Konzerte, Gewerbeschau „Intrup macht mobil“ und „Lengericher Lenz“ abgesagt
Stille senkt sich über die Stadt

Lengerich -

In die Gempt-Halle wird in den nächsten Wochen Ruhe einkehren. Die Stadt hat mit Blick auf die Verbreitung des Coronavirus bis Ende März alle Großveranstaltungen in der Halle abgesagt. Betroffen sind Konzerte und die Vogelbörse. Auch von privater Seite sind Veranstaltungen abgesagt worden.

Dienstag, 10.03.2020, 11:36 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 17:16 Uhr
Dieses Bild auf dem Rathausplatz bot sich im vergangenen Jahr beim Frühjahrsmarkt im Rahmen des „Lengericher Lenz“. Der ist für dieses Jahr, genau wie die Gewerbeschau „Intrup macht mobil“, von den Veranstaltern abgesagt worden..
Dieses Bild auf dem Rathausplatz bot sich im vergangenen Jahr beim Frühjahrsmarkt im Rahmen des „Lengericher Lenz“. Der ist für dieses Jahr, genau wie die Gewerbeschau „Intrup macht mobil“, von den Veranstaltern abgesagt worden.. Foto: Michael Baar

Der wegen der Verbreitung des Coronavirus gebildete Einsatzstab der Stadt Lengerich hat am Dienstagmorgen eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen abgesagt. Stattfinden sollten in der Gempt-Halle bis Ende März mehrere Konzerte und die Vogelbörse. am Nachmittag die nächste (Hiobs-)Botschaft: Die Gewerbeschau „Intrup macht mobil“ und der „Lengericher Lenz“ werden ebenfalls nicht stattfinden.

Die Veranstalter der Gewerbeschau haben „Intrup macht mobil“ abgesagt. Das bestätigt Martin Pogrifke auf Nachfrage der WN . Ebenfalls einvernehmlich hätten die Organisatoren des „Lengericher Lenz“ diesen Schritt beschlossen. Damit einher geht auch die Absage der für beide Veranstaltungen vorgesehenen verkaufsoffenen Sonntage, so der Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung.

Die Gewerbeschau, für das letzte März-Wochenende geplant, hat in der Vergangenheit immer mehrere Tausend Besucher in das Gewerbegebiet Lohesch gelockt. Unter dem Sammelbegriff „Lengericher Lenz“ waren unter anderem die Autoausstellung der Lengericher Händler, der Frühjahrsmarkt der Werbegemeinschaft und die Frühjahrskirmes zusammengefasst worden. Das wird vom 17. bis 19. April jetzt nicht der Fall sein.

Nach Angaben der Stadtverwaltung schätzen die Gesundheitsbehörden die aktuelle Situation weiterhin als „ernst“ ein. Durch geeignete Maßnahmen wie Vermeidung von großen Veranstaltungen soll die Verbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden.

Keine Verdachtsfälle bei Teilnehmern der Skifreizeiten

Für die am vergangenen Wochenende aus Südtirol zurückgekehrten Schülergruppen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Friedrich-von-Bodelschwingh-Realschule und deren Begleiter hat das Gesundheitsamt des Kreises eine 14-tägige Quarantäne verhängt (WN berichteten). Diese gilt bis zum 22. März. Verdachtsfälle wurden in den Gruppen bislang nicht festgestellt, schreibt die Verwaltung.

Auf der Grundlage der aktuellen Situation hat der kommunale Einsatzstab der Stadt beschlossen, folgende öffentliche Veranstaltungen in der Gempt-Halle abzusagen: 13. März: Konzert „Kings of Floyd“; 15. März: Vogelbörse; 19. März: Chorkonzert „Guck mal“ mit MGV Antrup, MGV Höste und „6 Zylinder“; 28. März: Konzert 40 Jahre Akkordeonorchester „Tanzende Finger“; 29. März: Konzert „Come fly with me“ der Busy Bee Big Band der Musikschule.

Vom Veranstalter abgesagt worden ist die „Back to the 90‘s Party“ am 21. März in der Gempt-Halle (WN berichteten).

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Die Stadt bittet die Verantwortlichen von privaten Veranstaltungen zu prüfen, ob diese gegebenenfalls aufgrund der Corona-Situation abgesagt oder verschoben werden können. Private Veranstaltungen, für die die Gempt-Halle gemietet worden ist, sind (bislang) von der Verwaltung nicht abgesagt worden.

Die Veranstalter hätten ausnahmslos Verständnis für die Absagen gezeigt, berichtet Michael Rottmann im Gespräch mit den WN. Für das Konzert der Band „Kings of Floyd“ werde nach einem Nachholtermin gesucht, so der Hallenmanager weiter. „Das ist gar nicht so einfach, weil die freien Termine der Halle mit dem Tourneekalender der Band korrespondieren müssen“, erläutert er. Deshalb werde der neue Termin, wenn er denn gefunden wird, wohl im nächsten Jahr liegen.

Ebenfalls auf einen Nachholtermin setzen die Chöre MGV Antrup und MGV Höste, das Akkordeonorchester „Tanzende Finger“ und die Busy Bee Big Band. Was mit den bereits gekauften Karten geschieht, „entscheiden die Veranstalter“, sagt Michael Rottmann.

Für die Gempt-Halle ist die Lage dennoch diffizil. „Die Komplexität entsteht dadurch, dass wir nicht nur Vermieter und Veranstalter sind, sondern sehr oft auch als Dienstleister auftreten.“ Eine Haftung werde durch den Bestand der „höheren Gewalt“ sicher anders interpretiert als durch eine Stornierung durch den Veranstalter, vermisst der Hallenmanager klare rechtliche Vorgaben.

Die zweite Seite der ganzen Absagen betrifft die finanziellen Aspekte. „Eine Veranstaltung besteht ja nicht nur aus Raumkosten, sondern auch aus Zusatzleistungen wie Personal, Technik, Auf- und Abbau“, zählt er auf. Auf welchen Betrag sich das für die Halle addiert, vermag er nicht zu sagen. „Sicher ist bis dato, dass der Umsatz der abgesagten größeren Veranstaltungen für die Gempt-Halle durchaus eine relevante Größenordnung hat.“

Die Priorität sieht Michael Rottmann ohnehin an anderer Stelle: „Die Gesundheit steht im Vordergrund.“

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