Gehölzarbeiten am Südring sind Thema im Planungsausschuss
Straßen-NRW steht weiter in der Kritik

Lengerich -

Es ist bereits einige Zeit her, dass vom Landesbetrieb Straßen-NRW gehölzarbeiten am Südring durchgeführt wurden. Die Lokalpolitik beschäftigt das indes immer noch. Im Planungsausschuss wurde jetzt erneut deutliche Kritik geäußert.

Freitag, 17.01.2020, 18:17 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 18:30 Uhr
Als zu radikal bewerten manche Lokalpolitiker das Vorgehen von Straßen-NRW bei den Gehölzarbeiten am Südring.
Als zu radikal bewerten manche Lokalpolitiker das Vorgehen von Straßen-NRW bei den Gehölzarbeiten am Südring. Foto: Michael Baar

Die Auskunft von Holger Lange kam am Donnerstagabend nicht bei allen Mitgliedern des Planungsausschusses gut an. Renate Hüttemann (SPD) fand sie viel zu lang und daher kaum verständlich. Ihr Parteikollege Karl-Heinz Horstkotte und Ulrich Weiß (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierten vor allem den Inhalt. Lange, Leiter des Fachdienstes Straßenbau, hatte geschildert, was Straßen-NRW zur Kritik an den Gehölzarbeiten am Südring der Stadtverwaltung mitgeteilt hat (WN, 9. Januar). Auf einen kurzen Nenner gebracht, lässt es sich so beschreiben: Alles, was gemacht worden ist, ist auch in Ordnung.

In den Reihen der Lokalpolitik wird das zumindest teilweise anders gesehen: Karl-Heinz Horstkotte sprach von „Raubbau“, reihte sich mit seiner Kritik somit hinter Björn Schilling (ebenfalls SPD) ein, der den Gehölzschnitt vor ein paar Wochen im Rat zum Thema gemacht hatte. Auch von Anwohnern hatte es Kritik an der Maßnahme gegeben.

Horstkotte meinte weiter, dass einerseits in Lengerich „um jeden Baum gekämpft“ werde – als Beispiel führte er die Diskussion über das geplante Baugebiet Ackerstraße/Kleefeldstraße an, wo Anwohner für den Erhalt von Eichen streiten –, andererseits aber vom Landesbetrieb derart massiv vorgegangen werde.

Als „der reine Hohn“ bezeichnete Ulrich Weiß das, was von Straßen-NRW als Stellungnahme erfolgte. Der grüne Ratsherr stellte weiter fest, dass sich Vergleichbares wie am Südring „ständig wiederhole“. Und von einer schonenden Vorgehensweise könne keine Rede sein.

Laut Lange hat Straßen-NRW die Maßnahme zwischen Ladberger und Ringeler Straße als „gängige Routinearbeit“ eingeordnet. Allein 2019/2020 seien davon beim Landesbetrieb 539 aufgeführt. Zu den Regeln, die dabei eingehalten würden, zähle das abschnittsweise Vorgehen, durch das „Kleintiere und Insekten die Möglichkeit haben, sich auf die neue Situation einzustellen“. Die Gehölzpflege richte sich nach den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes und den für NRW geltenden Hinweisen für die Gehölzpflege an Bundesfern- und Landesstraßen. Zudem gebe es bei diesem Thema einen „ständigen Dialog mit den Fach- und Naturschutzbehörden“. Weiter heißt es vom Landesbetrieb: „Auch dort, wo Gehölze flächig auf den Stock gesetzt werden, ist die Natur nicht zerstört. Vor allem für Insekten findet sich schon im Frühjahr nach dem Pflegeeinsatz ein neues Nahrungsangebot, da auf den gelichteten Flächen Blumen und Kräuter wachsen können, die im dichten Unterholz nicht gedeihen.“ Weiter wird der Einschätzung von Björn Schilling widersprochen, das entfernte Gehölz habe eine relevante Funktion in Sachen Lärmschutz und Feinstaub.

Holger Lange und der Beigeordnete Frank Lammert erläuterten, dass die Stadt „das Problem nicht lösen kann“, weil der Landesbetrieb als Straßenbaulastträger zuständig sei. Allein die Politik habe auf höherer Ebene die Möglichkeit, Änderungen bei der Arbeitsweise von Straßen-NRW herbeizuführen.

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