Tödliche Auseinandersetzung
55-Jähriger nach Messerstichen gestorben

Lengerich -

Bei einer Auseinandersetzung in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyeringstraße ist am Sonntagnachmittag ein 55-jähriger Ibbenbürener getötet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll ihm ein 36 Jahre alter Lengericher mehrere tödliche Messerstiche zugefügt haben. Der mutmaßliche Täter stellte sich später auf der Polizeiwache in Lengerich.

Montag, 02.03.2020, 11:35 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 18:47 Uhr
In diesem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße kam es am Sonntagnachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, bei der ein 55-jähriger aus Ibbenbüren durch Messerstiche getötet wurde.
In diesem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße kam es am Sonntagnachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern, bei der ein 55-jähriger aus Ibbenbüren durch Messerstiche getötet wurde. Foto: Jens Keblat
 

Demnach hatte am Sonntag um 14.40 Uhr ein Zeuge die Polizei alarmiert, da es in einer Wohnung in dem Mehrfamilienhaus zu einer Messerstecherei gekommen sei. Der Zeuge erwartete die Beamten und führte sie zu der im vierten Obergeschoss liegenden Wohnung. Dort fanden die Rettungskräfte den leblosen Körper eines 55-jährigen Ibbenbüreners. Der eingesetzte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die beim Polizeipräsidium Münster eingesetzte Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Joachim Poll erhielt schnell Hinweise auf den mutmaßlichen Täter. „Ein 36-jähriger Lengericher soll den 55-Jährigen mit einem in der Wohnung liegenden Messer unvermittelt angegriffen und mit mehreren Stichen tödlich verletzt haben soll“, erklärte Joachim Poll. „Der 36-Jährige flüchtete nach der Tat zunächst, stellte sich dann kurze Zeit später auf der Polizeiwache Lengerich und ließ sich festnehmen.“

Täter stellte sich auf der Polizeiwache 

Nach ersten Ermittlungen der Mordkommission war der 55-Jährige beim Mieter der Wohnung zu Besuch. Als es an der Tür klingelte, öffnete der Mieter und ließ den 36 Jahre alten Lengericher in die Wohnung. Danach kam es offenbar zu der tödlichen Auseinandersetzung.

Möglicherweise ist der Auseinandersetzung ein Streit vorausgegangen.

Oberstaatsanwalt Martin Bothenhardt

„Der 36-jährige Beschuldigte hat sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen eingelassen“, erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt . „Möglicherweise ist der Auseinandersetzung ein Streit vorausgegangen, hierzu dauern die Ermittlungen an.“ Nicht bestätigen konnte der Oberstaatsanwalt auf Nachfrage der WN, dass es sich bei der Auseinandersetzung um einen Streit im Drogenmilieu gehandelt habe.

Auch auf das in der Stadt kursierende Gerücht, es habe sich um eine Auseinandersetzung zwischen zwei türkischen Großfamilien gehandelt, ging Martin Botzenhardt nicht ein. Er verwies darauf, dass das Opfer deutscher Staatsangehöriger sei. Der mutmaßliche Täter verfüge möglicherweise über eine doppelte Staatsbürgerschaft. Auch in diesem Punkt seien die Ermittlungen noch nicht beendet.

Obduktion des Leichnams

Der Leichnam des Verstorbenen ist am Montag (2.3.) im Rechtsmedizinischen Institut des Universitätsklinikums Münster obduziert worden.

"Ursächlich für den Tod des 55-Jährigen waren mehrere Messerstiche in den Oberkörper", fasste Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt das Obduktionsergebnis zusammen. "Die Stiche führten zu einem masssiven Blutverlust und in der Folge zum Tod des Ibbenbüreners."

Die Staatsanwaltschaft Münster hat beim zuständigen Amtsgericht den Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes gegen den 36-jährigen Beschuldigten beantragt. Am Nachmittag folgte ein Richter dem Antrag, erließ Haftbefehl und ordnete die sofortige Untersuchungshaft an. Die Ermittlungen -  insbesondere zu einem möglichen Tatmotiv - dauern an.

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