Nach 70 Jahren Rückzug aus dem aktiven Leben der Pfarrgemeinde St. Margareta
„Werner ist der Beste!“

Lengerich -

Sieben Jahrzehnte hat sich Werner Recker in der katholischen Kirchengemeinde St. Margareta engagiert. Als Kommunionkind wurde er Messdiener und blieb das 70 Jahre lang. 37 Jahre hat er die Messdienergemeinschaft geleitet und geprägt. Jetzt zieht er sich zurück.

Freitag, 08.05.2020, 13:53 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 14:00 Uhr
Werner Recker
Werner Recker Foto: Kirchengemeinde

Bei der Abbruchparty im alten Gemeindehaus St. Margareta haben die Messdienerinnen und Messdiener an die Wand gesprüht: „Werner ist der Beste!!“ Die Messdiener von damals und die von heute würden es immer noch so sagen und schreiben. Und nicht nur sie, heißt es in einer Mitteilung der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen .

Gemeint ist Werner Recker, eine Persönlichkeit, die in ganz besonderer Weise mit der katholischen Gemeinde in Lengerich und der Pfarrkirche St. Margareta verbunden ist. Seit 70 Jahren ist Werner Recker Messdiener in St. Margareta. Er sah neun Pfarrer und viele Kapläne kommen und gehen, wurde groß mit der alten Kirche, war in den 1970er Jahren beim Um- und Neubau dabei, lernte noch Messedienen in der „alten Messe“ mit viel Latein und gestaltete nach dem Konzil die deutsche Liturgie als Lektor und Kommunionhelfer mit, bildete über 300 neue Messdienerinnen und Messdiener aus und ist eine „Säule der Gemeinde“, wie er selbst gern die anderen Engagierten nennt.

Alters- und krankheitsbedingt hat Werner Recker seine Dienste für die Kirchengemeinde jetzt abgegeben. „St. Margareta ist mein Leben“, das ist nicht einfach dahingesagt, das ist bei ihm mit prallem Leben gefüllt: Kolpingsfamilie, Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, Pfarrchronik, Liturgie-Ausschuss, Messdienerleitung, Sternsinger . . . – die meisten Ämter waren früher oder später mit der Leitungsverantwortung verbunden, und immer unterstützte ihn seine Ehefrau Marita.

Als Polizeibeamter ist Werner Recker Menschenkenner, hat beruflich und privat Schicksale kennengelernt und Leiderfahrungen gemacht. Zu jungen Menschen hat er zeitlebens einen besonderen „Draht“ gehabt: in der eigenen Jugend als Gruppenleiter und noch heute als fast 80-Jähriger. „Ich habe erlebt, wie Werner Recker eine halbe Stunde in aller Ruhe die Osternachtsfeier erklärte und 20 Kinder und Jugendliche ihm gebannt zuhörten“, sagt Pfarrer Peter Kossen.

37 Jahre lang hatte Werner Recker die Leitung der Messdienerschaft St. Margareta. Dass Mädchen gute Messdienerinnen sind, war für ihn keine Frage, und so sorgte Werner Recker sehr bald dafür, dass sie aufgenommen wurden. Die Ausbildung der „Neuen“, meist Kommunionkinder des dritten Schuljahres, war ihm eine Herzensangelegenheit – „mit natürlicher Autorität und großer Geduld“, wie Peter Kossen unterstreicht. „Das vielfältige, tiefreligiöse und menschenfreundliche Lebenswerk von Werner Recker hat die Gemeinde geprägt“, sagt der leitende Pfarrer. „Dafür sind wir sehr dankbar. Jetzt übernehmen andere die Verantwortung. Aber die Bewertung der Jugendlichen und Kinder bleibt weiterhin unwidersprochen: Werner ist der Beste!“

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