DRK betreibt Pflegelazarett in der LWL-Klinik
Am Monatsende ist Schluss

Lengerich -

Bei der Einrichtung des Pflegelazaretts musste es schnell gehen. Am 21. März nahm die Einrichtung für Pflegebedürftige, die zu Hause wegen der Corona-Erkrankung eines Familienangehörigen nicht mehr gepflegt werden können, die Arbeit auf. Am 31. Mai ist jetzt Schluss.

Sonntag, 17.05.2020, 15:04 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 17:50 Uhr
Ein Teil des Team mit dem DRK-Leiter des Pflegelazaretts, Gregor Dumpf. Zum Monatsende wird die Einrichtung aufgelöst.
Ein Teil des Team mit dem DRK-Leiter des Pflegelazaretts, Gregor Dumpf. Zum Monatsende wird die Einrichtung aufgelöst. Foto: DRK

Mittlerweile ist Routine eingekehrt. Ein Zustand, an den bei Inbetriebnahme des Pflegelazaretts am 21. März in Lengerich in der LWL-Klinik nicht zu denken war. Auch wenn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) über eine vielseitig ausgebildete Truppe von Ehrenamtliche verfügt, war die Dauer des Einsatzes von vornherein unklar, heißt es in einer Pressemitteilung.

Jetzt steht fest, wann diese Einrichtung geschlossen wird. Das DRK wird nach eigenen Angaben noch bis zum 31. Mai Betreiber sein. Dann werde das Pflegelazarett aufgelöst, heißt es in einer Pressemitteilung des DRK-Kreisverbands Tecklenburger Land.

Die Dauer des Einsatzes war zunächst unklar

„In der Regel sind unsere Einsätze zeitlich befristet und dauern maximal ein paar Tage“ erklärt Gregor Dumpf, Leiter des Pflegelazaretts. Als Beispiele nennt Daniel Gerdts , stellvertretender Leiter des Pflegelazaretts, im gleichen Atemzug Einsätze wie die Bombenevakuierungen in Riesenbeck, die Loveparade oder auch das Schneechaos vor 15 Jahren im südlichen Münsterland.

Die Personalplanung von über 60 Ehrenamtlichen, die eigentlich ihren regulären Berufen nachgehen, über neun Wochen hinweg war neu für die Organisation, aber auch neu für die Freiwilligen und deren Arbeitgebern. Hinzu kam, dass der Schwerpunkt der Organisation in Betreuungs- und sanitätsdienstlichen Einsätzen liegt und die Freiwilligen durch den Betrieb des Pflegelazaretts Neuland betreten mussten. Ein Umstand der durch den Einsatz von examiniertem Pflegepersonal und sogenannten Spontanhelfern, deren Rekrutierung durch den Kreis Steinfurt geschehen ist, schnell gelöst wurde.

Über zwei Monate Einsatz gehen vorbei wie im Flug, bleiben aber nicht ohne Spuren.

Gregor Dumpf, Leiter des Pflegelazaretts

Das Pflegelazarett in Lengerich ist eine Einrichtung für pflegebedürftige Personen, die zuhause aufgrund einer Corona-Erkrankung von Angehörigen oder dem Ausfall des Pflegedienstes, nicht mehr versorgt werden können und rund um die Uhr betreut werden müssen. Die zwischenzeitlich als zertifizierte Kurzzeitpflegeeinrichtung anerkannte Einrichtung auf dem Gelände der LWL-Klinik in Lengerich wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zur Verfügung gestellt und wird in einem Drei-Schicht-Betrieb im Auftrag des Kreises Steinfurt vom DRK gemanagt.

„Über zwei Monate Einsatz gehen vorbei wie im Flug, aber bleiben nicht ohne Spuren“, da ist sich Gregor Dumpf sicher. Spricht man mit den Ehrenamtlichen des Pflegelazaretts, berichten viele positiv und von neu gewonnen Kompetenzen, auch wenn die Einsatzzeit mittlerweile zerrt. Der wertschätzende Umgang und das schnell entstandene Wir-Gefühl in der täglichen Zusammenarbeit von DRK-Helfern, examiniertem Pflegepersonal und Spontanhelfern sehen laut Pressemitteilung viele der Befragten als Hauptmotivation.

Darüber ist Gregor Dumpf sehr glücklich. Er wird nicht müde zu erwähnen, wie stolz er auf die Ehrenamtlichen ist: „Der Umfang dieser ehrenamtlichen Leistung von jedem Einzelnen, obwohl zuhause auch Kinder, Familie und der Job warten, ist einfach grandios.“

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