Ehemaliges CVJM-Haus ist verkauft
Neues Leben in alten Mauern

Lengerich -

Die evangelische Kirchengemeinde hat das Haus Im Hook 15 verkauft. Das bestätigt Pfarrerin Sigrid Holtgrave auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Erworben hat die Immobilie die lütkeschümer immobilien gmbh&co.kg mit Geschäftsführer Torsten Lütkeschümer. Der Architekt aus Lienen will das ehemalige Pastorat sanieren und auf dem Grundstück einen „Ergänzungsbau errichten“.

Samstag, 01.02.2020, 06:25 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 06:30 Uhr
Die evangelische Kirchengemeinde hat das ehemalige Pastorat an der Straße Im Hook verkauft. Die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses hat begonnen, ebenso ist die Baugrube für den Ergänzungsbau (großes Bild links) ausgehoben worden.
Die evangelische Kirchengemeinde hat das ehemalige Pastorat an der Straße Im Hook verkauft. Die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses hat begonnen, ebenso ist die Baugrube für den Ergänzungsbau (großes Bild links) ausgehoben worden. Foto: Lütkeschümer/Baar

Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude ist verkauft, das Grundstück bleibt im Eigentum der Kirchengemeinde und wird auf Erbpacht-Basis für 99 Jahre verpachtet, erläutert Sigrid Holtgrave . „Wir waren überrascht, dass sich 90 bis 100 Interessenten für das Haus gemeldet haben.“ Ein Großteil habe Haus und Grundstück kaufen wollen, was aber nicht im Interesse der Kirchengemeinde gelegen habe. „Mit 20 bis 30 Leuten bin ich durchs Haus gegangen“, berichtet sie im Gespräch mit den WN . Letztlich habe Torsten Lütkeschümer den Zuschlag erhalten. „Wir sind gut zufrieden“, fügt die Pfarrerin hinzu.

Das scheint der neue Eigentümer auch zu sein. „Es ist ein spannendes Gebäude“, sagt er. Die Vermutung, dass das Haus um 1830 gebaut worden ist, scheint sich zu bestätigen nach Bauweise, Dachstuhl und auch dem Fund geschmiedeter Nägel. Die Außenwände seien 60 bis 70 Zentimeter dick, die Innenwände allesamt in Fachwerkbauweise ausgeführt. „Die Ausfachung ist interessant, da sind keine Tonziegel verwendet worden, sondern Kalksteinschollen aus dem Bruch“, berichtet der Fachmann.

Die Tatsache, dass das Haus unter Denkmalschutz steht, empfindet er nicht als Belastung. „Als wir hörten, dass das Gebäude verkauft werden soll, haben wir uns zusammengesetzt und einen Entwurf gefertigt“, berichtet er. Der sei im März vergangenen Jahres fertig gewesen, im April hätte er diesen dem Landschaftsverband als Denkmalbehörde präsentiert. „Da gab es keinerlei Einwände, auch nicht gegen den Neubau auf dem Grundstück“, erzählt Torsten Lütkeschümer.

Wobei der Architekt diesen Baukörper eher als Ergänzung des vorhandenen Gebäudes sieht. „Zurücknehmende Gestaltung, moderne Ausführung, aber Dank geringerer Höhe und Breite stellt er keine Konkurrenz zum Denkmal dar“, fasst er seinen Ansatz in wenigen Worten zusammen. Eine Einschätzung, die von der Denkmalbehörde geteilt werde.

Entstehen sollen in dem Ergänzungsgebäude, vier Meter vom ehemaligen Pastorat entfernt, vier Wohneinheiten. Dieses Gebäude erhält einen Aufzug und wird in Richtung Bodelschwinghstraße errichtet. Im alten Gebäude, dessen Sanierung begonnen hat, entstehen „vier kleinere Wohneinheiten und zwei gewerbliche Einheiten“, erläutert der Architekt im Gespräch.

Den Zeitplan für die Fertigstellung bezeichnet Torsten Lütkeschümer als „sportlich“. Laufe alles nach Plan, sollen die Arbeiten im ehemaligen Pastorat im Juli abgeschlossen werden. Für den Ergänzungsbau wird Oktober als Fertigstellungstermin anvisiert.

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