Radverkehrskonzept des Kreises
Entwurf mit gravierenden Mängeln

Lengerich -

Erheblichen Nachholbedarf in Sachen Radwegenetz sieht Holger Lange in Lengerich und auch in den Nachbarkommunen. Dem werde das vom Kreis Steinfurt vorgelegte Radwegekonzept nicht gerecht, stellt der Fachdienstleiter Straßenbau im Ausschuss Umwelt und Planung fest.

Samstag, 30.11.2019, 06:41 Uhr aktualisiert: 30.11.2019, 06:50 Uhr
Auf niedersächsischem Gebiet führt ein Radweg von Natrup-Hagen bis zur Stadtgrenze Lengerich.
Auf niedersächsischem Gebiet führt ein Radweg von Natrup-Hagen bis zur Stadtgrenze Lengerich. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die vom Kreis vorgelegte Karte sehe nicht aus wie ein Radwegenetz, „sondern wie eine Kette, die um den Teutoburger Wald gelegt worden ist“.

Gravierendste Mängel aus seiner Sicht: Ein Radwege-Anschluss von Münster über Greven und Lengerich nach Osnabrück fehle komplett, ebenso der Netzschluss von Lengerich über Tecklenburg nach Ibbenbüren. Deshalb werde in der Stellungnahme der Stadt eine klare Priorität genannt: der direkte Anschluss nach Osnabrück, erläutert Holger Lange .

Rückendeckung spürt die Verwaltung zudem durch die große Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Online-Befragung durch den Kreis. Nicht nur aus Lengerich, auch aus Lienen und Ladbergen hätten sich überproportional viele Radfahrer gemeldet und auf fehlende Verbindungen hingewiesen. Was aus Sicht des Fachdienstleiters zusätzlichen Handlungsdruck auslöst, ist die Tatsache, dass in Lengerich, Lienen und Tecklenburg der mit Abstand höchste Anteil an Zweiradfahrern im Kreisgebiet außerorts auf Straßen unterwegs ist, ohne durch bauliche oder markierte Trennung vom motorisierten Verkehr separiert zu werden.

„Wir müssen dem Kreis deutlich machen, wo Lengerich den größten Handlungsbedarf sieht: im Anschluss nach Osnabrück“, stellte Andreas Kuhn fest. Damit kritisierte der SPD-Fraktionsvorsitzende die Einstufung dieser Verbindung im Radwegekonzept des Kreises als „perspektivische Maßnahme“.

Dass – mit Blick auf die steigende Zahl von Fahrrädern mit elektrischer Trethilfe – der Teuto seinen Schrecken verloren hat, daran hat im Ausschuss niemand Zweifel. Doch ein Radweg entlang der Osnabrücker Straße bis Natrup-Hagen? „Links und rechts der Osnabrücker Straße ist FFH-Gebiet“, teilt Wilhelm Möhrke mit. Nach Ansicht des Bürgermeisters ein kaum zu überwindendes Hindernis für einen Radweg parallel zur Osnabrücker Straße vom Ortsausgang bis zur Stadtgrenze. Dort beginnt auf Hagener Gebiet ein Radweg, der bis Osnabrück führt.

Kommentar

Falscher Ansatz

...

Unausgewogen, anders lässt sich der Entwurf des Radverkehrskonzepts des Kreises Steinfurt nicht beschreiben. Die Fahrradfahrer in Lengerich, Lienen und Tecklenburg von der Straße zu holen, wird als nicht wichtig erachtet.

Wer Anreize zum Umstieg aufs Fahrrad setzen, so etwas für den Klimaschutz tun will, muss sich auf wichtige Verkehrsstränge konzentrieren. Dazu gehört fraglos die Osnabrücker Straße. Das Argument, ein Radweg ließe sich wegen der FFH-Gebiete links und rechts nicht verwirklichen, zieht nicht.

Die Umwelt profitiert von einem Radweg mehr als von einem Straßengraben, der in einem Schutzgebiet liegt. Michael Baar

Die Bergstraße sei für die Anlegung eines Radwegs geeigneter, ist Wilhelm Möhrke überzeugt. Ab Leeden könnte dann auf das vorhandene Radwegnetz in Richtung Natrup-Hagen gewechselt werden. Zudem erinnert der Bürgermeister an eines Aussage von Landrat Dr. Klaus Effing: „Der hat vor Jahren gesagt, dass er an jeder Kreisstraße einen Radweg haben will.“ Was sich gut trifft: Die Bergstraße ist eine Kreisstraße . . .

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