Lesung mit Anke Stelling
Beim Wohnen hört die Freundschaft auf

Lengerich -

Das Thema Wohnen ist so aktuell wie lange nicht mehr. Welchen Alltagsschicksalen eine Mittvierzigerin ausgesetzt ist, die dabei finanziell nicht mehr mithalten kann, darüber berichtet die Autorin Anke Stelling in ihrem Roman „Schäfchen im Trockenen“.

Dienstag, 07.01.2020, 20:14 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 20:30 Uhr
Für „Schäfchen im Trockenen“ wurde Anke Stelling 2019 bei der Buchmesse in Leipzig ausgezeichnet.
Für „Schäfchen im Trockenen“ wurde Anke Stelling 2019 bei der Buchmesse in Leipzig ausgezeichnet. Foto: Nane Diehl

Am Donnerstag, 30. Januar, beginnt mit ihrer Lesung der Veranstaltungszyklus des Kulturforums, Stiftung der Stadtsparkasse Lengerich, im Veranstaltungsraum des Geldinstitutes im neuen Jahr.

1971 in Ulm geboren und in Stuttgart aufgewachsen, zog Anke Stelling nach dem Abitur nach Berlin. Ab 1997 absolvierte sie ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig . Seit 2002 lebt sie als dreifache Mutter und Mitglied einer Bauherrengemeinschaft wieder in der Hauptstadt.

Ihren Durchbruch schaffte Anke Stelling laut Pressemitteilung 2015 mit dem Roman „Bodentiefe Fenster“, der vom Leben in einem selbst verwalteten Gemeinschaftshaus in Berlin handelt. Für ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ erhielt sie 2019 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik. „In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte – Wut, Zorn, Stolz – literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart“, hieß es von der Jury.

Die Erzählerin Resi, abgeleitet vom griechischen Wort parrhesia (übersetzt: Redefreiheit), sucht ihr Glück mit ihrer Freundesclique in Berlin-Mitte, wo diese, ohne sie, in ein gemeinsames Hausprojekt zieht. Die Ich-Erzählerin stammt nämlich als einzige nicht aus einem gehobenen Elternhaus mit entsprechendem Einkommen.

Die vierfache Mutter merkt, dass sie nicht mehr mithalten kann und droht aus der Gesellschaft herauszufallen. Sie lehnt sich gegen die Bionade-trinkende-Mittelklassegesellschaft auf. Das, was sie als Reaktion darauf erhält, sind eine Wohnungskündigung und Schweigen. All diese Geschehnisse schreibt Resi nieder. Das Kuriose: Dafür erhält sie einen mit 15 000 Euro dotierten Literaturpreis – wie der, den Anke Stelling für „Schäfchen im Trockenen“ tatsächlich erhielt.

Zum Thema

Eintrittskarten für die Lesung sind für 13 Euro in der Hauptstelle der Sparkasse, (' 0 54 81/802-0, E-Mail mailbox@ssk-lengerich.de) erhältlich.

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