Polizei stellt Unfallstatistik 2019 vor
Positives in vielen Bereichen

Lengerich -

1442 Verkehrsunfälle hat die Polizei im Zuständigkeitsbereich der Wache Lengerich 2019 gezählt. Im Vergleich zu 2018 ein Rückgang um etwa 4,4 Prozent. Die Statistik weist darüber hinaus noch weitere positive Aspekte aus.

Dienstag, 25.02.2020, 18:38 Uhr

Weniger Unfälle, weniger verletzte Personen – kein Wunder, dass Walter Lüttmann von einer „erfolgreichen Bilanz“, bezogen auf das Jahr 2019, spricht. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem im Bereich der Polizeiwache Lengerich rückläufige Zahlen registriert worden sind. „Leider trifft das nicht auf die Zahl der bei Unfällen Getöteten zu“, bedauert der Erste Polizeihauptkommissar und Dienststellenleiter. Im vergangenen Jahr waren, wie schon 2018, zwei Todesopfer zu beklagen.

Ein Grund für die rückläufigen Unfallzahlen ist nach seiner Überzeugung „die höhere Kontrolldichte und Präsens, die wir zeigen“. Ein Indiz dafür sieht er bei den Unfallursachen. Dort ist das Thema nicht angepasste Geschwindigkeit auf Rang vier der Unfallursachen gerutscht. 2018 war das noch der dritthäufigste Grund.

Nach wie vor stehen Vorfahrtfehler in dieser Statistik an erster Stelle, gefolgt von Fehlern beim Wenden und Abbiegen, die in einen Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer münden. Der Missbrauch von Alkohol beim Führen eines Fahrzeugs ist die dritthäufigste Ursache für einen Unfall. Eine Besonderheit im Bereich der Wache Lengerich ist der hohe Anteil an Wildunfällen an der Gesamtzahl. Mehr als jede fünfte gemeldete Kollision (21,17 Prozent) hat sich mit einem Wildtier – in der Regel ein Reh – ereignet.

An der Prioritätenliste der Beamten im Wachbereich – zuständig für Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg – werde sich nichts ändern, versichert der 61-Jährige. Ganz oben stehen dort Fahrrad- und Pedelecfahrer. Im Kreisgebiet ist die Zahl dieser Verkehrsteilnehmer, die in einen Unfall verwickelt worden sind, gestiegen. Im Raum Lengerich ist das anders. Die Zahl der in Unfälle verwickelten Pedalritter ist im Wachbereich von 38 auf 30 gesunken. Dieser Rückgang ist allerdings ausschließlich auf die Entwicklung in Lengerich zurückzuführen. Verunglückten dort im Jahr 2018 noch 26 Radfahrer, waren es im vergangenen Jahr 15. In Ladbergen (2/5) und Lienen (6/8) stieg die Zahl der in Unfälle verwickelten Radler, in Tecklenburg (4/2) war sie ebenfalls rückläufig.

Bei den Pedelecs – Fahrräder mit elektrischer Unterstützung – wurden in Ladbergen (2018: 2), Lienen (2) und Tecklenburg (0) im vergangenen Jahr keine Unfallbeteiligungen zu Protokoll genommen. In Lengerich waren fünf Pedelec-Fahrer in Unfälle verwickelt, 2018 waren es drei.

Was Walter Lüttmann ebenfalls erfreut zur Kenntnis nimmt, ist die Tatsache, dass es keine Altersgruppe gibt, die überproportional oft in Unfälle verwickelt worden ist. „Wir werden weiter auf hohem Niveau überwachen und kontrollieren“, verspricht er. Nicht zuletzt in Lienen habe das bei den Motorradfahrern in Holperdorp Wirkung gezeigt. Davon ist er mit Blick auf die Statistik überzeugt. „Vielleicht hat es sich ja in der Szene herumgesprochen, dass die Polizei häufiger dort ist.“

Dass Verkehrspuppenbühne und Crash-Veranstaltungen bei den jungen Verkehrsteilnehmern Wirkung zeigen, steht für den Dienststellenleiter ebenfalls fest. Gleichwohl formuliert er die Botschaft an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, „vorsichtig sein und sich an die Regeln halten, möglichst Gefahren erkennen und entsprechend reagieren“.

Auch wenn Alkohol- und Betäubungsmittelkonsum nicht mehr so häufig als Unfallursache festgestellt werden: „Wir werden weiter kontrollieren, das gilt auch für Zweiradfahrer“, verspricht er.

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