Positive Entwicklung im Bereich der Kriminalität
Zahl der Straftaten ist rückläufig

Lengerich -

Möglicherweise zeigt die Konzentration der Polizei auf bestimmte Deliktfelder Wirkung. Mit Blick auf die rückläufige Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr und die Aktivitäten der Beamten will Arthur Büscher das nicht ausschließen. Der Erste Polizeihauptkommissar ist Leiter des für den Bereich Lengerich zuständigen Kommissariats.

Dienstag, 03.03.2020, 06:09 Uhr
Die Grafik zeigt die Deliktzahlen in einzelnen Kriminalitätsbereichen.
Die Grafik zeigt die Deliktzahlen in einzelnen Kriminalitätsbereichen. Foto: Jürgen Christ/Colourbox

Im Grunde sei er „positiv überrascht“, bekennt Arthur Büscher mit Blick auf die Kriminalitätsentwicklung im Bereich der Polizeiwache Lengerich. Die Zahl der bei den Beamten gemeldeten Delikte hat sich gegenüber 2018 im Vorjahr um 256 auf 2207 verringert.

Dieser Trend gelte für alle vier zum Bereich des Kommissariats gehörenden Kommunen, so dessen Leiter. Zum Teil könnte es nach seiner Einschätzung daran liegen, „dass wir bestimmte Bereiche in den Fokus genommen haben“. Dazu zählt der Erste Polizeihauptkommissar beispielsweise den Bereich Straßenkriminalität. Mehr Sensibilität für und schnellere Reaktion auf solche Delikte führt er als mögliche Ursachen an.

Die Zahl der gemeldeten Delikte sinkt

Dass bei Diebstählen eine leichte Steigerung der Fallzahlen registriert worden ist, führt er auf organisierte Banden, sogenannte reisende Täter, zurück. Gerade in Ladbergen und Lengerich sei dieser Trend zu beobachten. Beide Kommunen lägen nahe an der Autobahn 1. Speziell Straftaten auf den Parkplätzen der A1 hätten zu dem Anstieg geführt. „Die Täter haben Lkw mit ihren Ladungen im Visier“, sagt er im Gespräch mit den WN.

Diebstähle aus Kfz, das sind insbesondere Täter, die sich auf Lkw-Ladungen spezialisiert haben.

Arthur Büscher, Erster Polizeihauptkommissar

Im Bereich der Wohnungseinbruchdiebstähle hat die Polizei einen Rückgang der absoluten Zahlen registriert. Dazu beigetragen haben die Schwerpunktaktionen, bei denen uniformierte und Beamte in zivil potenzielle Täter ins Visier genommen hatten. Und auch bei den Einbrüchen in Wohnungen komme der Großteil der Täter von auswärts. „Auch das lässt sich an den Zahlen für Lengerich und Ladbergen ablesen“, so der 58-Jährige.

Ob die leichte Steigerung bei den Diebstählen eine statistische Schwankung sei oder einen Trend anzeige, vermag er nicht zu beurteilen. Fakt sei aber, dass es auch in diesem Deliktfeld vornehmlich reisende Täter seien. Diese schlügen bevorzugt in Einkaufsmärkten zu, wenn das ausgespähte Opfer einen Moment nicht aufmerksam sei. Zudem geht er davon aus, dass den Tätern bekannt sei, in welchem Märkten eine Videoüberwachung installiert sei und in welchen nicht.

Weniger Einbrüche in Wohnungen

Das spektakulärste Gewaltverbrechen im vergangenen Jahr ist die Geiselnahme in der Kreissporthalle in Lengerich gewesen. „Im Nachhinein muss man sagen, dass von der ersten Kontaktaufnahme mit dem Täter alles super gelaufen ist.“ Was wohl wesentlich zur gewaltlosen Beendigung dieser Tat geführt habe.

Ein Auge habe die Kriminalpolizei auch auf sexuelle Gewalt und Missbrauch gegen Kinder und Jugendliche, gerade in den Sozialen Medien. Und auch rassistische Beleidigungen in diesem Umfeld werden von der Polizei verfolgt.

Zugenommen hat, das bestätigt Arthur Büscher, die Bedrohung und Gewalt gegenüber Einsatzkräften, nicht nur der Polizei, sondern auch der Rettungsdienste. „Auch in dem Bereich sind wir sensibler geworden, reagieren auf massive Ausfälle gegenüber den Einsatzkräften“, stellt der Kriminalpolizist fest.

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