Stadt schließt Hallen, Stadien und Gempt-Halle
Kein Sport, kein Unterricht und keine Unterhaltung bis 19. April

Lengerich -

Das öffentliche Leben kommt langsam zum Erliegen. Egal ob Sport, Schule oder Unterhaltung, bis zum 19. April sind in der Stadt alle Veranstaltungen abgesagt und die entsprechenden Austragungsstätten geschlossen worden. Auch die evangelische Kirchengemeinde hat auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert.

Freitag, 13.03.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 14:38 Uhr
Dunkle Wolken ziehen über der Gempt-Halle auf, in der bis zum 19. April keine Veranstaltungen stattfinden werden. Das gilt auch für alle Sportstätten und das Hallen- und Freibad in Lengerich.
Dunkle Wolken ziehen über der Gempt-Halle auf, in der bis zum 19. April keine Veranstaltungen stattfinden werden. Das gilt auch für alle Sportstätten und das Hallen- und Freibad in Lengerich. Foto: Michael Baar

Ab Montag wird der Unterrichtsbetrieb an den Lengericher Schulen eingestellt. Gewährleistet wird nur eine Betreuung während der üblichen Unterrichtszeit. Die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind am Montag und Dienstag zur Schule schicken. Ab Mittwoch, 18. März, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung, soll ein verlässliches Betreuungsangebot für Kinder von Eltern in Berufen, die für die Daseinsvorsorge – insbesondere im Gesundheitswesen – besonders wichtig sind, sichergestellt werden.

Verlässliche Schulzeit und Offene Ganztagsgrundschule bleiben

Das Angebot der verlässlichen Schulzeit und der Offenen Ganztagsgrundschule an den vier Grundschulen wird aufrechterhalten, versichert die Verwaltung. Bereits am Montag sind die Kindertageseinrichtungen geschlossen, verweist die Stadt auf einen entsprechenden Beschluss der Landesregierung. Wie bei den Schulen müssen Betreuungsangebote für Kinder bestimmter Personengruppen vorgehalten werden.

Sport treiben in Zeiten von Coronavirus – das wird in den nächsten Wochen kaum möglich sein. Allenfalls auf privater Basis. Die Stadt hat ab heute das Hallen- und Freibad geschlossen. Bis zum 19. April findet dort kein Badebetrieb statt. Gleiches gilt für die städtischen Sporthallen und -stadien. Ob Trainingsbetrieb, Spielbetrieb, Schulsport oder Freizeitsport – „die Nutzung der Sportstätten ist in diesem Zeitraum nicht mehr möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung. Auch der TV Lengerich erklärt sich solidarisch und stellt ab sofort bis einschließlich 30. April den kompletten Sportbetrieb ein. Das Sport- und Gesundheitszentrum bleibt geschlossen. Das Fitness-Studio bleibt bis zum 19. April geschlossen. Und auch in der Gempt-Halle wird bis zum 19. April Ruhe herrschen. Keine Veranstaltungen, keine Proben – gar nichts.

Wir werden alles tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke

„Wir werden alles tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, unterstreicht Bürgermeister Wilhelm Möhrke . Froh ist er darüber, „dass viele Menschen Verständnis für dieses Vorgehen haben“. Und, das gibt der frühere Apotheker unumwunden zu, „so etwas habe ich noch nie erlebt“.

Der Krisenstab in der Stadtverwaltung berät sich täglich. „Nicht unbedingt im persönlichen Gespräch, das geht auch telefonisch“, erläutert Jürgen Kohne, Mitglied des Gremiums, dass auch in der Verwaltung die persönlichen Kontakte auf ein Minimum reduziert werden.

Wochenschichten im Abwasserwerk

Vorsorge getroffen hat die Stadt bereits beim Abwasserwerk. Dort ist ein Schichtbetrieb eingeführt worden. „Die Belegschaft wechselt im Wochen-Rhythmus“, erläutert Ludger Dierkes. Der Krisenstab habe ebenfalls die Planungen aufgenommen für den Bereich des Ordnungsamts, ergänzt Fachdienstleiter Martin Pogrifke. Klares Ziel sei es aber, den normalen Betrieb, gerade mit Blick auf die Öffnungszeiten, aufrecht zu halten.

Eingestellt hat der Bürgermeister seine Gratulationsbesuche bei Altersjubilaren und Ehejubiläen. „Ich will diese Personen nicht gefährden“, nennt er den Grund für dieses Verhalten. Wenn möglich, will er die Besuche nachholen, versichert er im Gespräch mit den WN.

Wir müssen handlungsfähig bleiben.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke

Die politischen Gremien – Stadtrat und dessen Ausschüsse – werden erstmal weiter tagen. „Wir müssen handlungsfähig bleiben“, betont Wilhelm Möhrke und nennt als Grund die laufend anstehenden Entscheidungen in Zusammenhang mit dem Neubau der Gesamtschule. Sollten Sitzungen nicht mehr möglich sein, will der Bürgermeister Dringlichkeitsbeschlüsse fassen – „immer in Absprache mit den im Rat vertretenen Fraktionen“. Auf diesen Hinweis legt er Wert.

Die evangelische Kirchengemeinde hat am Freitag mitgeteilt, dass ab Montag, 16. März, sämtliche Veranstaltungen der Kirchengemeinde ausfallen, wenn sie keinen gottesdienstähnlichen Charakter haben.

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