Müllgebühren steigen
Windeltonne ist gut gestartet

Lengerich -

Die Resonanz auf die Einführung der Windeltonne ist gut, berichtet Anke Brüning im Umweltausschuss. Nicht so gut: Mit der erhofften Einführung des Kombimodells gelber Sack/gelbe Tonne wird es nichts, so die Fachdienstleiterin. Teurer wird im nächsten Jahr zudem die Entsorgung von Haus- und Biomüll.

Dienstag, 03.12.2019, 06:16 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 06:30 Uhr
144 Familien haben das Angebot der Windeltonne mit reduzierter Abfallgebühr genutzt.
144 Familien haben das Angebot der Windeltonne mit reduzierter Abfallgebühr genutzt. Foto: Colourbox

244 Anträge für eine Windeltonne sind bei der Verwaltung eingegangen. Davon 151 von Familien mit Kindern unter drei Jahren und 93 für Haushalte mit pflegebedürftigen Personen. Hinter dem Begriff Windeltonne verbirgt sich eine Reduzierung der Gebühr für Restabfälle um 20 Euro (für die 120-l-Tonne) beziehungsweise 40 Euro (240-l-Tonne). Die Stadt muss dafür knapp 6000 Euro aufbringen. Wer nur für einen Teil des Jahres die Windeltonne benötigt, erhält einen entsprechenden anteiligen Nachlass auf die Jahresgebühr. Aufgrund der guten Resonanz wird diese Aktion im nächsten Jahr fortgesetzt.

Mit der Wahlmöglichkeit zwischen gelbem Sack und gelber Tonne wird es ab 2021 nichts. So fasst die Fachdienstleiterin das Prüfungsergebnis eines entsprechenden CDU-Antrags zusammen. Nach Angaben des für Verpackungsmüll zuständigen Dualen Systems Deutschland ( DSD ) würde die Einführung einer gelben Tonne zur Umstellung des Abfuhrrhythmus führen: statt alle zwei werde die Tonne beziehungsweise der Sack nur alle vier Wochen eingesammelt.

Die Chancen, gegen diese Entscheidung, bei der sich das DSD auf das Verpackungsgesetz beruft, zu klagen, bezeichnet Anke Brüning als aussichtslos. Ein schwacher Trost: Die vielfach kritisierte schlechte Qualität der gelben Säcke soll deutlich besser werden. Erreicht werde das durch den Verzicht auf Kalziumkarbonat in den Tüten sowie eine um knapp 25 Prozent erhöhte Dicke der Säcke.

Preiserhöhungen schlagen bei den Müllgebühren durch. Hinzukommen „rückläufige Erlöse beim Altpapier“, erläutert die Fachdienstleiterin den Kommunalpolitikern. Umgerechnet aufs Jahr werde ein Vier-Personen-Haushalt für eine 80-l-Biotonne im Jahr knapp 20 Euro mehr bezahlen müssen. Bei der entsprechenden Restmülltonne wird die Abfuhr – aufs Jahr gerechnet – um 3,60 Euro teurer.

Gebührensätze

40-l-Tonne 46,80 €  (2019: 45 € )80-l-Tonne 69,60 €  (66 € )120-l-Tonne 92,40 €  (87 € )240-l-Tonne 160,80 €  (149,88 € )Beistellsack 6,70 €  (6,70 € )Biomüll:80-l-Tonne 67,32 €  (50,52 € )120-l-Tonne 81,36 €  (56,40 € )240-l-Tonne 123,48 €  (74,40 € )

...

Mit Blick auf die Gebühren in anderen Kommunen will Karl-Heinz Horstkotte wissen, ob Ibbenbüren so günstig sei, weil dort die Müllabfuhr in städtischer Regie erfolge? „Da sollten wir mal mit Ladbergen, Lienen und Tecklenburg reden“, regt der Sozialdemokrat an.

Was Anke Brüning dazu veranlasst, auf die Besonderheiten im Lengericher Abfallsystem hinzuweisen: keine Gebühr für Papiertonnen; keine Tonnen-Tauschgebühr; kostenlose Grünabfallannahme von April bis November.

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