Extremes Paketaufkommen
„Geschenke kommen pünktlich“

Tecklenburger Land -

Heulende Kinder unterm Weihnachtsbaum, die Eltern streiten sich und machen sich Vorwürfe – ein Weihnachtsfest, wie es schlimmer nicht sein könnte. Das wird sich so mancher vorgestellt haben, als er am Montag Radio hörte. Denn dort wurde vermeldet, dass die Post im Münsterland nicht alle Pakete pünktlich zu Weihnachten zustellen könne.

Mittwoch, 18.12.2019, 06:48 Uhr aktualisiert: 18.12.2019, 06:50 Uhr
Paketzusteller müssen in der Vorweihnachtszeit alles geben. Das Paketaufkommen verdoppelt sich und nimmt jedes Jahr um sieben bis acht Prozent zu.
Paketzusteller müssen in der Vorweihnachtszeit alles geben. Das Paketaufkommen verdoppelt sich und nimmt jedes Jahr um sieben bis acht Prozent zu. Foto: dpa

Aber: Keine Panik, die Meldung ist falsch. „Das habe ich so nicht gesagt“, relativiert Rainer Ernzer , Pressesprecher der Deutschen Post auf Anfrage unserer Zeitung.

Klar sei: Die Post habe vor Weihnachten „richtig knackig“ zu tun. Was nicht weiter überraschend ist. Gemeint ist aber nicht das übliche Mehraufkommen zu Weihnachten. „Wir bekommen von einem Großlieferanten deutlich mehr Pakete als vereinbart, das ist schon eine richtige Herausforderung“, sagt Ernzer, will aber nicht bestätigen, dass dieser Großlieferant Amazon ist.

Grundsätzlich gebe es im Vorfeld der Weihnachtstage Vereinbarungen bezüglich der Mengen, damit alle Beteiligten besser planen können. „Doch diese Mengenangabe wird in diesem Jahr teilweise um zweistellige Prozentpunkte überschritten“, so der Postsprecher. Das sei von Paketzentrum zu Paketzentrum unterschiedlich. Trotz allem: „Im Moment gehen wir davon aus, dass alle Geschenke pünktlich unter dem Weihnachtsbaum liegen werden.“

Natürlich bedürfe das einer großen Anstrengung, das hinzubekommen. „Im Normalfall fallen fünf Millionen Pakete täglich an, vor den Feiertagen sind es elf Millionen. Wenn dann noch eine satte Menge hinzu kommt wird es schwierig.“ Aber: Die Post habe mit der Einstellung von mehr Personal reagiert. „Und natürlich müssen die Zusteller sehr hart arbeiten.“ Sprich: Die Paktzusteller verzichten auf freie Tage und müssen auch Mehrarbeiten leisten.

Ernzer nennt ein Beispiel: „Die Zusteller, die Pakete und Briefe austragen, haben normalerweise 80 Pakete und müssen vor Weihnachten bis zu 140 Pakete zustellen.“ Das sei eine Frage der Zeit und natürlich des Platzes in den Fahrzeugen. „Für unsere Mitarbeiter ist es aber eine Ehrensache, dass wir das hinbekommen.“ Versprechen könne er dies allerdings nicht. „Aber ich bin optimistisch.“

Grundsätzlich nehme die Zahl der Pakte ständig zu. „Wir verzeichnen jedes Jahr zwischen sieben und acht Prozent mehr Aufkommen.“ Und: „Da ist kein Ende in Sicht, das geht wohl vorerst so weiter.“

Das bedeute natürlich eine große Herausforderung für die DHL. „Es ist nicht einfach, mehr Personal zu bekommen. Die Leute sitzen nicht irgendwo und warten auf uns.“

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