Hohe Personalfluktuation im Kreiskirchenamt
Jeder Zweite will nicht nach Münster

Lengerich -

Im Sommer kommenden Jahres soll die gemeinsame Verwaltung der Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster in der Universitätsstadt ihre Arbeit aufnehmen. Viele der in Lengerich tätigen Mitarbeiter werden den Wechsel nicht mitmachen.

Mittwoch, 27.11.2019, 12:39 Uhr
Jutta Runden ist Leiterin der Gesamtverwaltung des Verbandes der drei evangelischen Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster.
Jutta Runden ist Leiterin der Gesamtverwaltung des Verbandes der drei evangelischen Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster. Foto: Michael Baar

Wenn im Sommer 2020 die gemeinsame Verwaltungsstelle der evangelischen Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Münster in der Provinzialhauptstadt ihre Arbeit aufnimmt, werden längst nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreiskirchenamts in Lengerich nach Münster wechseln.

22 Frauen und Männer sind in der Verwaltung des heimischen Kirchenkreises beschäftigt. Die Hälfte von ihnen wird keinen Schreibtisch im Neubau in der Nähe des Coesfelder Kreuzes in Münster beziehen. Die Personalfluktuation hält an, stellte Marlies Beckemeyer , Verwaltungsleiterin des Kirchenkreises, bei der Synode am Montag in Lengerich fest.

Dabei haben alle 22 Beschäftigten das Angebot erhalten, in der neuen zentralen Verwaltung in Münster einen Arbeitsplatz zu erhalten. Das betont Christine Fernkorn auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Nicht nur das. Einen Dauerparkplatz am Gebäude für die ersten Jahre, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit der Tele-Arbeit nennt die Pressesprecherin des Kirchenkreises als weitere Goodies, die den Mitarbeitenden angeboten worden seien.

Doch der Weg zur Arbeit in Münster scheint einigen Beschäftigten zu weit gewesen zu sein. „Wer bislang mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Kreiskirchenamt in Lengerich gekommen ist, überlegt es sich gut, ob sich der deutlich längere Weg, eventuell verbunden mit dem Kauf eines Autos, rechnet“, hat sie volles Verständnis für die Entscheidung jedes Einzelnen.

Nicht alle, die dem Kreiskirchenamt den Rücken zugekehrt haben, haben gekündigt. „Ein Teil der Mitarbeitenden ist in den Ruhestand gegangen“, verweist sie auf einen erheblichen Anteil an Beschäftigten, die seit vielen Jahren oder Jahrzehnten im Kreiskirchenamt tätigt waren. Von denen, die ihren Arbeitsplatz aufgegeben haben, sei ein erhebliche Teil in andere Verwaltungen gewechselt, ergänzt die Pressesprecherin.

In den beiden anderen Kirchenkreisen, die mit den Tecklenburgern eine Verwaltungseinheit bilden werden, bietet sich ein ganz anderes Bild. Im Kirchenkreis Münster hat es bislang keinen Wechsel gegeben mit Blick auf die neue Verwaltungseinheit in der Stadt. Was sicherlich auch – das darf vermutet werden – am kaum veränderten Weg zur Arbeit liegt.

Auch im evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken mit Sitz in Burgsteinfurt wird die Veränderung vom Personal offenbar mit Gelassenheit beobachtet. Lediglich zwei Kündigungen habe es gegeben, berichtet Jutta Runden. Sie ist Leiterin der Gesamtverwaltung der drei Kirchenkreise. Im September nächsten Jahres, so die Planung, soll der Verwaltungsneubau in Münster bezogen werden.

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