Irish-Folk-Abend mit „An Rinn“ in der Gempt-Halle
Spielfreude unterlegt mit einem Schuss Wehmut

Lengerich -

Ein Abend im Zeichen irischer Musik, seit Langem ist das einmal pro Jahr in der Gempt-Halle Programm. Am Freitag war es wieder soweit. Auf der Bühne stand mit „An Rinn“ eine Band, die in Lengerich bestens bekannt ist.

Sonntag, 12.01.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 17:56 Uhr
Anke Morhaus stand mit ihren Musikerkollegen erstmals nach einer Babypause wieder auf der Bühne.
Anke Morhaus stand mit ihren Musikerkollegen erstmals nach einer Babypause wieder auf der Bühne. Foto: Gernot Gierschner

Am Freitagabend ist in der Gempt-Halle zum 13. Mal eine musikalische irische Nacht gefeiert worden. Inzwischen ist die vom Verein „Offensive“ ins Leben gerufene Folk-Veranstaltung erwachsen geworden. 2017 zog sie aus dem Bistro in die Halle um. „Wir mussten immer wieder Gäste abweisen“, begründet Hallenmanager Michael Rottmann den Standortwechsel.

Mit dem für Irland eher untypischen Gruß „Guten Tach“ eröffneten die Musiker von „An Rinn“ das Konzert. Matthias Malcher moderierte den Abend locker im Plauderton. Ob Titelansagen oder Interaktion mit dem Publikum, der Mann war um keinen Spruch verlegen. So erfuhr das Publikum gleich zu Beginn von der Erkrankung des Leadsängers Brian McSheffrey, der somit nicht dabei war. Ganz im Gegensatz zu Anke Morhaus, die ihr erstes Konzert nach einer Babypause bestritt und mit ihrer kräftigen Stimme Akzente setzte.

Insgesamt sei vor der Pause wohl mehr geredet als gespielt worden, wie einer der gut 180 Besucher leicht ironisch anmerkte. Vielleicht lag es einfach daran, dass die Band aus Osnabrück sich in Lengerich wohlfühlt – quasi in ihrem Wohnzimmer spielte.

Irgendwann ging es dann aber doch richtig los: „Walking on the Way“ war der Titel zum Programm. Schon 2018 begeisterte die Band ihr Publikum, anders war es auch nicht am Freitag, als die Besucher bereits beim ersten Instrumental im Takt mitklatschten. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert ist „An Rinn“ eine Institution in der deutschen Folkszene, und die Musiker wissen ihr Publikum zu begeistern. Mit einer Vielzahl an Instrumenten wie Akkordeon, Geige, Bodhran (irische Rahmentrommel), Kontrabass, Banjo und natürlich ihrem melodischen Gesang erzeugten die Fünf magische Momente auf der Bühne. Ihre Musik strahlte unendliche Spielfreude, aber gleichzeitig auch Wehmut aus.

Dass „An Rinn“ nicht nur für irische Folkmusik steht, bewiesen sie mit Liedern wie „Caledonia“, dem Song, der so etwas wie die Nationalhymne für Schottland ist. Auch ein Song von Sting gehörte zum Repertoire des Abends; „An Rinn“ wartete mit einer betont gefühlvollen Version von „Fields of Gold“ auf.

Immer wieder unterbrach Matthias Malcher die musikalische Darbietung mit Einschüben, sei es für eine Werbepause oder um Lukas, der Bedienung an der Bar, ein Ständchen zu seinem Geburtstag zu geben. Die Stimmung ging dabei indes ein wenig „flöten“. Was in einem Pub zur Belustigung des Publikums beitragen mag, verlor sich ein wenig in der Weite des Seitenschiffs der Gempt-Halle.

Als Überraschungsgast hatte sich die Band die Lengericherin Anne Lahr eingeladen. Sie spielte den irischen Dudelsack, die Uilleann Pipes. Die Namensgebung ist darin begründet, dass die Uilleann Pipes nicht mit dem Mund, sondern über einen mit dem Ellenbogen betätigten Blasebalg mit Luft versorgt werden. Ihr Auftritt war ein offenbar gelungener Impuls, von den Konzertbesuchern wurde auf jeden Fall reichlich Applaus gespendet.

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