Wiederholungstäter
Haftstrafe für Lengericher wegen räuberischer Erpressung

Lengerich/Ibbenbüren -

Ein 39-jähriger Lengericher ist vom Schöffengericht Ibbenbüren zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Mann, der alkoholabhängig und drogensüchtig ist, hatte sowohl eine räuberische Erpressung als auch einen Fall von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gestanden.

Mittwoch, 20.11.2019, 12:40 Uhr
 
  Foto: dpa

Ein Jahr und fünf Monate ohne Bewährung lautet das Urteil im Prozess gegen einen vorbestraften Mann aus Lengerich vor dem Schöffengericht in Ibbenbüren. Die Staatsanwaltschaft warf dem 39-Jährigen neben einer räuberischen Erpressung auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit Tateinheit der vorsätzlichen Körperverletzung vor.

Im Oktober 2018 soll der alkoholkranke und drogensüchtige Mann einem Autofahrer auf dem Parkplatz hinter dem Feuerwehrhaus aufgelauert, ihn beschimpft und als dieser in seinen Wagen steigen wollte unter Gewaltandrohung um Geld erpresst haben. Das junge Opfer händigte dem Täter 530 Euro Bargeld aus und konnte anschließend fliehen. Die alarmierte Polizei schnappte den Täter kurz darauf. Gut einen Monat später, bei einer weiteren Festnahme an gleicher Stelle, wehrte sich der Beschuldigte so heftig, dass ein Beamter dabei Verletzungen erlitt.

Über zehn Jahre Delikte

Beide Taten wurden nun in einem Gerichtsverfahren verhandelt. Der Angeklagte, der zur Zeit eine weitere Haftstrafe absitzt, räumte die Taten ein und entschuldigte sich bei dem Opfer. Sein eigenes Leben schilderte er als einen Teufelskreis aus Drogen, Entzug und wieder Drogen.

Dass dabei die Drogenbeschaffung ständig einherging mit kriminellen Handlungen, wurde bei der Verlesung des Strafregisters deutlich: über zehn Delikte vom Diebstahl über Einbruch bis zu Körperverletzungen allein in den vergangenen zehn Jahren. Der Richter bescheinigte dem Angeklagten: „Sie haben fast mehr Gerichtserfahrung als ich.“

Vorsätzlicher Angriff auf Polizisten

Ein Gutachter attestierte dem Angeklagten eine „Mehrfachabhängigkeit“ und damit in beiden Fällen eine verminderte Schuldfähigkeit durch erheblichen Drogen- und Alkoholkonsum. „Die Weigerung des Mannes, sich einer weiteren Drogentherapie zu unterziehen, ist verständlich, aber verschlechtere die Sozialprognose“, konstatierte der Experte. Nach Aussage des Angeklagten klappt es mit der Therapie „besser im Knast“, wo er sich nach Meinung des Gutachters relativ gut entwickelt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer ein Jahr und neun Monate gefordert, mit der Begründung, dass die Allgemeinheit vor dem 39-Jährigen geschützt werden müsse, solange die Ursachen (Drogensucht) nicht beseitigt seien. Außerdem sei der Angriff auf den Polizisten vorsätzlich geschehen. Dem folgte das Gericht, setzte die Strafe aber auf ein Jahr und fünf Monate ohne Bewährung fest. Dem Angeklagten bleibt die Möglichkeit, in Berufung zu gehen.

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