Aufruf der Tafel in den WN hat Erfolg
Neue Helfer sind voll des Lobes

Lengerich -

Vor einigen Wochen hat die Lengericher Tafel Verstärkung bekommen. Zuvor war in den WN ein entsprechender Aufruf der Vorsitzenden Renate Volkwein erschienen. Unter anderem sind nun fünf motivierte Herren dabei, die als Fahrer tätig sind – und ihre Tätigkeit in höchsten Tönen loben.

Freitag, 29.11.2019, 05:10 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 05:20 Uhr
Sie sind überzeugt von dem, was sie tun, und haben Spaß daran: Klaus Kötterheinrich, Günther Gerversmann, Werner Lubert, Dirk Plate und Günter Ratz (von links) arbeiten seit September/Oktober ehrenamtlich für die Tafel.
Sie sind überzeugt von dem, was sie tun, und haben Spaß daran: Klaus Kötterheinrich, Günther Gerversmann, Werner Lubert, Dirk Plate und Günter Ratz (von links) arbeiten seit September/Oktober ehrenamtlich für die Tafel. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es scheint, als hätten da gleich mehrere Deckel den passenden Topf gefunden: Ende August berichtete Renate Volkwein den Westfälischen Nachrichten , dass es der Lengericher Tafel an Helfern mangelt. Vor allem Fahrer für die Touren zu den verschiedenen Lebensmittelspendern suchte die Vorsitzende des Vereins. Der Artikel in den WN hatte Erfolg: Eine Reihe von potenziellen neuen Unterstützern meldete sich, darunter fünf Männer, die seit September/Oktober für die Tafel auf Achse sind. Fragt man das Quintett, wie das Engagement für die gute Sache gefällt, gibt es als Antwort durchweg ein fast überbordend positives Echo.

Da wären zum Beispiel Günter Ratz und Dirk Plate. Sie erzählen, dass sie viele Jahre ehrenamtlich aktiv gewesen seien. Plate zuletzt unter anderem in der Flüchtlingshilfe, Ratz lange beim Jugendrotkreuz . Nun hätten sie etwas Neues gesucht, da kam die Tafel offenbar gerade recht.

Ratz geht es dabei wie dem Ladberger Günther Gerversmann: Beide sind vor Kurzem in den Ruhestand gegangen. Die damit gewonnene Zeit soll zumindest zum Teil mit etwas gefüllt werden, das einen gesamtgesellschaftlichen Wert hat. Dass sie dabei wie die anderen Herren in der Runde auch selbst profitieren – in Form von neuen Einblicken und Erkenntnissen –, ist ein Nebeneffekt, der dazu beiträgt, dass die Arbeit ihnen so viel Spaß macht.

Schnell fallen während des Gespräches Begriffe wie „Lebensmittelverschwendung“ und „Wegwerfgesellschaft“. Für keinen der fünf Männer ist das ein unbekanntes Thema. Doch wenn sie nun ein oder zwei Mal pro Woche jeweils für etwa einen halben Tag unterwegs sind, um von Supermärkten Ware abzuholen, die dort nicht mehr in den Verkauf geht, bekommen sie einen Eindruck davon, wie Konsum in Deutschland funktioniert. Das regt anscheinend zum Nachdenken an und lässt zugleich die Aufgabe bei der Tafel umso wichtiger und richtiger erscheinen.

Renate Volkwein spricht von einem „Glücksgriff“, den die Tafel mit der personellen Verstärkung gemacht habe. Lob, das direkt zurückkommt. Es sei „toll“, wie das gesamte Team Hand in Hand arbeite, betonen beispielsweise Klaus Kötterheinrich und Werner Lubert, die Neulinge vier und fünf. Und es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Mitarbeiter der Supermärkte, wo Ware für den Lengericher Verein bereitgestellt wird, durch die Bank sehr freundlich seien. Dirk Plate erzählt, dass er vor Kurzem bei einem Stopp sogar einen Kaffee bekommen habe.

Dabei sei das Ver- und Entladen durchaus mit körperlicher Arbeit verbunden, haben die Männer, die allesamt nicht zur jungen Generation gehören, längst festgestellt. Doch die Mühen lohnen sich, sagen sie.

Zwei aus der Runde haben, bevor sie richtig ins Fahrergeschäft einstiegen, eigens einen Tag damit verbracht, alle Abläufe bei der Tafel bis zur Ausgabe der Ware an die Kundschaft kennenzulernen. Die „Hochachtung“ vor jenen, die schon lange dabei sind, sei da noch einmal gestiegen, konstatieren sie.

Ob es ein eher kurzes Intermezzo bei der Tafel bleibt oder ein Dauereinsatz wird? Die Antwort der fünf Männer überrascht nicht: „Wenn die Gesundheit es zulässt, wollen wir möglichst lange dabei bleiben.“

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