Bodelschwingh-Realschule
Gebäude wird länger genutzt

Lengerich -

Die Corona-Pandemie macht der Stadt einen Strich durch die Rechnung, was die Nutzung des Gebäudes der Bodelschwingh-Realschule betrifft. Eigentlich sollten die Schüler dort im Sommer ausziehen, jetzt wird ein Jahr länger an der Schulstraße unterrichtet.

Samstag, 23.05.2020, 14:04 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 11:44 Uhr
Auch nach den Sommerferien soll in der Bodelschwingh-Realschule unterrichtet werden.
Auch nach den Sommerferien soll in der Bodelschwingh-Realschule unterrichtet werden. Foto: Michael Baar

In der Friedrich-von-Bodelschwingh-Realschule wird auch im Schuljahr 2020/2021 Unterricht erteilt. In der Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 26. Mai, wird die Verwaltung einen Dringlichkeitsbeschluss vorlegen. Darin geht es um die Aufhebung des Ratsbeschlusses vom 9. April 2019. Vor gut einem Jahr war entschieden worden, dass der neunte und zehnte Jahrgang der Bodelschwingh-Realschule im Schulzentrum an der Bahnhofstraße in der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule unterrichtet werden.

Grund für diese Änderung ist die Corona-Pandemie. Die Verwaltung hat sich nach eigenen Angaben mit der Schulaufsicht und den beiden Realschulen über das Thema ausgetauscht. Ergebnis ist, so steht es in der Sitzungsvorlage, „dass auch noch über das Schuljahr 2019/2020 hinaus nur ein eingeschränkter Schulbetrieb möglich sein wird“. Gründe dafür seien unter anderem die Hygienemaßnahmen und das daraus resultierende „Lernen auf Distanz“. Das heißt: Präsenzunterricht in Lerngruppen.

Von dieser Veränderung profitiert auch die „extra.klasse“, ein Projekt der Gemeinde Recke in Zusammenarbeit mit dem Kreis Steinfurt. Es ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligung oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigung in erhöhtem Maß auf Unterstützung im schulischen Zusammenleben angewiesen sind. Ziel des Projekts ist es, die Schüler in das Regelsystem zurückzuführen.

Durch die längere Nutzung des Gebäudes der Bodelschwingh-Realschule fallen weitere Kosten für den Unterhalt an. Die addieren sich nach Berechnungen der Verwaltung für das zusätzliche Schuljahr auf gut 100 000 Euro. Eingerechnet sind dabei die Mieteinnahmen für die Verlängerung des Projekts „extra.klasse“ (950 Euro im Monat).

Da diese Mehrkosten durch die Corona-Pandemie bedingt sind, kann die Stadt sie über das außerordentliche Ergebnis im Jahresabschluss 2020 eliminieren und in einen gesonderten Etat-Posten einstellen. Darüber kann der Betrag ab dem Jahr 2025 über einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren abgeschrieben werden. Das sieht ein entsprechender Gesetzentwurf der Landesregierung vor, der nach der Sommerpause verabschiedet werden soll. Fast schon erleichtert klingt da der folgende Satz in der Vorlage: „Das Jahresergebnis 2020 wird somit um sämtliche Effekte der Corona-Pandemie bereinigt.“

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