Gempt Soireen
Eine Meisterin an der Konzertharfe

Lengerich -

Als Meisterin ihres Fachs hat sich Carmen Steinmeier bei den Gempt Soireen erwiesen. Die Harfenistin begeisterte die Zuhörer mit einem facettenreichen Programm, das sie ausdrucksstark umsetzte.

Montag, 03.02.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 19:30 Uhr
Mit einem facettenreichen Programm, das ihre Virtuosität als Harfenistin unterstrich, begeisterte Carmen Steinmeier die Zuhörer in der Gempt-Halle.
Mit einem facettenreichen Programm, das ihre Virtuosität als Harfenistin unterstrich, begeisterte Carmen Steinmeier die Zuhörer in der Gempt-Halle. Foto: Axel Engels

Musik zum Träumen, gleichsam Balsam für die Seele präsentierte die junge Harfenistin Carmen Steinmeier bei ihrem Konzert in der Reihe der Gempt Soireen. Nach ihren Studien in München und Berlin ist sie Studentin an der international renommierten Haute Ecole de Musique de Lausanne, hat wichtige künstlerische Impulse in Meisterkursen bei der Detmolder Professorin Godelieve Schrama, und dem französischen Meisterharfenist Fabrice Pierre erhalten. Da verwundert die große Resonanz bei den Musikliebhabern nicht und die GWK-Preisträgerin übertraf mit ihrem kultivierten Spiel wohl noch die an dieses Konzert gestellten Erwartungen.

Sie hatte ein facettenreiches Programm zusammengestellt, bei dem sie ihre ganzen Qualitäten aufzeigte. Schon bei der „Fantasie c-Moll“ von Louis Spohr spürte man ihre klangmalerische Gestaltungsweise bei diesem tief emotionalen Werk. Die Möglichkeiten der Konzertharfe hatte Louis Spohr, der mit der Harfenistin Dorette Scheidler verheiratet war, bestens gekannt. Mit der Fantasie hat der Zeitgenosse von Paganini und Beethoven ein Bravourstück für dieses Instrument geschrieben, bei dem technische Brillanz und Gestaltungsanspruch hohe Anforderungen stellen.

Carmen Steinmeier wusste dieses Werk mit Esprit und Leidenschaft zu spielen, schenkte dem begeisterten Publikum damit ein tief bewegendes Musikerlebnis. So auf die klanglichen Möglichkeiten der Konzertharfe eingestimmt, wirkte die leicht „modernere“ „Suite für Harfe op. 83“ von Benjamin Britten überaus interessant, verlieh Carmen Steinmeier den jeweiligen Sätzen doch ein charakteristisches Gewand.

Zum Träumen lud sie das begeisterte Publikum ein bei der Bearbeitung der symphonischen Dichtung „Die Moldau“ aus dem Zyklus „Mein Vaterland“ von Bedrich Smetana. Transkriptionen dieses Werkes gibt es viele, aber so lebendig wie die für Harfe von Hans Trnecek sind wohl nur wenige. Mit Esprit und Leidenschaft nahm Carmen Steinmeier das Publikum gleichsam mit auf eine musikalische Reise in die von folkloristischem Kolorit durchzogene Komposition.

In barocke Welten ging es nach der Pause mit der „Suite B-Dur HWV 440“ von Georg Friedrich Händel. Die von Oper und Oratorium inspirierte Musiksprache Händels fand sich in den vier Tanzsätzen der Suite wieder. Die Zuhörer erlebten eine von Esprit und Leidenschaft durchdrungene Interpretation der original für Klavier geschriebenen Komposition. Stilistisch war diese Trans­kription jederzeit stimmig, jede noch so kleine Verzierungen oder Manierismen waren exquisit in den Spielfluss integriert.

Für französisches Flair sorgte Carmen Steinmeier bei dem „Impromptu op. 86“ von Gabriel Fauré mit seinen impressionistischen Klängen. Geschrieben als Prüfungsstück für die Harfenklasse des Pariser Conservatoire, gilt es als Prüfstein kunstvollen Spiels auf der Konzertharfe. Carmen Steinmeier wusste ihre ganze Virtuosität in den Dienst der Musik zu stellen, schenkte damit dem Publikum ein tief bewegendes Musikerlebnis.

Zum Thema

Das Kulturforum teilt mit, dass der Auftritt von Simon Degenkolb und Helge Aurich im Rahmen der Gempt Soireen in die nächste Saison verschoben wird. Eintrittskarten werden in der Hauptstelle der Stadtsparkasse, Rathausplatz, gegen Erstattung des Preises zurückgenommen.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7237282?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker