W & H-Mitarbeiterin klagt seit Dienstag über Grippesymptome
Corona-Verdacht bestätigt sich

Lengerich -

Wegen Grippesymptomen ist eine Mitarbeiterin des Maschinenbauers Windmöller & Hölscher seit Dienstag zuhause geblieben. Am Donnerstagnachmittag steht fest, dass die Frau vom Coronavirus befallen ist. Derweil haben die Lengericher Schulen alle Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts abgesagt.

Donnerstag, 12.03.2020, 19:04 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 18:12 Uhr
Die Stadtverwaltung rät Bürgern, statt persönlich per Telefon oder übers Internet ihre Anliegen zu klären. Nur in Ausnahmefällen sollten die Gebäude an der Tecklenburger Straße aufgesucht werden.
Die Stadtverwaltung rät Bürgern, statt persönlich per Telefon oder übers Internet ihre Anliegen zu klären. Nur in Ausnahmefällen sollten die Gebäude an der Tecklenburger Straße aufgesucht werden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Der Coronavirus macht vor der Stadt keinen Halt. Am Donnerstag ist eine Mitarbeiterin des Maschinenbauers Windmöller & Hölscher positiv getestet worden. Das bestätigte das Familienunternehmen auf Nachfrage der WN .

Die am Hauptsitz in Lengerich tätige Mitarbeiterin sei schon seit Dienstag zu Hause geblieben, da sie über leichte Grippesymptome klagte. „Die Mitarbeitenden sind schon vor längerer Zeit nachdrücklich darauf hingewiesen worden, bei ersten Symptomen zu Hause zu bleiben“, erläutert Dominique Alhäuser im Gespräch mit den WN.

Die direkten Kontakt wurden schnell nachvollzogen

Dank dieser intensiven Vorsorgemaßnahmen hätten die direkten Kontakte der Mitarbeiterin schnell nachvollzogen werden können, ergänzt die Pressesprecherin. Eine Person im Unternehmen, die direkten Kontakt zur Betreffenden hatte, sei vom Gesundheitsamt unter häusliche Quarantäne gestellt worden. Acht Personen mit geringem Ansteckungsrisiko arbeiten im Home Office, sechs weitere Personen aus dem beruflichen Umfeld seien vom Unternehmen gebeten worden, zunächst vorsorglich zuhause zu arbeiten, erläutert sie die direkten Maßnahmen.

Oberste Priorität hat der Schutz aller Mitarbeitenden am Standort.

Robert Tenfelde, Leiter Task Force zur Corona-Prävention bei W & H

„Wir sind in engem Kontakt mit den Behörden und unseren Mitarbeitern, die zuhause sind. Oberste Priorität hat der Schutz aller Mitarbeitenden am Standort“, erklärt Robert Tenfelde , der die Task Force zur Corona-Prävention bei W &  H leitet. Das Familienunternehmen hatte seit Zunahme der Infektionen in Europa umfangreiche Vorsorge- und Hygienemaßnahmen umgesetzt (WN berichteten).

Unabhängig von Windmöller & Hölscher haben die Leitungen aller Lengericher Schulen bis zum 30. April alle schulischen Veranstaltungen, die außerhalb des regulären Unterrichts liegen, abgesagt. Betroffen davon sind unter anderem Elternsprechtage, Elternabende, Schulfeste, aber auch Schülerbetriebspraktika, Berufsfelderkundungstage für die Jahrgangsstufe 8 sowie die Girls-Boys-Tage am 1. und 2. April. Das geht aus einer Pressemitteilung der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule hervor.

Keine Schülerpraktika und Ferienfreizeiten

Die Stadt als Schulträger der Grundschulen und weiterführenden Schulen kann das nicht verbindlich vorschreiben. „Wir können nur auf die Handlungsempfehlungen von Kreis, Gesundheitsamt und Bezirksregierung hinweisen“, sagt Jutta Lindemann im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Die Entscheidung liegt in den Händen der jeweiligen Schulleitung, ergänzt die stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Schule, Sport und Kultur. Entsprechende Informationen an die Erziehungsberechtigten sind von den Schulen auf den Weg gebracht worden.

Die Stadtverwaltung ruft darüber hinaus alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, nur noch absolut notwendige und dringende Besuche in der Verwaltung vorzunehmen. Als Alternative zur Kontaktaufnahme, um Anliegen zu klären, wird auf den Telefonweg und das Internet (www.lengerich.de) verwiesen.

Auch der Evangelische Kirchenkreis hat Empfehlungen an die 17 Kirchengemeinden mit ihren rund 72 000 Gemeindegliedern herausgegeben. Die Gemeinden werden aufgerufen, bis Ende April weitestgehend auf Veranstaltungen zu verzichten.

Die Presbyterien vor Ort entscheiden über die Maßnahmen.

Superintendent André Ost

Das gelte laut Pressemitteilung beispielsweise für größere Gottesdienstformate – Vorstellung von Konfirmanden, Konfirmationsjubiläen – wie auch für regelmäßige Veranstaltungen der Gruppen und Kreise in den Gemeinden. „Konfirmanden- und Jugendfreizeiten finden bis Ende April nicht statt“, heißt es in der Mitteilung.

Weitere Absagen

Nach Angaben

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„Vor Ort sollte in den Presbyterien abgestimmt werden, welche Gottesdienste in den kommenden Wochen stattfinden und wie ein Ansteckungsrisiko möglichst vermieden werden kann“, rät Superintendent André Ost. . Er rät, Menschen für Andacht und Gebet die Kirchen zu öffnen.

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