Lengerich
Wilhelm Möhrke: „Auch der Letzte muss verstehen, dass die Lage sehr ernst ist“

Lengerich -

Sehr viele Lengericher verhalten sich nach Auffassung von Bürgermeister Wilhelm Möhrke richtig mit Blick auf die Corona-Pandemie. Allerdings warnt er im Gespräch mit den WN: „Jetzt muss auch der Letzte verstehen, dass die Lage sehr ernst ist.“

Donnerstag, 19.03.2020, 15:43 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 15:14 Uhr
Bürgermeister Wilhelm Möhrke
Bürgermeister Wilhelm Möhrke Foto: Michael Baar

Als „recht gut“ bewertet Wilhelm Möhrke die Lage in Lengerich angesichts der Tatsache, dass nach wie vor nur ein Mitbürger mit dem Coronavirus infiziert sei. „Die Bürgerinnen und Bürger haben vieles richtig gemacht“, lobt der Bürgermeister im Gespräch mit den WN . Allerdings stellt er auch unmissverständlich klar: „Jetzt muss auch der Letzte verstehen, dass die Lage sehr ernst ist.“

Ein deutliches Zeichen dafür ist die Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte, die nicht für die Versorgung der Bürger unerlässlich sind. Am Mittwochnachmittag sind Mitarbeiter des Ordnungsamts durch die Stadt gegangen und haben die Geschäftsleute auf die entsprechenden Vorgaben hingewiesen. „Sie sind dabei auf viel Verständnis bei den Händlern gestoßen“, berichtet Wilhelm Möhrke. Gleichwohl verkennt er nicht, dass dieser Schritt „für viele Händler sehr, sehr bitter ist“ angesichts fehlender Einnahmen und fortlaufender Festkosten.

Trotz des aus seiner Sicht „vorbildlichen Verhaltens vieler Lengericher, die sich sehr einsichtig zeigen“, wagt der Bürgermeister keine Prognose, ob es zu einer Ausgangssperre kommen wird. Die bayrische Kommune Mitterteich hatte diesen Schritt am Mittwoch verkündet. „Das wäre sicherlich eine der letzten Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus weiter einzudämmen“, ist er überzeugt.

Unerlässlich ist aus Sicht von Wilhelm Möhrke, dass Politik und Gesellschaft jetzt noch mehr zusammenarbeiten. „Manchmal wünsche ich mir mehr Verständnis“, räumt er gegenüber den Westfälischen Nachrichten ein, dass nicht alle getroffenen Maßnahmen vorbehaltlos akzeptiert werden. In Sachen Ausgangssperre mache das Land zwar Vorgaben. „Die Stadt kann aber auch allein entscheiden“, macht er deutlich.

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