Radverkehrskonzept des Kreises: 14 Maßnahmen in Lengerich
Zwei Straßen im Fokus

Lengerich -

Auf rund 6,9 Millionen Euro taxiert der Kreis in seinem Radverkehrskonzept die Kosten für die darin vorgeschlagenen Maßnahmen für Lengerich. Schwerpunkte sind Ladberger und Tecklenburger Straße. Nicht hoch wird der Handlungsbedarf an der Osnabrücker Straße eingeordnet.

Samstag, 16.11.2019, 07:42 Uhr aktualisiert: 16.11.2019, 07:50 Uhr
Der Weg entlang der TWE-Strecke ist ideal, um die Stadt mit dem Rad zu durchqueren. Außerorts sieht es nicht überall so gut aus.
Der Weg entlang der TWE-Strecke ist ideal, um die Stadt mit dem Rad zu durchqueren. Außerorts sieht es nicht überall so gut aus. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es läppert sich, was da vom Kreis Steinfurt an Posten für Lengerich zusammengetragen worden ist. 14 Maßnahmen sieht das jüngst vorgestellte Radverkehrskonzept für die Stadt vor. Die Kosten für die Umsetzung aller aufgeführten Vorschläge schätzen die Macher auf 6,92 Millionen Euro. Ob, wann und wo etwas realisiert wird, steht noch in den Sternen. Darüber werde schlussendlich die Politik zu entscheiden haben, sagt Udo Schneiders vom Umwelt- und Planungsamt des Kreises.

Er hat offenbar durchaus die Hoffnung, dass die ambitionierten Pläne nicht einfach in der Schublade verschwinden. Jüngst habe NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst bei einer CDU-Tagung verlauten lassen, dass der Bund bereit sei, deutlich mehr Geld für den Radwegebau bereitzustellen. „Was davon am Ende im Kreis ankommt, weiß man natürlich nicht“, will Schneiders aber auch nicht zu viel Optimismus versprühen.

Eingeteilt sind die im Radwegekonzept aufgeführten Maßnahmen in zwei Kategorien: Zehn der Lengericher betreffen das „Hauptnetz“. Darunter werden die wichtigsten und meistgenutzten Verbindungen „zwischen den Siedlungs- und Arbeitsplatzschwerpunkten“ sowie wichtige Knotenpunkte verstanden. Die anderen vier werden dem „Nebennetz“ zugeordnet, somit in ihrer Bedeutung nicht so hoch eingeordnet.

Zudem gibt es eine Punktesystem, das in einer Einteilung in die Prioritätenstufen „hoch“, „mittel“ und „niedrig“ mündet. Einbezogen werden in dieses Wertungssystem zum Beispiel Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung oder die Bedeutung für das Gesamtradwegenetz.

In die Stufe „hoch“ fallen in Lengerich sieben der zehn Hauptnetz-Maßnahmen. Sechs lassen sich zusammenfassen, da sie allesamt die Ladberger Straße betreffen. So wird vorgeschlagen. von der Ortsgrenze zu Ladbergen bis zum Kreisverkehr Bodelschwinghstraße/In den Rietbroken auf rund 5,5 Kilometer Länge einen drei Meter breiten Fuß- und Radweg zu bauen. Begründet wird das mit dem hohen Verkehrsaufkommen (6200 Kfz/Tag) und damit, dass es sich auch um eine Schulwegroute handelt (Stadtfeldmark). Zudem prognostiziert das Konzept, dass es sich „um eine Verbindung mit besonders hohem, rechnerischen Radverkehrspotenzial“ handelt. Komplettiert wird das Ladberger-Straße-Paket mit Markierungsarbeiten am Kreisverkehr, baulichen Veränderungen an der Südring-Kreuzung, einer Verbreiterung des Rad- und Fußwegs auf dem Abschnitt vom Kreisverkehr bis zur Kreuzung Ringeler Straße und Markierungsarbeiten an eben dieser Kreuzung. Die Kosten für all das werden mit etwa 2,56 Millionen Euro veranschlagt.

Zweiter Schwerpunkt im Radverkehrskonzept in Lengerich ist die Tecklenburger Straße. Am teuersten käme mit knapp 590 000 Euro der Bau eines drei Meter breiten und 1,4 Kilometer langen Fuß- und Radwegs von der Grenze zu Tecklenburg bis zur Einmündung Sundermanns Knapp (Prioritätsstufe „hoch“). Auf dieser Neben- und Abkürzungsstrecke sieht das Konzept dann Randmarkierungen vor (7400 Euro), bevor es zurück auf die Tecklenburger Straße geht, wo auf dem 690-Meter-Teilstück bis zur Einmündung Feldstraße noch einmal in den Bau eines drei Meter breiten Fuß- und Radwegs investiert (65 500 Euro) und die Querungshilfe am Ortseingang vergrößert werden soll (20 000 Euro).

Zu den Maßnahmen, die es nur ins „Nebennetz“ eingeordnet worden sind, gehört der Bau eines Radweges entlang der Osnabrücker Straße. Der würde vom Ortseingang bis zur niedersächsischen Landesgrenze knapp 2,7 Kilometer lang sein und fast 940 000 Euro kosten.

Fast drei Mal so teuer zu Buche schlüge mit 2,71 Millionen Euro der Bau eines Radweges entlang der K2. Dabei geht es um ein Projekt, das seinen Anfang auf dem Aldruper Damm an der Kreuzung Wüstenei nehmen würde und dann über den Saerbecker Damm bis zur Ortsgrenze Tecklenburg weit im Westen reicht. Beide Maßnahmen werden mit der Prioriätsstufe „mittel“ versehen. Komplettiert wird die Lengerich-Liste durch zwei kleine Maßnahme auf der Iburger Straße nahe des Sportplatzes in Hohne.

Aktuell wird das Radverkehrskonzept des Kreises in vielen Kommunen vorgestellt. Passiert es die Gremien des Kreistages, wird es früher oder später zu Gesprächen mit den Straßenbauträgern kommen müssen. Die sind grundsätzlich für die Umsetzung und auch Finanzierung von Baumaßnahmen verantwortlich. Dann geht es um die wichtigste Frage. Udo Schneiders formuliert sie so: „Wie kriegen wir es umgesetzt?“

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