Blues Session
Musikalische Zeitreise reißt mit

Lengerich -

Über 100 Jahre Blues-Geschichte an einem Abend, das schafft wohl nur Thomas Feldmann mit stimmungsvoller Unterstützung von Kai Strauss, Christian Bleiming, Ales Lex und Erkan Özdemir. Die schon traditionelle Blues Session im bestens besuchten Gempt-Bistro bot am Mittwochabend ein überaus unterhaltsames Erlebnis.

Donnerstag, 16.01.2020, 19:08 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 19:10 Uhr
Kai Strauss und Alex Lex begleiteten Gastmusiker Thomas Feldmann (von links) bei dessen musikalischen Streifzug durch die Blues-Geschichte.
Kai Strauss und Alex Lex begleiteten Gastmusiker Thomas Feldmann (von links) bei dessen musikalischen Streifzug durch die Blues-Geschichte. Foto: Axel Engels

„Wenn wir vorher proben würden, wäre hier die Hölle los“, äußerte Thomas Feldmann während einer seiner charmanten Plaudereien. Mit ihm erlebten die Zuschauer einen Musiker, der bereits wiederholt als Solist im Gempt-Bistro für Furore gesorgt hat. Diesmal war der Auftritt wie eine Zeitreise zu den Anfängen des Blues. Feldmann entführte, nur von Alex Lex am Schlagzeug dezent begleitet, mit dem Song „Another Man Done Gone“ von Tennessee Three erst einmal auf die Baumwollfelder im tiefen Südens der USA. Aus dem Jahre 1914 stammt der „St. Louis Blues“ von W. C. Handy. Am Mittwoch konnte sich wohl niemand der Gefühlstiefe dieses Songs entziehen. Da erlebte man Kai Strauss sogar an einer akustischen Gitarre, ganz dem Stil dieses Liedes entsprechend mit eher rhythmisch-harmonischer Begleitung.

Wie der Blues dann in die Städte von Chicago bis Detroit und an die Westküste seinen Weg gefunden hat, so ging es unterhaltsam mit kleinen Anekdoten bereichert weiter. „Good Morning Little Schoolgirl“ von Sonny Boy Williamson I. kam beim Publikum bestens an, zumal dieses Werk stilistisch wie für Christian Bleiming am Klavier geschrieben schien.

Thomas Feldmann hatte die Sympathien aller Besucher mit seinen kleinen Geschichten schnell auf seiner Seite. Und was er musikalisch bot, war schon ein besonderes Erlebnis. Als Sänger mit warm timbrierter Stimme wusste er die Tiefe eines jeden Songs in ein lebendiges Gewand zu kleiden, als Blues-Harp-Spieler zeigte er sich als überaus reifer Künstler, der seine technische Brillanz immer in den Dienst der Musik stellte. Und als Saxofonist wusste er seine ganzen Qualitäten in fesselnden Parts einzubringen, die im jederzeit stimmigen Dialog mit der Band einfach mitrissen.

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