Viele Campingplätze in der Region sind über die Mai-Feiertage ausgebucht
Kurzentschlossene gehen leer aus

Lengerich/Lienen/Tecklenburg -

Wer auf den letzten Drücker auf einen freien Stellplatz auf einem Campingplatz hofft, muss sich sputen. Auf vielen Plätzen im Tecklenburger Land ist nichts mehr frei. Unter anderem deshalb, weil wegen der Corona-Pandemie die Zahl der Plätze, beispielsweise in den Waschhäusern, reduziert werden musste.

Donnerstag, 21.05.2020, 06:27 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 17:16 Uhr
Idyllisch auf einem Campingplatz sitzen und die freien Tage genießen: Über Christi Himmelfahrt und Pfingsten stehen die Chancen schlecht, im Tecklenburger Land noch einen Stellplatz zu finden.
Idyllisch auf einem Campingplatz sitzen und die freien Tage genießen: Über Christi Himmelfahrt und Pfingsten stehen die Chancen schlecht, im Tecklenburger Land noch einen Stellplatz zu finden. Foto: Eurocamp Lienen

Eine Menge Sonne und Temperaturen weit über der 20-Grad-Marke – der Einstieg ins für viele lange Wochenende verspricht am Himmelfahrtstag bilderbuchmäßig zu werden. Für Camping-Freunde Idealbedingungen. Das spiegelt sich auch auf den hiesigen Plätzen wider. Die melden zu einem großen Teil „ausgebucht“.

Andreas Guttmann , Betreiber vom „Sonnenhügel am See“, berichtet, dass das Telefon in den vergangenen Tagen kaum stillgestanden und er reichlich Absagen erteilt habe. Er macht sein Geschäft fast ausschließlich mit Dauercampern, für die er seit dem 11. Mai wieder geöffnet hatte. Am Himmelfahrtswochenende weicht er etwas von seiner sonstigen Linie ab – es kommen zusätzlich ein paar Gruppen mit Zelt statt mit Wohnwagen oder Wohnmobil.

Telefone standen in den vergangenen Tagen kaum still

Er hofft, dass sich alle Gäste an die Corona-bedingten Vorgaben halten. „Das hat bislang gut funktioniert. Alle hatten großes Verständnis.“ So verzichten viele seiner Stammgäste sogar auf den Gang zu den beiden zur Verfügung stehenden Campingplatz-Toiletten und nutzen die in ihren eigenen Wohnwagen oder -mobilen. „Darum habe ich gebeten, und viele haben sofort gesagt, dass sie das natürlich machen.“

Vorfreude aufs Wochenende herrscht auch bei Karin Mielemeier vom benachbarten Campingplatz „Auf dem Sonnenhügel“. Dass es endlich wieder richtig losgehe, sei nach den „bitteren“ vergangenen Wochen einfach nur schön.

Dass es endlich wieder losgeht, ist nach den vergangenen Wochen einfach nur schön.

Karin Mielemeier, Campingplatzbetreiberin

Die Anzahl der Plätze habe man aufgrund der begrenzten Kapazitäten bei den Sanitäranlagen etwas zurückschrauben müssen. Aber da es so aussieht, dass das Campen nach dem Himmelfahrtswochenende weiter hoch im Kurs stehen wird – „wir sind auch schon an Pfingsten ausgebucht“ –, dürfte diese Einschränkung in Corona-Zeiten zu verkraften sein.

Ähnlich das Bild im Eurocamp in Lienen. Die durch die Corona-Pandemie und daraus resultierenden Vorgaben haben dazu geführt, dass Eberhard Krützmann die Kapazität im Waschhaus auf seiner idyllisch gelegenen Anlage reduziert hat. Statt 60 Stellplätzen für Touristen hat er „erstmal 38 oder 39 zur Verfügung gestellt“.

Hygienevorgaben reduzieren die Zahl der Plätze im Waschhaus

Anfragen nach einer Campingmöglichkeit in Holperdorp seien in den vergangenen Tagen und Wochen sehr oft gekommen. Derzeit dürfen auf dem Platz – wie auf den anderen auch – nur deutsche Urlauber ihren Caravan abstellen. „Ausländer sind erst ab dem 25. Mai wieder zugelassen“, erläutert er im Telefonat mit den Westfälischen Nachrichten.

Insbesondere aus den Niederlanden seien in der Vergangenheit Gäste gekommen, berichtet Gert Schöpker. Derzeit bietet sich auf seiner Anlage, dem Campingplatz Am Knoblauchsberg in Tecklenburg, das gegenteilige Bild. „Wir haben zurzeit fast nur deutsche Gäste“, berichtet er auf Nachfrage. Obligatorisch ist auch bei ihm die Markierung und die damit verbundene geringfügige Einschränkung der Kapazität im Waschhaus.

wir haben zurzeit fast nur deutsche Gäste.

Gert Schöpker, Campingplatzbetreiber

Seit den Ostertagen dürfen Camper, die auf einer Anlage ihren zweiten Wohnsitz angemeldet haben, diesen wieder nutzen. „Die Nachfrage ist ein bisschen gedrosselt“, räumt er im Telefonat ein. Gerade ältere Dauergäste verhielten sich zurückhaltend, was ihren Aufenthalt auf dem Campingplatz betreffe.

Ob ab dem 25. Mai die Niederländer wieder bei der Zahl der Besucher die Oberhand gewinnen? Diese Frage vermag Gert Schöpker nicht zu beantworten. Ebenso wenig die nach dem Zeitpunkt, wann die Einschränkungen durch die Hygiene-Vorgaben fallen könnten.

„Relativ verhalten ist die Nachfrage“, heißt es auf dem Campingplatz Bocketal. Das betreffe nicht nur die Stammgäste, sondern auch Camper, die über Himmelfahrt oder Pfingsten kurzfristig noch einen Stellplatz suchen. Im Bocketal, so scheint‘s, könnte sich ein Anruf für Interessenten lohnen.

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