Unternehmertag widmet sich den Veränderungen in der Arbeitswelt
Der unumgängliche Wandel

Lengerich -

Etwa 170 Gäste haben am Mittwoch am 9. Unternehmertag in der Gempt-Halle teilgenommen. Veranstalter waren die vier Kommunen Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg. Thematisch ging es um den durch Globalisierung und Digitalisierung bedingten Wandel der Arbeitswelt.

Mittwoch, 26.02.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 18:04 Uhr
Die Moderatoren Dennis Hunke (linkes Foto links) und Eckart Schlamann machten deutlich, welche tiefgreifende Veränderungen „New Work“ für Unternehmen mit sich bringt.
Die Moderatoren Dennis Hunke (linkes Foto links) und Eckart Schlamann machten deutlich, welche tiefgreifende Veränderungen „New Work“ für Unternehmen mit sich bringt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es machte ein wenig den Eindruck, als ob die rund 170 Gäste, die am Mittwoch am „9. Unternehmertag Region Lengerich“ in der Gempt-Halle teilnahmen, für sie bislang unbekanntes Terrain betreten würden. Aus den Begrüßungsworten von Moderator Eckart Schlamann ging das ebenso hervor wie aus dem Eingangsvortrag von Tobias Krüger . Der Bereichsleiter Kulturwandel 4.0 bei der Otto-Gruppe sprach davon, dass die „Zukunft wie ein dunkler Raum“ sei, in dem sich die Firmen zurecht finden müssten und den sie versuchen müssten zu durchleuchten. Konkret ging es während der Veranstaltung um die vielen Facetten der „New Work“ – also jene Arbeitsweisen, die Globalisierung und Digitalisierung mit sich bringen.

Dabei wollten die Macher der Veranstaltung die Chancen, die der Wandel biete, in den Vordergrund stellen, so Schlamann, und Mut machen, die Herausforderungen anzunehmen. Doch der Chef des Lengericher Beratungsunternehmens Entra betonte auch: „Wer den Wandel nicht mitmacht oder ihn nicht schafft, ist weg vom Fenster.“

Welch große Dimension der Übergang in die „Arbeitswelt 4.0“ haben wird, unterstrich auch Anja Karliczek. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung richtete per Video ein Grußwort an die Unternehmertag-Teilnehmer. Dabei sprach die Brochterbeckerin vom „rasanten Tempo“ des technischen Fortschritts und davon, dass sich in Deutschland eine Weiterbildungskultur entwickeln müsse, um den Herausforderungen gerecht werden zu können. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer seien gefragt und gefordert.

Unter den Referenten war mit Tobias Krüger einer, der schon durch sein Äußeres und seine Art der Kommunikation die Botschaft vom Wandel transportierte. Turnschuhe, Jeans und Pulli statt Lackschuhe, Anzug und Krawatte, Duzen statt Siezen – der sogenannte „Divison Manager“ nannte es selbst „Regelbrüche“, die er da bewusst beging.

Er schilderte, welch tiefgreifenden Wandel die Otto-Gruppe unterworfen worden sei, seitdem 2011 die Frage nach der Antwort auf die Digitalisierung im Unternehmen zum zentralen Thema geworden sei. Der legendäre Katalog sei schnell passé gewesen, mit großem Tempo seien zahlreiche neue Geschäftsmodelle an den Start gebracht worden, etwa das Angebot, personalisierte Werbung zu liefern mit Hilfe des immensen Datenschatzes, den man durch das Versandgeschäft angesammelt habe. Doch nach ein paar Jahren sei klar gewesen, dass noch mehr kommen müsse: ein „Kulturwandel“.

Der soll Mut, Neugierde und Begeisterung wecken für die erforderlichen Transformationen. So habe im gesamten Konzern das „Du“ das „Sie“ ersetzt, um hierarchische Strukturen aufzubrechen und Teamgeist zu vermitteln. Das wiederum fördere Vielfalt, Kreativität und den Willen zur Kooperation. Tobias Krüger warb in diesem Zusammenhang dafür, „Subkulturen“ in Unternehmen zu ermöglichen und zu fördern statt standardisierte Einheitslösungen für alle Bereiche zu liefern; er plädierte für die Einbindung aller Mitarbeiter in die Prozesse. Dafür brauche es in den Firmen aber nicht zuletzt „kulturelle Reife“.

Er wie auch die anderen Referenten, etwa von der Bertelsmann-Stiftung, präsentierten ihre Themen während des Unternehmertages erstmals an Thementischen. Die Veranstalter – die Kommunen Lengerich, Lienen, Ladbergen und Tecklenburg – wollten den Besuchern so bessere Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Auch das wohl eine Art „New Work“.

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