Prozess wegen Bandendiebstahls
Angeklagter muss für über zwei Jahre in Haft

Rheine/Lengerich -

Weil er in Lengerich und anderen Orten zusammen mit zwei Mittätern Einbrüche begangen hat, muss ein 50-jähriger Niederländer für über zwei Jahre ins Gefängnis. Dazu verurteilte den Mann das Schöffengericht Rheine.

Sonntag, 17.11.2019, 15:45 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 17:18 Uhr
 
  Foto: dpa

Wegen Bandendiebstahls und schweren Diebstahls hat das Schöffengericht in Rheine einen 50-jährigen Mann aus den Niederlanden zu zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Es ging dabei um Taten, die sich zwischen dem 24. Januar und dem 12. Februar ereignet haben. Ein Tatort war Lengerich.

Das Gericht folgte mit dem verhängten Strafmaß dem Antrag des Staatsanwaltes. Der hatte zwar drei Jahre beantragt, aber nicht gewusst, dass der Angeklagte bereits wegen einer Straftat in Haft ist.

Bis zuletzt bestritt der Niederländer vehement die Einbrüche in Bäckereien und einen Diebstahl in Steinfurt, wo er und ein Komplize auf einem Supermarkt-Parkplatz mit elf leeren Gasflaschen im Auto von der Polizei kontrolliert wurden. Er behauptete, dass er dort „nur“ Kokain habe kaufen wollen. „Aber mit den Einbrüchen und dem Diebstahl der Flaschen habe ich nichts zu tun“. Das widerlegten jedoch seine Komplizen, deren Taten wegen der größeren Zahl am Landgericht Münster verhandelt und inzwischen rechtskräftig verurteilt wurden. Sie sitzen nun vier beziehungsweise fast fünf Jahren im Gefängnis und wurden während des Verfahrens aus der Haft als Zeugen vorgeführt. Beide bestätigten die Mittäterschaft des Angeklagten. „Wir haben größtenteils nur Schmiere gestanden, er ist reingegangen“, sagten sie.

Der Angeklagte verwies darauf, dass er mit einem der beiden Zeugen, einem 32-Jährigen, nach dessen Verurteilung gesprochen habe. „Der hat sich bei mir entschuldigt, dass er ausgepackt hat. Er hätte das tun müssen“. Darin sah der 50-Jährige den Beweis, dass es sich um eine Falschaussage handelte. Deshalb wurde der 32-Jährige nun noch einmal gehört. An der Beweislage änderte das jedoch nichts. Weder der Staatsanwalt noch das Gericht sahen in der Aussage eine Tendenz, den 50-Jährigen ungerechtfertigt zu belasten.

Zum Motiv der Männer hatte die Beweisaufnahme ergeben, dass sie sich in einer Spielothek kennengelernt hatten. Weil ihnen das Geld fürs Spielen und für Kokain fehlte, seien sie auf die Idee mit den Einbrüchen gekommen. Bäckereien schienen ihnen als Ziel am einfachsten und sichersten.

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