Zwei Chöre machen gemeinsame Sache
Sänger mit neuem Schwung

Lengerich/Lienen -

Während des Vorgesprächs ist Paul Dammrose sichtlich beeindruckt. Seit 46 Jahren sei er Mitglied im MGV Höste, erzählt Jürgen Lehmkühler. Da nehmen sich die zwölf Jahre, die Dammrose beim Männergesangsverein Antrup dabei ist, eher bescheiden aus. Die beiden Chöre pflegen seit zwei Jahren eine Kooperation.

Sonntag, 01.12.2019, 08:27 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 08:40 Uhr
Als ein sehr gutes Miteinander beschreiben die beiden Vorsitzenden Jürgen Lehmkühler (links) und Paul Dammrose die vor zwei Jahren vollzogene Kooperation von MGV Höste und MGV Antrup.
Als ein sehr gutes Miteinander beschreiben die beiden Vorsitzenden Jürgen Lehmkühler (links) und Paul Dammrose die vor zwei Jahren vollzogene Kooperation von MGV Höste und MGV Antrup. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Eingefädelt wurde die nicht zuletzt von den beiden Vorsitzenden, die im Interview mit WN-Redakteur Paul Meyer zu Brickwedde erzählen, warum es zu dieser Entscheidung kam, warum es aus ihrer Sicht genau der richtige Schritt war und was die beiden Vereine nun gemeinsam Großes planen.

Seit Jahren kooperieren der MGV Höste und der MGV Antrup. Wie fällt ihre Zwischenbilanz aus?

Paul Dammrose: Für den MGV Antrup kann ich nur sagen: positiv. Es macht allen sehr viel Spaß.

Jürgen Lehmkühler: In Höste ist es genau so. Wir sind alle mit Elan dabei. Man merkt richtig, wie bei uns neuer Schwung reingekommen ist.

Warum ist man den Schritt 2017 überhaupt gegangen?

Dammrose: Gemacht deswegen, weil wir Antruper nur noch recht wenige aktive Sänger hatten – aktuell sind es 18. Überwiegend sind die recht jung, die Älteren sind uns weggebrochen. Da stellte sich die Frage: Hören wir auf oder machen wir weiter? Und weil sich die beiden Chöre schon gut kannten und auch schon zusammen aufgetreten sind, war die Idee der Kooperation naheliegend.

Lehmkühler: Wir sind mehr, derzeit 32, aber bei uns gab es einen starken Überalterungsprozess. Was uns sicher in die Hände spielte: Wir haben mit Klaus-Wilhelm Görtz den selben Chorleiter. Das machte die Umstellung leichter, auch wenn es beim Liedgut nicht allzu große, aber doch ein paar Unterschiede gab.

Sie haben sicher erst im kleinen Kreis, in den Vorständen beraten. Wie haben die Mitglieder reagiert, als die Entscheidung anstand?

Lehmkühler: Ich habe während der Jahreshauptversammlung in Höste zunächst erklärt, dass der Vorschlag aus Antrup an uns herangetragen worden war und was es damit auf sich hatte. Wir haben dann ganz offen darüber gesprochen und mit Handzeichen geklärt, wer dafür ist. Es gab eine 100-prozentige Zustimmung. Da war ich, ganz ehrlich, total erstaunt und positiv überrascht.

Dammrose: Auch bei uns ist es während der Jahreshauptversammlung zur Abstimmung gekommen und auch unsere Sänger haben ganz klar gesagt: Ja, wir wollen weitermachen, weil sonst eine Gemeinschaft mit langer Geschichte einfach auseinanderbricht.

Also stand der MGV Antrup vor der Entscheidung: Kooperation oder Aus?

Dammrose: Ja. Wir saßen bei den Proben teilweise nur noch mit acht oder zehn Leuten. Das machte keinen Spaß mehr. Ich habe als Vorsitzender dann deutlich gesagt, dass für mich die Option war, neue Wege zu beschreiten und nicht, Schluss zu machen.

Was bedeutet Kooperation im Alttag?

Lehmkühler: Jeder Verein existiert für sich weiter, wie vorher auch. Aber seit Januar 2018 proben wir nur noch gemeinsam und treten auch nur noch gemeinsam auf.

Kann aus der Kooperation irgendwann einmal eine Fusion werden?

Dammrose: Stand heute: nein. Wir wollen als MGV Antrup unsere Tradition aufrechterhalten. Aber ich weiß natürlich auch nicht, was nach meiner Zeit kommt.

Lehmkühler: Für uns bedeutet die Kooperation die Chance auf Verjüngung und sie gibt uns die Möglichkeit, zukunftsorientiert zu denken. Was später einmal daraus wird, das vermag ich im Moment nicht zu sagen.

Dammrose: Was man da noch hinzufügen sollte, ist, dass wir neue Sänger hinzubekommen haben, Antrup und auch Höste. Alt und Jung passen bei uns wirklich gut zusammen. Der Chorleiter hat das schnell angepackt und uns angeschubst.

Nun planen sie etwas Besonderes. Was genau?

Lehmkühler: Am 19. März kommenden Jahres wird es ein großes Konzert in der Gempt-Halle geben unter Mitwirkung der „6 Zylinder“. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit dem Sommer. Wir starten jetzt während des Krippenmarktes mit dem Vorverkauf. Karten gibt es am Stand des Trägervereins der Bodelschwingh-Kirche.

Wie kam der Kontakt zu einer solch prominenten A-capella-Formation zustande?

Dammrose: Wir hatten ein Stimmbildungsseminar mit Winne Voget von den „6 Zylindern“. Und dann war ich mit meiner Frau im vergangenen Jahr bei einem Konzert der „6 Zylinder“. Da ist die Idee nach einem Gespräch mit Winne Voget gewachsen. Dann haben wir im Chor darüber gesprochen und sind nun Veranstalter des Konzertes.

Was erwartet die Leute?

Dammrose: Ein reichhaltiges Programm. Wir haben unter dem Motto „Guck mal“ Altes und Neues gemischt. Es wird englischsprachige Lieder wie „I have a dream“ von Abba geben, aber zum Beispiel auch Gesellschaftskritisches.

Lehmkühler: Und zwei Lieder singen wir zusammen mit den „6 Zylinder“. Dafür müssen wir mit denen natürlich demnächst auch gemeinsam proben.

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Die Sänger des MGV Antrup und des MGV Höste treffen sich am Donnerstag, 5. Dezember, um 20 Uhr zu einer Sonderprobe im Probenraum der Gempt-Halle. Zu den Proben, die ansonsten regelmäßig dienstags ab 20 Uhr bei Wittmann in Höste stattfinden, sind Interessierte jederzeit willkommen. Nähere Informationen gibt es bei den bei den beiden Vorsitzenden Paul Dammrose (' 0 54 82/78 60) und Jürgen Lehmkühler (' 0 54 85/ 15 94).

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