136 Kinder an der Gesamtschule angemeldet
„Eine völlig entspannte Situation“

Lengerich -

Bis zum offiziellen Anmeldeschluss am 6. Februar sind 136 Kinder für das neue Schuljahr an der Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg angemeldet worden. Schulleiter Dr. Werner Peters sagt, es sei noch mit einigen Nachzüglern zu rechnen. Die Situation bezeichnet er gleichwohl als „völlig entspannt“.

Freitag, 07.02.2020, 16:34 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 16:08 Uhr

„Wir haben in diesem Jahr nichts Schlimmes zu befürchten.“ Mit diesem prägnanten Worten fasst Dr. Werner Peters das Ergebnis des Anmeldeverfahrens für die Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg zusammen. 136 Kinder sind bis Donnerstagnachmittag – da endete die Anmeldefrist – für das neue Schuljahr von den Eltern angemeldet worden.

„Keine traurigen Eltern mehr, kein Losverfahren“, nennt der Schulleiter in der Sitzung des Gesamtschul-Zweckverbandes am Donnerstagabend zwei Konsequenzen aus dieser Zahl. Die Zufriedenheit in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Die wird auch nicht getrübt von seiner festen Überzeugung, dass es „noch mindestens 20 Nachmeldungen geben wird“.

Wie kommt es zu Nachzüglern? Der 61-Jährige bedient sich der Erfahrungen, die er in den vergangenen drei Jahren gemacht hat. So würden – aus welchen Gründen auch immer – Eltern die Anmeldetermine verpassen. Endgültige Gewissheit, so der Schulleiter, gebe es nach Abschluss des Anmeldeverfahrens an den Gymnasien in Lengerich und Tecklenburg.

Von den 52 Kindern, die für die Gesamtschule in Tecklenburg angemeldet worden sind, kommen 26 aus der Stadt. Sechs Mädchen und Jungen aus Ladbergen sind für den Schulbesuch in der Festspielstadt angemeldet worden, hinzu kommen weitere 20 aus Lengerich. Am Standort Lengerich der Gesamtschule wurden 80 Kinder aus der Stadt angemeldet, weitere vier aus Lienen und Kattenvenne.

Von der „völlig entspannten Situation“, so Werner Peters, könnten in ein und zwei Jahren Kinder profitieren, die nach den Sommerferien zunächst das Hannah-Arendt-Gymnasium besuchen, dort aber nach der Klasse 5 oder 6 (dann endet die Erprobungsstufe) erkennen müssen, dass sie auf einer anderen Schule besser aufgehoben wären.

„Wir hatten schon Probleme, Schüler unterzubringen“, räumt Ulrich Gerling-Goedert im Gespräch mit den WN ein. Zwar gebe es die Option, am Ende der Erprobungsstufe die Klasse 6 zu wiederholen. „Aber wenn das nicht klappt, müssen sie das Gymnasium verlassen“, so der kommissarische Leiter des HAG.

Für die Mädchen und Jungen keine einfache Situation. „Die gewünschte Schulform passt nicht, sie müssen den schulischen Freundeskreis verlassen, der Weg zur neuen Schule ist wesentlich länger“, zählt er auf. „Wir bedauern das sehr“, stellt er fest. Gott sei Dank seien davon in jedem Schuljahr nur wenige Kinder betroffen.

Ein Wechsel zur Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg ist so ohne weiteres nicht möglich. „Wir sind voll“, sagt Werner Peters. Die Möglichkeit, einen Schüler aufzunehmen, biete sich nur, wenn ein anderer wegziehe. Was selten genug vorkomme. Auf der anderen Seite hätten alle Familien, die mit Kindern nach Lengerich ziehen, einen Anspruch darauf, dass ihr Nachwuchs adäquat weiter beschult werden. Wenn das nicht das Hannah-Arendt-Gymnasium sei, bliebe nur die Gesamtschule.

Das Problem ist auch in der Stadtverwaltung bekannt. „Wir tun alles Mögliche, genau wie die Schulen, damit die Kinder in Lengerich bleiben können“, betont Jörg Hesselmann auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Leider gelinge es jedoch nicht immer, das Problem vor Ort zu lösen. Aus diesem Grund habe die Stadt mit der Stadt Ibbenbüren eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Lengericher Kinder, die daheim keinen Schulplatz finden, können dann die Anne-Frank-Realschule in der Bergbaustadt besuchen.

Diese Regelung trifft auch auf Kinder zu, die in die Stadt ziehen, sei es als EU-Ausländer oder Flüchtling, und zunächst die deutsche Sprach lernen müssen. Mit der Sprachqualifikation gibt es auch die Schulempfehlung. Kinder des Hannah-Arendt-Gymnasiums ohne entsprechende Empfehlung müssten dann auch nach Ibbenbüren. Schüler der Gesamtschule, die dort die Sprachqualifikation erlangen, bleiben dort. „Sie sind ja schon in den Klassenverbund integriert“, erläutert Werner Peters.

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