„Digital-Hub-Satellit Lengerich“ vor dem Start
Ein Stück Zukunft im Zentrum

Lengerich/Tecklenburg/Lienen/Ladbergen -

Was ein „Digital-Hub-Satellit“ ist, davon können sich bald Besucher des Hauses Bahnhofstraße 43 in Lengerich ein Bild machen. Im April soll die Einrichtung an den Start gehen und dann zu einem technologischen Aushängeschild für die Region werden.

Mittwoch, 29.01.2020, 12:31 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 13:00 Uhr
Am Dienstag verschafften sich die am „Digital-Hub-Satelliten“ Beteiligten einen ersten Eindruck vom Standort am Wapakoneta-Platz.
Am Dienstag verschafften sich die am „Digital-Hub-Satelliten“ Beteiligten einen ersten Eindruck vom Standort am Wapakoneta-Platz. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Momentan ist es noch etwas schwer vorstellbar, dass in dem Haus am Wapakoneta-Platz wichtige Weichen für die digitale Zukunft Lengerichs und Ladbergens, Tecklenburgs und Lienens gestellt werden sollen. Die Räume, in denen zuletzt „W3 Werbetechnik“ untergebracht war, stehen leer. Von Hightech weit und breit nichts zu sehen. Es wird renoviert, neuer Teppichboden ist gerade erst verlegt worden. Im April aber soll dort der sogenannte „Digital-Hub-Satellit Lengerich“ starten.

Hinter dem sperrigen Begriff steht ein Förderprogramm des Landes, bei dem sich nun auf lokaler beziehungsweise regionaler Ebene mehrere Akteure zusammengetan haben. Neben den vier genannten Kommunen sind das aktuell rund 15 Unternehmen, die Volkshochschule , die weiterführenden Schulen vor Ort, die Wirtschaftsförderung des Kreises (West) und nicht zuletzt der „Digital Hub münsterLAND“. Letzterer ist einer von sechs Einrichtungen in NRW, die seit 2016 als Knotenpunkte bei der Vernetzung von möglichen Partnern und dem Aufbau von Kooperationen im digitalen Bereich helfen sollen.

In Lengerich sind am Dienstagvormittag Vertreter aus allen genannten Bereichen dabei, als ein erster Gang durch den künftigen Satelliten gemacht wird. „Digital Hub münsterLAND“-Vorstand Matthias Günnewig lobt, dass in Lengerich nicht einfach kopiert werde, was andere Satelliten bereits machen. Die Zusammenarbeit mit Firmen beim Aufbau der neuen Einrichtung habe „extrem gut“ funktioniert, was sich unter anderem darin ausdrücke, dass die Wirtschaft auch bereit gewesen sei, einen finanziellen Beitrag zu leisten. „Da wurde nicht gleich nach dem Staat gerufen.“ Es deute sich bereits an, dass die „Fa-brikationsdigitalisierung“ in Lengerich eine wichtige Rolle spielen werde.

West-Geschäftsführerin Birgit Neyer sprach neudeutsch von einem „MakerSpace“, der junge Leute anziehen und zu einem Ort werden könne, an dem Kontakte geknüpft und Ideen ausgetauscht werden. Die Bürgermeister Wilhelm Möhrke (Lengerich), Stefan Streit (Tecklenburg) und Arne Strietelmeier (Lienen) sehen im „Digital-Hub-Satellit“ neben dem gemeinsamen Breitbandausbau einen weiteren Beleg für die gute kommunale Zusammenarbeit in Sachen Zukunftstechnologien.

Im Idealfall, so wurde es am Dienstag salopp beschrieben, soll die neue Einrichtung im „Drei-Schicht-Betrieb“ genutzt werden: morgens von den Schulen, nachmittags von der VHS und gegen Abend von Unternehmen. Zwei Räume und vier Arbeitsplätze können zudem angemietet werden. Lengerichs Wirtschaftsförderer Jürgen Kohne erklärte, dass es dabei nicht um langfristige Kontrakte gehen solle, sondern um Projektarbeit, die sich auf einige Wochen oder Monate beschränke. „Erste Interessenten gibt es bereits.“ Bestandteil wird zudem ein Fablab sein. Dieser Experimentierraum wird von der Stadt Lengerich und Windmöller & Hölscher bereitgestellt. Schlussendlich wird auch Michael Rottmann in seiner künftigen Funktion als City-Manager mit im Haus sein (WN berichteten).

Die Rolle des „Digital-Hub-Satellit“-Koordinators kommt Jan-Erik Schillig zu. Der 27-jährige Student aus Osnabrück wird 20 Stunden pro Woche vor allem als Ansprechpartner aktiv sein.

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Nach Angaben der Initiatoren sind noch weitere Unternehmen aufgerufen, sich am „Digital-Hub-Satellit Lengerich“ zu beteiligen. Interessenten können sich bei der Stadt Lengerich an Jan-Erik Schillig wenden (' 0 54 81/33-422, E-Mail j.schillig@lengerich.de).

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