Ärger im Quartier L: Neuer Spielplatz weiter gesperrt
Wer ist der Spielverderber?

Lengerich -

Lange waren die Spielplätze in der Stadt aufgrund der Corona-Pandemie gesperrt. Seit dem 7. Mai können sich Kinder dort aber wieder austoben. Eine Ausnahme gibt es allerdings im Quartier L westlich der Bergstraße. Dort verhindert weiterhin ein Gitterzaun das Betreten – was mit Covid 19 indes nichts zu tun hat. Vielmehr ist offenbar die mangelhafte Kommunikation zwischen Stadt und LWL der Grund.

Donnerstag, 14.05.2020, 16:35 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 17:44 Uhr
Es könnte für Kinder im Quartier L so schön sein: Direkt vor der Haustür haben sie einen brandneuen Spielplatz. Doch nutzen können sie ihn nicht, der Zugang ist durch einen Gitterzaun versperrt.
Es könnte für Kinder im Quartier L so schön sein: Direkt vor der Haustür haben sie einen brandneuen Spielplatz. Doch nutzen können sie ihn nicht, der Zugang ist durch einen Gitterzaun versperrt. Foto: Detlef Dowidat

Seit 7. Mai sind die öffentlichen Spielplätze in der Stadt wieder zum Rutschen, Klettern und Sandschaufeln freigegeben. Alle? Nein! Im Wohngebiet Quartier L ist der Spielplatz mit Bauzäunen gegen das Betreten gesichert. Sehr zum Ärger der Familien mit Kindern, die dort ihre Heimstatt gefunden haben. Denn eigentlich sollte das Areal schon im Herbst vergangenen Jahres als öffentlicher Spielplatz zur Verfügung stehen.

Warum das nicht geschehen ist? Hier kommen mit der Stadt Lengerich und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zwei Beteiligte ins Spiel. Die Erschließung des Baugebietes auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei der LWL-Klinik hat der Landschaftsverband übernommen. Damit auch die Zuständigkeit für den Spielplatz, beziehungsweise dessen Bau. „Wenn die Anlage fertig ist, geht sie an die Stadt über. Das ist aber noch nicht passiert“, sagt Holger Lange . Mit der Übernahme durch die Stadt werde die auch für die laufende Unterhaltung zuständig, ergänzt der Fachdienstleiter Straßenbau.

Warum dieser letzte Schritt so lange auf sich warten lässt? Die Stadt weiß es nicht. Eigentümer sei noch der LWL, der müsse die Antwort liefern. Und die fällt ganz eindeutig aus. „Wir würden den Spielplatz gerne übergeben, aber der muss noch von der Stadt abgenommen werden“, gibt Thorsten Fechtner den Stand der Dinge aus Sicht des LWL wider. Wieso das bislang nicht passiert sei, könne sich der Landschaftsverband nicht erklären, teilt der Pressesprecher auf Nachfrage der WN mit.

Die zeitliche Verzögerung, so vermutet auf Rückfrage Holger Lange, könnte mit der Ausschreibung für die Errichtung des Spielplatzes zusammenhängen. Zwischen Auftragsvergabe und Baubeginn habe es Verzögerungen gegeben, fasst er den Informationsaustausch zwischen Stadt und LWL zusammen. Dementsprechend spät im Jahr sei beispielsweise die Grassaat und Bepflanzung erfolgt.

„Wir hätten gerne gesehen, wenn Kinder schon im vergangenen Herbst dort gespielt hätten“, versichert der Fachdienstleiter. Mit Blick auf die Grünanlagen sei das nicht mehr möglich gewesen. Immerhin hat der Austausch zwischen Stadt und LWL funktioniert, über den Spielplatz ist gesprochen worden.

Wann zum letzten Mal? „Wir haben im Dezember zusammengesessen und besprochen, wie die Übergabe laufen soll“, erinnert sich Holger Lange. Doch seitdem herrscht Funkstille zwischen Stadt und LWL. Warum, das scheint den beiden Beteiligten nicht ganz klar zu sein.

Die Familien mit Kindern tröstet das nicht. Die sind stinksauer, wie Anwohner gegenüber den WN zugeben. Auf die Stadt wie auf den LWL. Wie merkt ein Vater sarkastisch an: „Wenn der Spielplatz geöffnet wird, sind die Kinder aus dem Alter raus.“

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