Bürgermeisterwahl im September
Grüne rechnen weiter mit Möhrke

Lengerich -

Die Grünen rechnen damit, dass Wilhelm Möhrke auch nach den Kommunalwahlen Bürgermeister in Lengerich bleibt. Das teilt der Ortsverband nach einer Sitzung mit, an der auch das Stadtoberhaupt teilgenommen hat. Die Partei wird offenbar keinen eigenen Kandidaten aufstellen, sagt aber, anders als SPD, CDU und FDP, auch nicht ausdrücklich, dass sie Möhrke unterstützt.

Sonntag, 09.02.2020, 20:38 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 16:40 Uhr
Wilhelm Möhrke war bei den Grünen zu Gast.
Wilhelm Möhrke war bei den Grünen zu Gast. Foto: Verena Peters

Offenbar ist nicht damit zu rechnen, dass die Grünen mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl im September gehen. Nachdem Amtsinhaber Wilhelm Möhrke zu Gast in der jüngsten Ortsverbandssitzung war, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei: „Auf der Grundlage der großen inhaltlichen Übereinstimmungen erwarten die Lengericher Grünen weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisterkandidaten Möhrke als altem und voraussichtlich neuem Bürgermeister.“

Anders als SPD , CDU und FDP sagen die Grünen jedoch nicht explizit, dass sie Möhrke unterstützen. Ortsverbandsprecher Johannes Beck konstatiert lediglich, dass es an dessen Wiederwahl „wohl keinen Zweifel“ gebe.

Im Mittelpunkt standen bei dem Treffen Fragen zu Möhrkes zukünftigen Vorhaben und Vorstellungen. Die Grünen konnten eigenen Angaben zufolge „in vielen Punkten Übereinstimmungen“ mit ihren Positionen feststellen. So sei man für den von Münster, Osnabrück, Greven und dem Kreis Steinfurt subventionierten Flughafen zu einer im Grundsätzlichen übereinstimmenden Einschätzung gekommen. Eine erhöhte Kerosinsteuer und teure Flüge seien eine umweltfreundliche und über den Kreishaushalt für die Kommunen finanziell letztlich sinnvollere Maßnahme. „Es sollte besser in den ÖPNV investiert werden“, forderte Möhrke.

Den von den Grünen angekündigten Antrag, die Lengericher Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (LGE) abzuschaffen, bewertete Möhrke laut Pressemitteilung ebenfalls positiv. Die LGE sei in dieser Form nicht mehr profitabel und stelle für die Stadt nur noch einen Kostenfaktor dar. Ebenso habe er grundsätzlich nichts gegen eine Baumschutzsatzung. Übereinstimmung bestand des weiteren darin, dass der Neubau einer Fußgängerbrücke in Hohne momentan aus finanziellen Gründen nicht zu verantworten sei. Und bei der Wohnbebauung steht, so wie die Grünen es schon immer gefordert haben, auch für Möhrke die Mehrgeschossigkeit im Vordergrund, „um dem Flächenfraß Einhalt zu gebieten“.

Unterschiedliche Meinungen zeigten sich hingegen beim Thema Entfristung der Abbaugenehmigung für Dyckerhoff über das Jahr 2027 hinaus. Während die Grünen eine Entfristung für die schon genehmigten Flächen ablehnen, hatte der Bürgermeister damit kein Problem. Die Grünen sehen in einer unbefristeten Abbaugenehmigung die Gefahr eines Folgeantrages auf Tiefenabbau von Kalkstein und einer erheblich längeren Belastung durch Verkehr und Müllverbrennung.

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