Gesundheitliches Risiko als zu hoch eingeschätzt
Sportschau wird verschoben

Lengerich -

Der erste Verdachtsfall auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hat am Freitagmittag zur Absage der für Samstag geplanten 30. Lengericher Sportschau geführt. Der Stadt habe sich keine Wahl geboten, betonte Bürgermeister Wilhelm Möhrke. Die Veranstalter der Sportschau stehen hinter dieser Entscheidung und setzen auf einen Nachholtermin Ende Mai/Anfang Juni.

Freitag, 06.03.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 15:28 Uhr
Die Dreifachsporthalle bliebt heute Abend geschlossen. Die Lengericher Sportschau 2020 wird auf einen neuen Termin, voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni, verlegt.
Die Dreifachsporthalle bliebt heute Abend geschlossen. Die Lengericher Sportschau 2020 wird auf einen neuen Termin, voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni, verlegt. Foto: Michael Baar

Die 30. Lengericher Sportschau findet heute Abend nicht statt. Die Veranstalter – Stadt, Stadtsportverband, Stadtsparkasse und Westfälische Nachrichten – haben diesen Beschluss am Freitagmittag gefasst. Grund für diesen Entschluss ist ein Covid-19-Verdachtsfall in der Stadt. „Ein Mann ist unter häusliche Quarantäne gestellt worden, da er nachweislich Kontakt zu einem mit dem Corona-Virus infizierten Menschen hatte“, erläutert Bürgermeister Wilhelm Möhrke .

Theateraufführungen in der Gempt-Halle und LWL-Klinik

Hinzu kommen ein möglicher weiterer Verdachtsfall, der eine Frau betreffe. Diese Informationen habe die Stadt am Donnerstagabend erhalten. Nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt sieht Wilhelm Möhrke – ebenso wie die anderen Veranstalter der Sportschau – keinen anderen Weg, als die Veranstaltung heute Abend abzusagen. Die Sportschau soll, so der Beschluss, Ende Mai/Anfang Juni nachgeholt werden. Ebenfalls abgesagt werden die Aufführungen der Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel am Samstag und Sonntag in der Gempt-Halle. Auch der Auftritt am Freitagabend ist abgesagt worden. Das gilt auch für die Aufführungen des Theaters in der Klinik am heutigen Samstag und Sonntag, die ebenfalls abgesagt werden.

Das gesundheitliche Risiko in der Dreifachhalle ist nicht einzuschätzen und deshalb nicht tragbar.

Wilhelm Möhrke, Bürgermeister

Die Risiko-Abschätzung habe keine andere Wahl gelassen. Bei der Sportschau kämen rund 1000 Leute in der Dreifachhalle zusammen. „Sie sitzen eng beieinander, die Belüftung ist nicht optimal, das gesundheitliche Risiko nicht einzuschätzen und deshalb nicht tragbar“, führt der Bürgermeister aus. Da die Besucher nicht nur aus Lengerich kommen, sondern aus vielen Orten, sei bei möglichen Verdachtsfällen im Anschluss an die Veranstaltung die Infektionskette nicht mehr nachvollziehbar.

Eintrittskarten und Sportlerwahl

 

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Die für die Sportschau gebuchten Profis „haben alle Verständnis“, berichtet Detlef Dowidat, Initiator der Veranstaltung. Leid tue es ihm für die vielen Gruppen aus Vereinen, Schulen und Kindergärten, die sich monatelang auf ihren Auftritt heute Abend vorbereitet haben. „Sie werden beim neuen Sportschau-Termin auf jeden Fall dabei sein“, soll deren Mühe doch noch den verdienten Applaus finden.

Über diese Regelung herrscht ebenfalls Einigung unter den Veranstaltern. „Das wird meine beiden Enkelinnen etwas trösten, die sich schon monatelang auf ihren Auftritt vorbereiten“, erzählt Achim Glörfeld, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse.

Veranstalter suchen neuen Sportschau-Termin Ende Mai/Anfang Juni

Geduld aufbringen müssen etliche Sportler. Der Verkündung der Ergebnisse der Wahlen zum Sportler, zur Sportlerin und zur Mannschaft des Jahres wird auf den neuen Sportschau-Termin verschoben. Das trifft auch für die Sportlerehrung der Stadt zu, ergänzt der Bürgermeister.

Kommentar

Die einzige Möglichkeit

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Ob die in den nächsten Wochen in der Stadt geplanten Veranstaltungen stattfinden werden, entscheidet sich am Montag. „Auf Basis der aktuellen Entwicklung wird das Risiko abgeschätzt“, erläutert Martin Pogrifke, Leiter des Fachdienstes Ordnung und Sicherheit in der Stadtverwaltung. Zugrunde gelegt werden dabei die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Risikoabschätzung.

 

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