Geheimnisvolle Atmosphäre veredelt Autorenlesung mit Ulrike Bliefert
„Lust, genau jetzt weiterzulesen“

Lengerich -

Eine spannende Geschichte, eine begnadet vorlesende Autorin und dazu eine düstere Atmosphäre: Die Lesung mit Ulrike Bliefert fesselte die Zuhörer. Eingeladen hatte das Kulturforum, Stiftung der Stadtsparkasse Lengerich.

Mittwoch, 12.02.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 18:32 Uhr
Mit Blitz und Donner begann die Autorenlesung von Ulrike Bliefert, die vom Kulturforum eingeladen worden war und in authentischer Atmosphäre aus ihrem neuen Buch „Die Samariterin“ las.
Mit Blitz und Donner begann die Autorenlesung von Ulrike Bliefert, die vom Kulturforum eingeladen worden war und in authentischer Atmosphäre aus ihrem neuen Buch „Die Samariterin“ las. Foto: Detlef Dowidat

Dunkel ist es im Veranstaltungsraum der Stadtsparkasse. Draußen ein heller Blitz, dann ein heftiger Donner. Das Publikum zuckt zusammen. Im Raum strahlt nur noch das Licht einer Leselampe auf dem Pult. Etwas Geheimnisvolles liegt in der Luft. Perfekter Einstieg in eine spannende Krimilesung, die vom Kulturforum, einer Stiftung der Stadtsparkasse, veranstaltet wird. Dazu wurde Ulrike Bliefert eingeladen, die aus ihrem neuesten Werk „Die Samariterin“ vorlas. Eine Meisterin ihres Fachs, der 60 Gäste gebannt an den Lippen hängen, denn vielmehr ist von der Autorin im sparsamen Licht kaum zu sehen. Eine perfekte Atmosphäre.

Wer bei dem Wetter rausgeht, den muss man umarmen.

Ulrike Bliefert

„Wer bei dem Wetter rausgeht, den muss man umarmen“, freut sich Ulrike Bliefert über einen guten Besuch, „aber glauben Sie nicht, dass ich alles verrate.“ Es gebe immer wieder Schnitte, wie beim Film, kündigte sie an. Das sorge für Spannung und Neugier. Und soll natürlich zum Buchkauf anregen.

Die Geschichte spielt am Rande der Eifel. Dort pflegt die Krankenschwester Susanne in einer abgelegenen Forstvilla ihre kranke Mutter. Hingebungsvoll verzichtet sie auf ein eigenes Leben, obwohl ihre Mutter wie ein Drachen nie ein gutes Wort an sie richtet. Sie setzt alles daran, dass Susanne nicht an ein Leben außerhalb der Villa denkt.

Doch dann tritt eine alte Schulfreundin Susannes auf den Plan. Die ist Psychologin in der Justizvollzugsanstalt Diez und betreut Strafgefangene. Sie versucht Susanne zu animieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zaghaft nimmt sie einen Briefwechsel mit dem Strafgefangenen Andreas, den sie liebevoll Andy nennt, auf. Doch aus den Briefen wird mehr und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Was geht im Kopf einer Frau vor, die sich in einen Häftling verliebt?

Was geht im Kopf einer Frau vor, die sich in einen Häftling verliebt? Diese Frage hat Autorin Ulrike Bliefert gefesselt und wurde dadurch zu ihrem Buch inspiriert. Und sie hat eine Erkenntnis gewonnen: „Frauen haben einen Hang zu Männern, die im Knast sitzen. Diese Frauen heißen Rotkäppchen und versuchen den bösen Wolf zu zähmen, der ja hinter Gittern sitzt“.

Authentisch trägt Bliefert unterschiedliche Auszüge aus ihrem Thriller mit verschiedenen Personen vor. Dass sie jahrelange Erfahrung als Schauspielerin mitbringt, macht die Geschichte rund um Susanne, die als ein zartes Wesen voller Naivität und Hingabe, vor allem zu ihrer pflegebedürftigen und undankbaren Mutter, beschrieben wird, noch glaubwürdiger.

Sofort ist der Zuhörer in die Geschichte eingetaucht. Mit verschiedenen Stimmlagen, rheinischem Dialekt und markanten Betonungen vermittelt sie Gefühle, Gedankenstimmen und Dialoge passend und überzeugend. Bildlich vor Augen können sich die Gäste das Erzählte vorstellen. Es macht Freude, der 68-jährigen Autorin zuzuhören.

Wie die Geschichte zwischen der gebrechlich wirkenden Susanne und dem Häftling Andreas ausgeht – ob sie in den Abgrund fällt oder ob beiden eine rosige Zukunft blüht – erfahren die Zuhörer an diesem Abend nicht. An dieser Stelle beendet Ulrike Bliefert ihre Lesung. „Das Buch macht Lust, genau jetzt weiterzulesen“, sagt eine Zuhörerin. Wie ihr ergeht es einigen Gästen mehr, die am Stand des Buchhändlers das Buch „Die Samariterin“ erwerben und sich von Bliefert signieren lassen.

Die beliebte Schauspielerin, die in mehr als 40 Hauptrollen in Fernsehspielen, Reihen und Serien zu sehen war und Drehbücher, Kurzkrimis und Romane schreibt, weilte auch am Mittwoch noch in Lengerich, um Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen der Lengericher Grundschulen aus ihrem Jugendroman „Voll verliebt im Tor“ vorzulesen. Es handelt sich um ein abenteuerliches Verwirrspiel um Mädchen-Sein, Junge-Sein und das, was so alles passiert, wenn man sich zum ersten Mal verknallt.

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