Freibad-Saison: BWG möchte nach Pfingsten eröffnen
Schwimmen nur nach strengen Regeln

Lengerich/Lienen/Tecklenburg -

Läuft alles so, wie es sich BWG-Betriebsleiter Tilo Frömmel vorstellt, dann könnte in den Tagen nach Pfingsten die Freibadsaison in Lengerich, Tecklenburg und Lienen beginnen. Allerdings dürfte die für Besucher und Badmitarbeiter deutlich anders aussehen als in den vergangenen Jahren. Denn die Corona-Pandemie wird auch beim Schwimmen, Planschen und Abtauchen nicht zu ignorieren sein.

Donnerstag, 14.05.2020, 16:35 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 17:44 Uhr
Der Eingang zum Freibad könnte sich an heißen Tagen zu einem Nadelöhr entwickeln. Die Besucherkapazität wird wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich erheblich reduziert.
Der Eingang zum Freibad könnte sich an heißen Tagen zu einem Nadelöhr entwickeln. Die Besucherkapazität wird wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich erheblich reduziert. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Wie der Freibad-Alltag in der Saison 2020 in Lengerich, Tecklenburg und Lienen aussehen wird? Wenn jemand auf diese Frage eine Antwort haben sollte, dann Tilo Frömmel . Doch selbst der Betriebsleiter der Bäder- und Wasser GmbH ( BWG ) äußert eher Mutmaßungen als Gewissheiten. Sogar den Tag, an dem es losgeht, kann er noch nicht fix benennen. Geschuldet ist das der Corona-Krise und den Vorgaben der Landespolitik.

Die Regierung von Ministerpräsident Armin Laschet hat entschieden, dass es in Nordrhein-Westfalen ab kommenden Mittwoch, 20. Mai, wieder möglich sein soll, im Freien zu schwimmen. Doch, und das kritisiert nicht nur Tilo Frömmel, sondern Verantwortliche in vielen Kommunen, es fehlen bislang genau Vorgaben, wie in Zeiten der Pandemie der Betrieb in den Freibädern zu regeln sein wird.

Ziel für Lengerich, Lienen und Tecklenburg sei es, in der Woche nach Pfingsten – also nach dem 2. Juni – zu öffnen, kündigt der Betriebsleiter auf WN-Anfrage an. Ein früheres Datum sei auf keinen Fall möglich. Denn zunächst stehe die obligatorische Abnahme durch die Gesundheitsbehörden an. Die entsprechenden Proben müssten in einem Labor untersucht werden. Mit einem Termin dafür sei nicht vor Ende des Monats zu rechnen.

Somit bleiben Frömmel und seinem Team noch mindestens knapp drei Wochen, um alles für den Beginn vorzubereiten. „Es wird auf jeden Fall eine sehr herausfordernde Saison“, prophezeit der Betriebsleiter. Und das gelte für die Mitarbeiter ebenso wie für die Badegäste. Frömmel macht das unter anderem an einem Beispiel aus Lienen fest. Im dortigen 25-Meter-Becken dürften bei Beachtung der Abstandsregeln maximal 52 Personen gleichzeitig ins Wasser. Sind die am Schwimmen und Planschen, müssen andere Gäste warten, bis auch für sie Platz ist.

Frömmel spricht von einem „fairen Zugangsmanagement“, mit dem in den Freibädern der Zugang zu den Wasserbecken geregelt werden soll. Denkbar ist etwa eine maximale Schwimmzeit für eine Personen.

Bevor der Badespaß überhaupt beginnen kann, müssen Besucher erst einmal aufs Freibadgelände kommen. Auch dafür wird es feste Kontingente geben. Wie die allerdings im Detail aussehen, vermag Tilo Frömmel noch nicht zu sagen. Klar dürfte sein, dass sich das nach der zur Verfügung stehenden Fläche richten wird. Doch wie die zu berechnen ist, ist einer von vielen Punkten, bei denen sich der Betriebsleiter Genaueres aus Düsseldorf erhofft.

Aktuell, erzählt er, orientiere man sich bei den Vorbereitungen zum einen an der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, die einen Bericht „Pandemieplan Bäder“ herausgegeben hat, und zum anderen an Vorgaben die für andere Sportstätten gelten. So sagt Frömmel, dass er mit Blick auf die Regelungen für Fitnessstudios in NRW davon ausgeht, dass das Duschen auch im Freibad verboten sein wird. Ob am Eingang, wie in Restaurants oder beim Friseur, von allen Besuchern die Adressen aufgenommen werden müssen, um mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können, ob die Mitarbeiter allesamt einen Mundschutz tragen müssen – „bei 35 Grad im Schatten ist das kaum durchzuhalten“ – und welche Mehrkosten mit diesen und anderen möglichen Maßnahmen verbunden sein werden? Bei diesen Fragen muss der Mann von der BWG momentan passen. Angesichts der noch vielen bestehenden Unsicherheiten spricht er von einem „geordneten Blindflug“ Richtung Saisonstart.

Klar ist für ihn, dass der Personalbedarf in den Freibädern steigt. Ansonsten sei die Einhaltung der diversen Vorgaben nicht zu gewährleisten und zu kontrollieren. Möglich, dass dafür auch mit Sicherheitsdiensten zusammengearbeitet werde. Und Frömmel rechnet auch damit, dass in Hochsommerzeiten möglicherweise nicht jeder, der ins Freibad möchte, auch hineinkommt. In Lengerich könnte die Besucherhöchstgrenze bei etwa 400 liegen, schätzt er. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren wurden an Spitzentagen über 1000 Menschen gezählt.

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