Analyse der NRW-Bank zum Thema Wohnen
Deutliches Plus bei den Mieten

Lengerich -

Die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Nordrhein-Westfalen hat die NRW-Bank untersucht. Die Analyse gibt auch Auskunft über die Situation in Lengerich.

Samstag, 25.01.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 26.01.2020, 15:44 Uhr
Analyse der NRW-Bank zum Thema Wohnen: Deutliches Plus bei den Mieten
Foto: Jürgen Christ

Wie hoch sind die Kosten fürs Wohnen? Diese Frage beschäftigt mittlerweile nicht nur viele Menschen in Großstädten und Ballungsräumen. Steigende Mieten gibt es auch in Lengerich. Das zumindest besagt das „Wohnungsmarktprofil 2019“, das die NRW-Bank für die Kommunen des Landes erstellt hat.

Demnach wurden 2009 für Neubauwohnungen etwa 4,50 Euro kalt pro Quadratmeter gezahlt, 2018 waren es sieben Euro. Bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen fällt das Plus nicht ganz so gravierend aus: Ihr Durchschnittswert betrug 2018 circa 6,70 Euro, 2009 rund 4,90 Euro – und war damit bemerkenswerterweise höher als bei Neubauwohnungen. Die Durchschnittsmiete für alle Wohnungen lag 2018 im Bereich 5,50 bis sechs Euro.

Der Gesamtwohnungsbestand in Lengerich hat sich in den vergangenen Jahren nur leicht erhöht. Er lag 2018 bei knapp 10 000. Über 6000 (61,6 Prozent) davon entfallen auf die Kategorie Ein- und Zweifamilienhäuser, gut ein Drittel (34,3 Prozent) ist in Mehrfamilienhäusern. Lediglich ein vergleichsweise kleiner Teil vom Gesamtbestand gehört zu den preisgebundenen Mietwohnungen. Ihre Zahl ist von 2009 bis 2018 leicht auf etwas über 500 angewachsen. Für deren Sozialbindung gelten allerdings Fristen. Sollte es in diesem Segment in absehbarer Zukunft keine Bautätigkeit geben, wird ihre Zahl 2035 bei nur noch knapp über 300 liegen, prognostiziert die NRW-Bank.

Fast zwei Drittel der Mietwohnungen gehören in Lengerich Privatpersonen, in etwa 30 Prozent der Fälle sind es Eigentümergemeinschaften.

Der Wille zum Bauen ist indes in erheblichem Maß vorhanden. 2018 gab es Baugenehmigungen für mehr als 120 Wohnungen. Mit Abstand der höchste Wert seit 2009. Und auch 2016 (rund 90 Genehmigungen) und 2017 (über 60) wurden vergleichsweise große Zahlen verzeichnet – 2013 beispielsweise gab es lediglich gut 30 Genehmigungen. Fertig gestellt wurden 2018 fast 80 Wohnungen, die Mehrzahl in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 waren es etwa 100, seinerzeit überwiegend in Mehrfamilienhäusern.

Die Bautätigkeit lag in der Stadt im Zeitraum 2016 bis 2018 etwas höher als im Durchschnitt der NRW-Kommunen mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern. Beim Blick auf den Zeitraum 2009 bis 2018 fällt die Bilanz hingegen gemischt aus. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern lag Lengerich über dem Durchschnitt, bei Mehrfamilienhäusern darunter. Die NRW-Bank hat diese Ergebnisse ermittelt, indem die Fertigstellungen in Bezug auf den Wohnungsgesamtbestand gesetzt wurden.

Wichtig für die weitere Bautätigkeit wird nicht zuletzt die Entwicklung der Bevölkerungszahl sein. Die NRW-Bank bezieht sich dabei auf Daten des statistischen Landesamtes IT-NRW, die auf Grundlage des Zensus 2011 berechnet worden sind. Im Ergebnis wird bis 2040 ein leichter Rückgang vorausgesagt.

Seit 2012 hat es hingegen einen kontinuierlichen Zuwachs gegeben. Der war bedingt durch ein positives Wanderungssaldo – es zogen also mehr Menschen in die Stadt als aus ihr weg. Hätte es diese Entwicklung nicht gegeben, wäre die Zahl der Bürger in der Stadt zurückgegangen, da durchgehend mehr Lengericher starben als geboren wurden.

Das Plus beim Wanderungssaldo lag in der Regel zwischen 100 oder 150 Personen. Eine Ausnahme war 2015, als der Wert auf über 450 nach oben schoss – es war das prägende Jahr der sogenannten „Flüchtlingskrise“ in Europa.

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