Dyckerhoff beantragt längere Steinbruch-Nutzung
Abbaufrist bis 2027 soll fallen

Lengerich -

Vor 20 Jahren bekam Dyckerhoff die Genehmigung, in den Steinbrüchen Höste und Hohne bis 2027 abbauen zu dürfen. Inzwischen ist klar, dass die Vorräte dort länger reichen, als seinerzeit gedacht. Deshalb will das Unternehmen dort nun über 2027 hinaus arbeiten dürfen.

Donnerstag, 28.11.2019, 05:33 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 05:40 Uhr
In den blau unterlegten Bereichen ist die Abgrabung laut Genehmigungsbescheid von 1999 bis Februar 2027 gestattet. Die Firma Dyckerhoff strebt jetzt an, diese Befristung aufzuheben.
In den blau unterlegten Bereichen ist die Abgrabung laut Genehmigungsbescheid von 1999 bis Februar 2027 gestattet. Die Firma Dyckerhoff strebt jetzt an, diese Befristung aufzuheben. Foto: Dyckerhoff

Vor 20 Jahren sah die Welt noch anders aus. Im Jahr 1999 wurde der Firma Dyckerhoff Genehmigungen für Abbauflächen bis 2027 in den Steinbrüchen Hohne und Höste erteilt. Was damals keiner geahnt hat: In dem genehmigten Bereich reichen die Vorräte länger als gedacht. Deshalb hat das Unternehmen jetzt einen Antrag auf Entfristung der Genehmigung für die beiden Steinbruchflächen auf den Weg gebracht.

Warum der Kalkstein länger reicht, als vor 20 Jahren kalkuliert, hat Steffi Fischer schnell erklärt. „Wir nutzen das Rohmaterial effizienter. Zudem ist vor elf Jahren die Kalkproduktion in Lengerich eingestellt worden“, so die für Umwelt und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Dyckerhoff-Mitarbeiterin auf Nachfrage der WN . Dass die Firma die noch nicht genutzten Rohstoffmengen wirtschaftlich verwerten will, verwundert da nicht.

Doch Dyckerhoff führt auch ökologische Gründe für die Genehmigung einer unbefristeten Abgrabung in den beiden Steinbrüchen ins Feld und verweist auf den Landesentwicklungsplan NRW. Dort steht im Grundsatz 9.1-3, „. . . nach Möglichkeit sollen eine flächensparende und vollständige Gewinnung eines Rohstoffes und eine gebündelte Gewinner aller Rohstoffe einer Lagerstätte erfolgen . . .“

Allerdings, auch darauf weist Steffi Fischer hin, sei im Zuge des Regionalplan-Verfahrens eine Flächenausdehnung im Steinbruch Hohne nicht genehmigt worden. Das Unternehmen hofft, dass der am 14. November eingereichte Antrag auf eine unbefristete Genehmigung bis zum Jahresende von der Bezirksregierung als vollständig anerkannt wird. „Dann könnte Anfang 2020 bereits die öffentliche Auslegung erfolgen“, erläutert sie.

Eine unbefristete Genehmigung würde in einem anderen Punkt für etwas Entlastung sorgen: Der Kalkstein im Höster Steinbruch wird, unter anderem wegen seines höheren Karbonat-Anteils, für die Produktion von Tiefbohrzement verwertet. Aus dem Kalkstein im Hohner Steinbruch wird Grauzement gebrannt. Die Crux für Dyckerhoff: Eine reine Tiefbohrzement-Produktion in Lengerich ist nicht wirtschaftlich. Das ist schon bei den Diskussionen im Rahmen der Regionalplanverlängerung deutlich geworden.

„Den Höster Kalkstein können wir für die Grauzement-Produktion nutzen. Umgekehrt geht das leider nicht“, erläutert Steffi Fischer. Dass, wie im Regionalplanverfahren dargelegt, im Steinbruch Höste noch Material für 90 Jahre lagert – diese Rechnung muss revidiert werden, weil dieser Kalkstein in die Grauzement-Produktion einfließt. Alternativen zum Kalkstein aus dem Hohner Bruch gibt es nicht. „Jedenfalls nicht zu wirtschaftlichen Konditionen, wie sich im Zuge der Regionalplan-Diskussion herausgestellt hat“, stellt die Öffentlichkeitsarbeiterin fest.

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