Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“
Beratungsstelle soll im Februar Arbeit aufnehmen

Lengerich -

Vor einem Jahr ist der Verein „Aktion Würde und Gerechtigkeit“ gegründet worden. Sein Ziel: die Rechte von Arbeitsmigranten aus Europa stärken. Anlass waren die katastrophalen Bedingungen, unter denen bulgarische und rumänische Arbeitskräfte in deutschen Fleischfabriken schuften müssen.

Freitag, 24.01.2020, 13:06 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 15:42 Uhr
Claudius Vogt (rechts) vom „Projekt Q“ in Münster wurde vom Vorsitzenden des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“, Pfarrer Peter Kossen, als Referent begrüßt.
Claudius Vogt (rechts) vom „Projekt Q“ in Münster wurde vom Vorsitzenden des Vereins „Aktion Würde und Gerechtigkeit“, Pfarrer Peter Kossen, als Referent begrüßt. Foto: Gernot Gierschner

Leider hat sich deren Situation nicht wesentlich verbessert. So lautete das Fazit des ersten Vorsitzenden und Initiators der Aktion, Pfarrer Peter Kossen , in der ersten Mitgliederversammlung. Fast 50 der 132 Mitglieder sowie Gäste hatten sich im Gemeindehaus St. Margareta eingefunden. Insgesamt ist der Verein mit seinem ersten Jahr sehr zufrieden, wie aus dem Rechenschaftsbericht hervorging. Der Verein ist gut vernetzt, nicht nur in der Region, sondern auch in der Politik und in der Zusammenarbeit mit Kirchen und Sozialverbänden.

Mit der Anmietung der Geschäfts- und Beratungsstelle an der Rahestraße 29 in Lengerich wurde ein Anlaufpunkt für Menschen in Not geschaffen. Offiziell wird die Geschäftsstelle am 6. März eröffnet. Ab Februar sollen dort Beratungen angeboten werden. Ein Übersetzer und eine vom Verein beauftragte Person sollen für Gespräche zur Verfügung stehen. Um dieses Angebot ausweiten zu können, sucht der Verein noch freiwillige Helfer.

Im Rahmen einer Satzungsänderung beschlossen die Mitglieder, den Vorstand auf sechs Personen aufzustocken und bestellten mit Heiner Verhorst einen Geschäftsführer. Beratungen, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit rückte Peter Kossen in den Fokus. Er kündigte an, dass die erfolgreiche Vortragsreihe des Vereins fortgesetzt werde.

Am Versammlungsabend war mit Claudius Vogt vom „Projekt Q“ – Büro für Qualifizierung der Flüchtlings- und Migrationsberatung aus Münster ein ausgewiesener Experten zu Gast. Er referierte über arbeits- und sozialrechtliche Bedingungen, mit denen EU-Migranten – wie Fleischarbeiter, aber auch Prostituierte aus Südosteuropa – konfrontiert werden. Er zeigte er die Komplexität der gesetzlichen Regelungen auf, teilweise widersprächen sich deutschen und europäisches Recht. So nahmen viele Zuhörer mit Erstaunen zur Kenntnis, dass sie zwei Staatsbürgerschaften besitzen: die deutsche und die europäische, die automatisch in Kraft tritt, wenn man beispielsweise den Markt in Enschede in den Niederlanden besucht.

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