Angebot der Diakonie für Kinder und Jugendliche soll nach der Corona-Pause weitergehen
Lernen, was glücklich macht

Lengerich/Tecklenburger Land -

Einmal wöchentlich treffen Kindern und Jugendlichen für anderthalb Stunden und beschäftigen sich mit Glück. Die Zusammensetzung der Gruppe ist gemischt, alle Schulformen sind dabei. Die Teilnehmer sind zwischen elf und 14 Jahre – und wollen nach der jetzt angeordneten Zwangspause weitermachen.

Dienstag, 24.03.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 16:48 Uhr
Die Glückswerkstatt ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche aus Lengerich und Umgebung.
Die Glückswerkstatt ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche aus Lengerich und Umgebung. Foto: Jennifer Clayton

Coronavirus, Klimawandel, Leistungsdruck in der Schule – Kinder und Jugendliche machen sich viele Sorgen. Doch glückliche und unbeschwerte Momente sind wichtig, um die Krisen des Lebens bewältigen zu können. Janna Trambacz und Julia Strauß haben deshalb eine Glückswerkstatt für Kinder und Jugendliche im Beratungszentrum der Diakonie in Lengerich gegründet.

Mit einem breiten Grinsen zieht Benjamin einen Kauknochen aus seinem gelben Turnbeutel. „Der ist für meinen Hund. Ich füttere ihn gerne und spiele immer mit ihm. Wir haben fünf Haustiere zu Hause“, berichtet der Elfjährige stolz. Alle staunen und Benjamin strahlt bis über beide Ohren, weil die anderen ihm so gebannt zugehört haben. Aber jetzt ist der Nächste dran. Michael hat Hustenbonbons und seine Kopfhörer dabei: „Weil ich in der letzten Woche ein bisschen krank war und deshalb viel Musik gehört habe.“

Das Ritual mit dem gelben Glücksbeutel wiederholen Michael und Benjamin jede Woche. Zusammen mit vier anderen Kindern und Jugendlichen machen die beiden nämlich bei der Glückswerkstatt im Beratungszentrum der Diakonie in Lengerich mit. Und der Name „#glückswerkstatt“ ist hier Programm. „Wir wollen in der Gruppe gemeinsam herausfinden, was uns glücklich macht und wie wir unser Glück selbst gestalten können“, erklärt Gruppenleiterin Julia Strauß.

Zum Einstieg in die Treffen nutzen sie und ihre Kollegin Janna Trambacz gerne den gelben Glücksbeutel. „Das ist quasi eine Positive-Gedanken-Sammlung. Die Kinder sollen sich überlegen, was ihnen im Alltag Spaß bereitet hat – was sie glücklich gemacht hat“, erläutert die Sozialpädagogin.

Einmal wöchentlich treffen sie sich mit den Kindern und Jugendlichen für anderthalb Stunden und beschäftigen sich mit Glück. Die Zusammensetzung der Gruppe ist gemischt, alle Schulformen sind dabei. Die Teilnehmer sind zwischen elf und 14 Jahre alt. „In der Gruppe unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen individuell und in einem geschützten Rahmen“, sagt Julia Strauß.

Gemeinsam lernen sie zum Beispiel mit guten und weniger guten Gefühlen umzugehen. Oder wie man fair streitet und mutiger wird. „In einer vertrauensvollen Atmosphäre erfahren die Kids Aufmerksamkeit und Verständnis. Und vor allem lernen sie von anderen, denen es ähnlich geht“, ergänzt Janna Trambacz.

Das Angebot wird gut angenommen. „Weil der Bedarf da ist“, sind sich die beiden Leiterinnen sicher. Dabei kämen die Jugendlichen auch nicht nur aus Lengerich, sondern aus dem gesamten Einzugsgebiet der Beratungsstelle. Also aus Ladbergen, Lienen, Lotte, Westerkappeln und Tecklenburg. „Man merkt, dass sich die Jugendlichen gerne untereinander austauschen. Da ist bei allen Teilnehmern ein großes Bedürfnis nach Gemeinschaft.“

Das sei aber nicht von Anfang an so gewesen, erinnert sich Julia Strauß. „In der ersten Stunde waren alle noch skeptisch und meinten, sie hätten etwas Besseres zu tun.“ Die typische Null-Bock-Mentalität. „Wir sind dann spielerisch eingestiegen und haben uns erstmal kennengelernt und erste Hemmungen abgebaut.“ Bei einer Übung zur Selbstwertstärkung seien dann alle aufgetaut.

Julia Strauß möchte den Jugendlichen klarmachen, dass Glück beeinflussbar und eine Haltung ist. „Nicht umsonst heißt es, jeder ist seines Glückes Schmied“, bringt es Janna Trambacz auf den Punkt.

Die Glückswerkstatt ist ein Angebot der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg in Lengerich. Aufgrund der Corona-Krise muss die Glückswerkstatt momentan zwangspausieren. Das Angebot soll aber auf jeden Fall fortgesetzt werden. Gerne möchte Julia Strauß auch eine Gruppe für jüngere Kinder ins Leben rufen. Infos und Kontakt unter 0 54 81/30 54 240, per E-Mailunter erziehungsberatung@dw-te.de oder unter www.dw-te.de.

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