentiert.
An 14 Stellwänden wird Leben und Werk von Karl Barth präsentiert. Foto: Gernot Gierschner

In der Hohner Kirche können sich Besucher nun bis Sonntag, 17. November, ein Bild von diesem Mann und seinem Wirken machen.

Als einer der wenigen Theologen bezog Barth klar und deutlich Stellung gegen das Naziregime und wurde zu einer der stärksten Stimmen im Widerstand gegen die Nazis. 1934 verfasste er maßgeblich die Barmer Theologische Erklärung und begründete die Bekennende Kirche mit. Er wandte sich immer wieder gegen die politische Instrumentalisierung der Kirche, beginnend im Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Nach dem Zweiten Weltkrieg – inzwischen so etwas wie ein Star unter den Theologen – ließ sich Karl Barth weder vom kapitalistischen Westen noch vom kommunistischen Osten einspannen und wurde dafür immer wieder angegriffen und diffamiert.

Die Ausstellungseröffnung begann am Sonntag mit Volksmusik aus Namibia. Die Mitglieder der Gruppe „Proud Namibiers“, die gerade in Lengerich zu Gast sind, sangen und tanzten heiter und beschwingt. Pfarrer Harald Klöpper stellte in einem ausführlichen Vortrag immer wieder interessante Bezüge zwischen dem Lebenslauf und Werk Barths und seinem Einfluss auf die lokale kirchliche Entwicklung in Lengerich – besonders in Hohne heraus. Er zeigte verblüffende Parallelen auf, seien es die vaterländisch gesinnten Geistlichen ab 1914 oder aber die örtlichen Pfarrer, die sich offenbar früh (1934) zur „bekennenden Kirche“ bekannten.

Dass Harald Klöpper als begeisterter Historiker unermüdlich Geschichten ausgräbt und durch seine Erzählung lebendig werden lassen kann, weiß man spätestens seit seiner Vortragsreihe zur Hohner Geschichte. So verwundert es nicht, dass er auch dieses Mal wieder ein paar Schätze im Kirchenarchiv entdeckt hat, die in die Ausstellung Eingang gefunden haben.

Das Leben und Werk Karl Barths ist auf 14 Stellwänden, unterteilt in einen theologischen und einen biografischen Teil, dargestellt. Im Rahmen der Ausstellung gibt es weitere Veranstaltungen, wie am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr das „Kirchenkino“ mit dem Film „Der fröhliche Partisan Gottes“.

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