Vortrag über Luftangriff vor 75 Jahren
Als in Hohne Bomben vom Himmel fielen

Lengerich -

Eine ganze Reihe von Fragen haben die Organisatoren eines Vortragsabends zusammengetragen, der sich mit dem letzten Luftangriff des Zweiten Weltkriegs auf Lengerich befasst. Das heißt, eigentlich fielen die Bomben in Hohne und forderten 48 Todesopfer. Warum war Hohne das Ziel?

Mittwoch, 04.03.2020, 12:51 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 13:00 Uhr
Etwa 30 Gebäude wurden bei dem Luftangriff zerstört, rund 250 beschädigt.
Etwa 30 Gebäude wurden bei dem Luftangriff zerstört, rund 250 beschädigt. Foto: Familie Tiemann (Lengerich)

Vor 75 Jahren, am 13. März 1945, starteten Spitfire-Jagdflugzeuge und Mittelstreckenbomber von Stützpunkten in Belgien und den Niederlanden. Das Ziel, das die Besatzungen ansteuerten: Hohne. Es war ein Luftangriff mit dramatischen Folgen für die Bevölkerung. Daran wird am Mittwoch, 11. März, ab 19 Uhr mit einer Veranstaltung in der Hohner Kirche erinnert.

Die Sirenen heulten an jenem frühlingshaften Tag bereits seit den Morgenstunden in Lengerich. Um 12.04 Uhr detonierten dann die ersten Bomben im Osten der Stadt. 500 Menschen wurden obdachlos, 48 starben, unter ihnen auch acht Zwangsarbeiter.

Sind alle Opfer auf dem Hohner Friedhof begraben? Was ist dran an dem Gerücht, dass mit den Bombenopfern heimlich auch SS-Leute begraben wurden? Und warum wurde Hohne und nicht Lengerich bombardiert, wo fast alle Fabriken auf Rüstungsproduktion umgestellt hatten? Diese und weitere Fragen sollen laut Pressemitteilung gestellt und beantwortet werden. Mit Bildern und Dokumenten wollen Pastor Harald Klöpper und Karl Kassenbrock in das Thema einführen. Karl Kassenbrock wird unter anderem ein weitgehend unbekanntes Kapitel aufschlagen. Es geht um die 5. SS-Eisenbahn-Baubrigade, die sechs Tage lang mit 100 bis 160 Mann Aufräumarbeiten am Lengericher Bahnhof durchführte.

Es dürfte wohl die letzte Veranstaltung sein, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen können, kündigen die Veranstalter an. Sie verweisen zur Quellenlage zudem darauf, dass einige Überlebende des Bombenangriffs ihre Erlebnisse aufgeschrieben haben. Darunter seien auch zwei Zwangsarbeiter aus Dänemark und den Niederlanden gewesen, ein Fakt der ebenfalls vielen nicht bekannt sei.

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